So schlecht wie an dem heutigen Montag kam ich schon lange nicht mehr aus dem Bett und ich bin immer noch müde, obwohl ich recht früh in der Heia war, vor halb eins sogar, nachdem ich vorher “21 Jump Street” schaute.
Bravo, werter Michael Bacall, dämlicher Vollhorst, bravo! Nun fiel dieser Streifen ansich popcorniger aus als erwartet – warum muss’ma das in den letzten fünf Minuten so dermaßen versauen, indem’ma wortwörtlich unter die Gürtellinie schiesst. Was ein Dr#cksfilm, ey.
Freitag landete ich, wer hätt’s gedacht, im Kasi. Es war, Kasi eben, befürchte das Schlimmste, ich habe dort schon schlimmere Abende erlebt. Super nervig empfand ich u.a. das ständige Heruntergedudel von Billy Idol sowohl oben als auch unten. Publikum, oje, oje. Wenige Bekannte ließen sich blicken.
Dies war wohl die Party mit dem meisten Sisters-Anteil (auf’m DJ Hopeless Floor) überhaupt, welche ich bislang besuchte, also abgesehen von der Sisters-Party damals in’er MusicHall, sogar mehr als bei jeder Afterparty. DM und Cure folgten mit sehr weitem Abstand. Fand’ich gut. Auf’m Zweiten war’s zeitweise ebenfalls auszuhalten, wobei “Barbie Girl”, “Cotton-Eyed Joe” und “Captain Jack” hintereinander weg, dies hätte sich Sabre sehr gerne für die Sunglasses aufsparen dürfen. Alles in allem, den ständig johlenden und wild herumspackenden Aggro-Vollhonk ["Andy"?]mit dem Vogelnest auf’m Kopf außen vorgelassen, passt. Natürlich geht da noch was, eh klar.
Obwohl ich Samstag Früh erst so gegen 8 Uhr in der Heia war, kurz nach 5 packte ich’s, schaffte ich es mich gegen halb elf aufzuraffen und um 11 das Haus zu verlassen. Via Ostkreuz ging es auf Expedition nach Friedrichshagen und Umgebung.
Vom S-Bahnhof liefen wir die Hauptstraße entlang und landeten letztlich in einem Biergarten am Müggelsee. Einen Pott Kaffee, der eine Tasse war, orderte ich. Der Rest der Tourigruppe entschied sich größtenteils für Köstritzer oder Maibowle. Frühstück war bei mir Bratspiess mit Sauerkraut und Bratkartoffeln, nachdem sie kein Spanferkel anboten. Ein kulinarisches Highlight ist was anderes. Die Würstchennudeln und das Eisbein sahen auch ganz schmackhaft aus.
Anschließend wanderten wir durch den Spreetunnel gen Köpenick, machten Halt in der “Grünstraße 6-8″, wo “ein riesiges Netz von NL Architects aus Amsterdam” zum Herumklettern und Abhängen diente. Ich holte mir in der Eisdiele eine Pfirsichtorte, während die Bande bereits unter dem Dach der Schlossplatzbrauerei Coepenick Platz nahm. Um es abzukürzen: Nach einem Kaffee holten wir uns schräg gegenüber einen Imbiss, meine Bulette war lauwarm, die Pommes, was soll’s. Es folgte eine Runde Schlosspark, Eis, das Banane-Kirsch war bäh, und der Spaziergang zum S-Bahnhof Köpenick. Gegen halb acht abends war ich endlich daheim. Wetter war trocken, bewölkt, kalt.
Sonntag passierte nichts, Samstag schaute ich selbstverfreilich bei der “Ceremonies” vorbei. Zwei Streifenwagen standen an der Jannowitzbrücke, als ich Sonntag Früh hoch zur S-Bahn latschte. Blöde Geschichte, welche eine Bekannte betraf, von der ich mir gelegentlich das Monatsticket hole. Ich meine, die war schon gut dabei, als’e in der MusicHall eintrudelte, und keine Ahnung, ob und was an der Nummer dran ist, wobei irgendwas muss passiert sein, Stichwort “Missbrauch”. Wie dem auch sei, shit happens, weiter im Text.
