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Kaiser-Wilhelm-Platz Schöneberg

Ronny Roger • Mittwoch, 1. September 2010 1517 Uhr • Category: Berlin,Home Sweet Home,Supermarkt

Geld, Geld, Geld – nachdem ich beim Friseur vorbeigeschaut hatte, der Dicke, welcher gerade noch Mittagspause machte und anfangs ganz schön schnaufte, als’er anfing zu schnippeln, zeichnet sich für meine aktuelle Frisur verantwortlich, ignorierte ich wie gehabt die rote Ampeln Richtung Schöneberg. Traurig war’s, is’ wahrlich kein gutes Gefall Haare zu lassen, da werde ich immer ganz bedrückt, insbesondere wenn’se alle grau sind. Zwei Euro Trinkgeld gab’s, das sollte reichen.

Erst holte ich zwei Laugenbrötchen, ‘ne Bretzel, ‘ne Schrippe und ‘n Bagel bei der Backfactory, dann wollte ich Geld. Denn das Wochenende steht vor der Tür und nur Bares ist Wahres an der Clubbar. Blöd nur, dass die gängigen Automaten der Banken, die Berliner Volksbank ist eine positive Ausnahme, keine Stückelung nach Auswahl anbieten. Deshalb lasse ich stets die Kohle am Automaten raus um’se mir daraufhin am Schalter wechseln zu lassen.
Bei der Commerzbank Ecke Haupt-/Akazienstraße stand ich vor der Tür. Die Jalousien waren an der Zwischentür vom Vorraum heruntergelassen, das sah zu aus. Tatsächlich, zwischen 13 und 14 Uhr machen die Mittagspause, wie antiquiert. Obendrein war unter “Kassenzeiten” zu lesen, dass eben die nur werktags bis 13 Uhr wären, was ein Service.
Gut, also wanderte ich rüber zur anderen Commerzbankfiliale neben Strauss Innovation, aber auch dort machten’se beamtliche Mittagspause. Die Postbank wäre eine weitere Möglichkeit, doch keine Ahnung woher die ihre Banknoten beziehen oder ob’se deswegen bei der Bundesbank Rabatt erhalten, die Scheinchen von denen sind meistens zerknittert und total abgegriffen.
Zwei Schweizer und ‘n Zwiebelbagel bezahlte ich bei der Bio Company und radelte ein paar Meter weiter zur Deutsche Bank. Ganz großes Kino, die hatten nicht einen einzigen funktionierenden Geldautomaten in Betrieb. An einem der Automaten der Berliner Bank nebenan vergewisserte ich mich, dass ich mit meiner Postbank-Karte ebenfalls kostenfrei abhebe und drehte mich mit den 300 Euro in der Hand, inklusive zwei grünen Scheinen, kurz später zu den beiden Damen hinter mir um. Von wegen, nein, sie könnten mir kein Geld wechseln. Das nächste Mal solle ich lieber den rechten Atomaten nehmen, weil der angeblich nichts Größeres als Fünfziger ausspucke, gab mir eine der Berliner-Bank-Mitarbeiterinnen als Tipp auf den Weg.
Überhaupt, wie doof von mir, zu erwarten, dass ‘ne Bank mit Bargeld hantiert, ist doch keine Wechselsstube. Also ging ich zurück zur Deutsche Bank, wartete einen Moment und die sehr freundliche Bankangestellte wechselte mir die 300 in 20er, 10er und 5er, wat is’ das heutzutage alled kompliziert.

‘N “Notausgang”s-Schild hat irgendjemand unten mit einem Kabelbinder befestigt, dort, wo ich immer mein Rad abstelle. Notausgang zu was, frage ich mich. Notausgang zu der Souterrain-Wohnung, die eigentlich als Gewerbe zu vermieten ist, sonderbar. Wahrscheinlich will einen die dämliche Hausverwaltung nur wieder ärgern. Fünf Jahre lang war da kein Notausgang, wie albern.

Heute Abend gegen 18 Uhr werde ich in der Arndtstraße vorbeigucken und A. dabei helfen einen Schrank ins Vierte zu wuchten, ‘n Rollcontainer. Die Gewobag macht bei denen gerade die Fassade, ohne dass’e es vorher ankündigten. Fenster streichen steht wohl ebenfalls noch an, das Gerüst steht schon teilweise. Jetzt weiß’e och warum plötzlich zwei Hansel vor ihrem Fenster aufgetaucht waren, sie wohnt im vierten Obergeschoß. Da ham’se offensichtlich geguckt gehabt, was alles zu tun ist, im Korb eines Steigers.

1&1 ist echt ‘n Schw#ineverein. Auf E-Mails, egal ob direkt oder über das Kontaktformular, reagieren’se garnicht, das tolle “1&1 Surf & Phone Flat SPECIAL”, was es gestern Abend nur noch wenige Stunden gegeben haben sollte, wurde natürlich verlängert. Den Router, welcher viel günstiger über iBäh zu haben war, ham’se in dem Zuge um zwanzig auf 29,99 Euro runtergesetzt. Nein, so eine verlogene Marketingsch#iße kann ich ned ab. Übrigens erheben’se für die Zusendung des Teils weiterhin krasse 9,60 Euro an “Versandkosten-Pauschale”.

Die Bude sieht aus wie Hulle, da werde ich gleich das Saugschwein um die Kleiderberge herumscheuchen, Zeit wird’s.

Update 01.09.2010 19:32 Uhr

Der Schrank war ‘ne schnelle Nummer. Mit zwei Spanngurten hatte K. den auf’m Dach des alten blauen Golf Variant von seinem Nachbar in Reinickendorf befestigt. Vorher schlürfte ich einen Cappuccino im Heidelberger Krug.
Das Haus ist inzwischen voll eingerüstet, so dass es wahrscheinlich morgen losgehen wird. Rund um den Chamissoplatz stellte bloc inc. gerade Schilder, mit dem Rad über Kopfsteinpflaster is’ ätzend.

Der Hausmeister-Futzi sprach mich vorhin an, als’er sah, dass ich losmachte. Er fragte, ob dies mein Fahrrad wäre und sachte, dass das ein Notausgang wäre. Ich wurde schnippisch und kommentierte, dass dies absoluter Schwachfug sei, das fünf Jahre lang kein Notausgang war und mein Rad dort ohnehin nicht stören würde. Sei’s drum, dahinter steckt die bescheuerte Hausverwaltung bzw. die Alte vom Hausbesitzer, die den Mietern das Leben schwer machen möchte, W#xer ey.
Die neuen Fahrradständer vorne sind och voll der Witz. Die sind dort völlig fehl am Platz und weil’se wieder sparen wollten, haben’se die Kinderradgröße genommen. Sprich, auf den ersten Blick finden dort sechs Fahrräder Platz, drei pro im Pflaster fixierter Ständer. Tatsächlich sind die so dämlich positioniert, dass der ganz Rechte eh schon wegfällt, weil dort das verlotterte Holzdingensbumbs des Mülls angrenzt. Egal, wenn überhaupt, passen dort drei Räder hin.

 

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