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Ronny Roger • Montag, 30. August 2010 1706 Uhr • Category: Berlin,Family

Die Bahn spricht Englisch, das finde ich gut, aber wie das so ist, wenn Leute eine Sprache sprechen, welche sie nie lernten, es hört sich teilweise wahrlich grauslig an. Manchmal dürften das selbst Native-Speaker nicht verstehen.

Im Zug sitze ich und es geht retour nach Berlin. 16:02 Uhr war planmäßige Abfahrt, der ICE 598 verspätete sich um wenige nicht erwähnenswerte Minuten.
Alleine fahre ich, niemand wollte mit. Gestern Abend stellte ich die Fahrt von Göttingen über Hildesheim und Braunschweig ein. Klar hatte ich och ein paar Anrufe, die meisten kamen, als ich mich auf der Autobahn befand. Trotzdem, nein, die können mich alle ‘mal kreuzweise. Überwiegend waren’s Mitbürger mit Migrantenhintergrund, die den aufgerufenen Preis drücken wollten. 30,- Euro hatte ich angegeben und nachmittags auf 25,- Euro runterkorrigiert. Nicht mit mir. Feilschen können’se gerne auf’m Bazar, aber ‘ne Bahnfahrt im ICE, die schnellstmögliche Verbindung zwischen Göttingen und Berlin, 2 Stunden und 19 Minuten, für 30 statt regulär 74, das halte ich für fair. 0176 61681380,0163 7776961, 0152 21518112, 0176 61703095, 0163 7753119, 0176 38338208, 0176 4006752, 0177 4491273, 0152 26228778, 0176 62601227, 0176 84006752, 0176 36542451 waren die Telefonnummern des Tages.
Oftmals konnte ich garnicht rangehen, weil die Strecke nach Göttingen echt unangenehm zu fahren ist. Eine Baustelle folgt der Nächsten, anstrengend.

Kurz nach sechs in der Früh stand ich auf und huschte ins Bad. Eine Schüssel Kölln-Knuspermüsli frühstückte ich. Nein, auf das Fahrrad verzichtete ich, es war wie gehabt trübe, naß und regnerisch. Mit der U6 ging’s bis Stadtmitte, wo ich zur U2 zum Alexanderplatz rübermarschierte.
Den VW T5 sah ich schon vor der Tür neben dem Reisebus stehen, HH-JK 7566. 29,- Euro pro Tag steht hinten am Heck, dass ich nicht lache. Unter dem Sternchen fand sich die Einschränkung, eben nur nach Verfügbarkeit, ohne Vollkasko und mit 50 Freikilometern. 219,- Euro war unser Tarif, Einweg, inklusive 500 Kilometer, von denen wir gut 380 benötigten.

Ohne Navi ist das nicht besonders komfortabel, den Routenplan von Google Maps hatte ich mir ausgedruckt. Mein beifahrender Navigator war damit teilweise gewohnt überfordert, aber wir schafften es trotzdem, inklusive kleinem Umweg über die Dörfer nach Hildesheim.
Berliner Berufsverkehr, kein Spaß ist das. Vom Alex kürzte ich über die Gruner und Friesen ab, vor der Abfahrt Detmolder Straße staute es sich auf der Stadtautobahn. Pücklerstraße 24, ich fand’s ohne Umwege. Die beiden waren kurz nach acht noch nicht da. Irgendwie hätten’se zwei U-Bahn-Stationen laufen müssen, warum och immer.
Wir luden das Zeugs ein, ‘n Regal, einen Tisch und Krimskrams und auffi ging’s.
Der Europcar-Mitarbeiter in Göttingen kam garnicht mit den drei Accor A-Club Vouchern klar, die hätte er noch nie gesehen. Nichts Neues bei Europcar. Nein, die könne er nicht annehmen und ich musste erst protestieren bis er den Telefonhörer in die Hand nahm und bei der Anmietstation am Alex anrief. Die a#schige Tussi behauptete nun aber plötzlich, ich hätte das garnicht angesagt eben diese Gutscheine verwenden zu wollen, was zum einen schlicht gelogen war und zum anderen keine Rolle spielt. Sogar bei Reservierung in Schöneberg bekundete ich dies bereits. Keine der beiden Damen hatte das in dem entsprechenden Datensatz vermerkt.
Also musste ich erst unnötig diskutieren, bis sie dem Typ in Göttingen telefonisch erklärte wie er das handhaben sollte. Eine Minute dauerte das, fertig. Was die sich dämlich anstellen können, Europcar, verdammt. Der Restbetrag von 99,- Euro ging auf J.s EC-Karte, was auch erst nach Nachfrage bei einem Kollegen möglich war. Kein Plan von garnichts haben die bei Europcar und irgendwie lässt einen das Gefühl ned los, abgezockt zu werden, obacht! Yut, letztlich wurde alles gut. Gespart haben wir nicht wirklich viel, mit einem Firmentarif wäre ich ähnlich gefahren.

Nach Abgabe des Transporters kurz vor 15 Uhr bekam ich ein Subway-Menü spendiert, vegetarisch, und Kaffee. Den Cookie nahm ich als Proviant für die Zugfahrt mit. Fein, gut war’s.
Seine Bude im Erdgeschoss, Hausnummer 8, ist so garnicht mein Fall, furchtbar, aber er tickt da och anders. Ich brauch’s gemütlich, schön, aufgeräumt und sauber. Er hat da irgendwelche ollen Möbel drinne stehen und das Meerschwein hüpft da ebenfalls noch rum. Neh, neh, neh.
Promovieren tut’er, in der Fahrradstadt, drei Jahre wird’s dauern. Arabisch wird’er dabei lernen und das Wochenende nach Berlin pendeln.

Die andere Partei is’ in der Früh nach mir nach Rostock gestartet, wo’se hoffentlich den Ford zum Meister bringt, um den halbplatten linken Vorderreifen endlich richten zu lassen. Mit’m Firmenwagen is’e heute Abend spät zurück und fliegt morgen sonstwohin. Viel unterwegs is’e, jede Woche sonstwo in deutsche Land, meist in der Nähe von Frankfurt.

Mein Notebook tut’s gerade wieder, also der Bildschirm, welcher so gerne schwarz wurde. Kopfhörer vergaß ich dummerweise, kein Film gucken, schade. Aber macht nüschts, in’er guten Stunde simma scho’ wieder in der Hauptstadt.
ICE ist toll, ruhig und schnell. Jeder zweite Platz ist belegt, auf fast jedem Tisch steht mindestens ein Note- oder Netbook. Apropos Notebook, brauch’ ich och, mit Windows 7, schnell und so. Mal gucken, wann’s wieder ‘n gutes Angebot gibt. Auf jeden Fall werde ich mir nie wieder ein IBM/Lenovo Businessgerät zulegen, das Ding bereitete mir schon viel zu viel Ärger.

 

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