“CEREMONIES # VI (Underground Noir Gathering Berlin)” – MoinMoin, mmhhh, nun, was soll’ma sagen. Während ich da in den ersten zwei Stunden auf’m Hocker vor der blockierten Treppe zur Empore saß und aufgrund meiner Aversion gegen die unsägliche MusicHall (kultivierte Gäste wissen, warum und was das für ein K#ckladen deluxe ist) ‘nen feinen Schlechte-Laune-Film fuhr, war ich hin- und hergerissen. Einerseits wollte ich baldmöglichst flüchten, andererseits, gerade sechs Euro gelöhnt, es ist Samstag, Wochenende, das geht doch nicht. Naja, sofern im K17- The Club statt der ollen “Sunglasses“ ‘ne 08/15-Party Programm gewesen wäre – aber da nicht, guckte ich belämmert aus der Wäsche und harrte der weitestgehend unspektakulären Ereignisse der Nacht. Letztendlich überwand und bemühte ich mich also die müden Glieder irgendwie im Takt zu schütteln. Apropos, wer Glas oder Flasche plotzen lässt, soll doch bitteschön anschließend die Scherben gänzlich wegfegen, weil Tanzen auf Glas ist echt absolut M#st.
Die Musik(auswahl) war fast durchgehend gewohnt dufte, der Sound bis auf die manchmal (dröhnend) unterschiedliche Lautstärke der Songs akzeptabel, das Licht nett, wirklich nur nett, weil mir zu hell, zu bunt, zu lahm, zu eintönig. Des bisserl Nebel hätte’ma sich übrigens genauso gut schenken können. Mag sein, dass die Nebelmaschine mit den räumlichen Gegebenheiten schlichtweg überfordert war, womit wir gleich zum Schwachpunkt der MusicHall kommen, hier im Vergleich zum KLICKclub, der wohl Geschichte ist: Eine hohe Decke (beim DB mit Stoffbahnen dekoriert/abgehängt), zuviele Sitz- und Stehgelegenheiten rund um die als Viereck markierte Tanzfläche, inzwischen sogar auf der Spreeseite, auf die, ähnlich einer Bühne, irgendwie alles ausgerichtet scheint. Was im KLICKclub schön undergroundig verwinkelt war, gewissermaßen ebenfalls kommunikativer und sozusagen privater, heimeliger, gleichermaßen ohne Abtrennung, wird hier nun im Mittelpunkt präsentiert. Dies funktioniert mit Publikumsmassen wie beim Dämonenball und bei expressionistischem Tanz oder eventuell mit Scheuklappen bzw. gut Promille, jedoch … ähm, ich schweife ab … kurzum, ich hielt durch, sogar bis Schluss kurz nach ½7.
Vielen lieben Dank, aber vermutlich würde ich kaum zu einer weiteren Ausgabe dieser schönen Partyreihe in’er MusicHall aufkreuzen, trotz der von […] bescheinigten Tanzqualität. Von daher hoffe ich, dass es Herrn […] gelingt eine adäquate Location auszumachen.Btw. den 1,- Euro MusicHall-Aufschlag ohne Mehrwert empfand ich als null gerechtfertigt. Gut, darin war in meinem Fall die Garderobe mit drinne, andere hatten 1,50 Euro zusätzlich zu blechen. Die Stillen Örtchen, inklusive zweier unprofessionell mit dreckigen Müllsäcken abgedeckten Waschbecken, sahen so als, als würde sich […] einen Euro nebenbei verdienen, indem er für das Hygieneinstitut der Charité alle weltweit herumfleuchenden Bakterien heranzüchtet. Immerhin hielt ich mich erfolgreich von den gepanschten Fuseldrinks zu Wucherpreisen fern und nachdem das Theken-/Garderobenfräulein auf die Flasche einen Euro Pfand verlangte, ließ ich exakt 0,- Euro an der Bar, welche es nicht anders verdient.
Viele korrekte Leute schafften es trotz der widrigen Verlegung der Veranstaltung, […] offensichtlich nicht. Der Unterhaltungsfaktor war eher so lala, zu “Paradise City” marschierte die Polizei ein. Bis zur nächsten CEREMONIES (Club Night), überall woanders.
[…], es war nicht langweilig und ohne die Zahlen zu kennen, wäre mit den Leuten, die den Weg zur Jannowitzbrücke fanden, der KLICKclub zum Bersten voll gewesen, aber es war, und das kam jetzt nicht als Überraschung, eben nicht die “Ceremonies”, so wie’se ich (und manch andere) bislang erlebt hatten und worauf sich das Stammpublikum (seit zwei Monaten freute), weil die “Ceremonies” nach meinem persönlichen Dafürhalten momentan einfach die beste laufende Party ist. So ist das eben mit der Erwartungshaltung, und davon ab steht es außer Frage, […], dass Ihr unter diesen Umständen das Beste rausgeholt habt und es auf jeden Fall trauriger gewesen wäre, wenn das Event komplett ins Wasser gefallen wäre und logisch war ich auch froh, dass ich nicht in die Pampa beispielsweise zum Red Club fahren musste. Nebenbei, sorry, solltet Ihr wissen, wie Ihr dieses inzwischen abgeflaute “destruktive Rumgenörgele” meinerseits nehmen solltet, sprich, so “viel Text, wenig Aussage”, gell, Herr […], spricht tatsächlich eher für eine Party und dafür, dass ich Euch echt mag. – Jaja, komische Art, das zu zeigen.
Im Übrigen erlaube ich mir anzumerken, dass ich dieses mir gelegentlich vorgeworfene “Rumgenörgele” keineswegs als destruktiv erachte, ganz im Gegenteil. Erstens, ist doch bescheiden, wenn keine Steigerung mehr zu erwarten ist und zweitens, hey, das ist kostenlose und dadurch, dass konkret auf (vermeintliche) Missstände, bzw. das was den einen gefällt, anderen nicht, hingewiesen wird, eine durchweg produktive Manöverkritik, abgesehen davon, dass die Veranstaltung im Gespräch ist. Klar, die Ja-Sager-Freunde sowie merkbefreite Mitläuferschaft finden stets alles toll und wer es nicht toll fand, kommt, mucksmäuschenstill, einfach nicht mehr, nur was ist dadurch gewonnen?
Es ist eben Ansichtssache, ein subjektiver Eindruck. Egal, ich wollte dem “leer war es auch definitiv nicht und getanzt wurde die meiste zeit mehr als zahlreich” jetzt auch nicht mehr widersprechen. Weiß’de, es war 1 Uhr vorbei und Fakt, die Tanzfläche war leer. Okay, die Tierärztin störte es nicht. Ach, ist mir auch wurscht, es wurde mit der Zeit und irgendwie war es schon amüsant, die Gruppendynamik zu beobachten. Die Leute wollten tanzen, aber eben nicht auf einer leeren Tanzfläche. Das heisst, sie verhielten sich wie Schwarmfische, stürzten die ersten los, folgten die nächsten. Andersherum war’s natürlich genauso, verließen mehr und mehr die Tanzfläche, war die Tanzfläche, gerade anfangs, später machte das Nervengift träge, schlagartig leer, weil keiner der Letzte sein wollte. Um nun zum Punkt zu kommen, es kann nur besser werden und nochmal, die Party war cool, die Location ist und wird es nie sein.
Was die Woche bringt, Mittwoch eventuell Schönefeld, Freitag TiQ (parallel zur AiB), Samstag Dämonenball in der, hurrahhh, MusicHall. “Dark Shadows” steht für Donnerstag Abend auf der Agenda. Sonst, Kickern, Burger, eventuell “Roller Derby in Berlin: Rumble in the Jungle”.
Andere Geschichte, Berliner Nahverkehr, gleich ob S- oder U-Bahn, ich habe Mitleid mit den Touristen, die einen zuverlässigen Nahverkehr gewohnt sind und in dieser Stadt alle paar Stationen von Verspätungen, Ausfällen, Schienenersatzverkehr und Pendelverkehr überfordert werden. Ich meine, es ist lustig, wenn die Fahrgäste es erst checken, wenn die Bahn wieder in die Gegenrichtung fährt, aber wie sch#iße ist das. Da bis’de schon in einer unbekannten Stadt, oftmals im Ausland, versuchst bei dem Liniennetzplan durchzublicken und dann ist obendrein alles anderes. Die Berliner haben sich an all die Baustellen allerortens gewöhnt.
Update 07.05.2012 22:42 Uhr
Ich latsch ‘mal zu Kaiser’s, Schokoladen-Jieper, verdammt.
