Bis auf einen Fuß hab’ ich’s mir erspart die Teile wegzuschleppen, aber die Schilder landeten allesamt in dem Hunde-Aa-Streifen. Der Dämonenball war ganz schick, ich radelte hin und zurück. “Sweet Child o’ Mine” spielte er mir, yeahhh.
Update 18.07.2010 16:27 Uhr
Emmi Rizau Lait Framboise, fein. Ich sitze, ziemlich uncool, in Slip und Socken am Schreibtisch. Aufgestanden war ich spät, aber schon vor vielen Stunden. Mit dem Dämonenball ist das immer so eine Sache. Einmal is’es schick, ein andermal doof. Vergangene Nacht fand ich’s ganz in Ordnung.
Mit der U-Bahn is’es stets nervig – komische Leute, lange Wartezeiten, beides Dinge, welche ich nicht abkann. Deshalb schwang ich mich irgendwann vor Mitternacht auf meinen Drahtesel. Aufgrund leichten Vorglühens hatte ich schon ‘n bisschen einen im Tee, aber macht nix, denn die Polizei sieht mich eh nicht, weil ich nachts selbstverfreilich ohne Licht unterwegs bin.
Der Alkohol-Konsum auf den Straßen Deutschlands, zumindest in den Großstädten, sollte verboten werden. Denn wie das so ist mit den Deutschen, sie benötigen Reglementierung, überall und jederzeit. Niemand kümmert sich um die Glasscherben von Bierflaschen auf Geh- und Radwegen, weder der Bürgermeister, noch die BSR, noch Ordnungsamt, noch Polizei, niemand. Die betrunkenen Vollspacken scheren sich ebenfalls einen Dr#ck um ihre Mitmenschen. Den Flaschenwerfern sollte’ma die abgeschlagene Bierflasche in ihre sch#iß Fr#sse rammen, A#schlöcher. Was ich schon an Zeit und Geld verloren und Ärger hatte, eben wegen Scherben, und ich bin nur einer von Millionen Radfahrern, das geht auf keine Kuhhaut. Aktion, Reaktion, Sachbeschädigungen müssen Konsequenzen haben.
Wie dem auch sei, ich schaffte es tatsächlich ohne Platten bis zur Jannowitzbrücke, schloß oben rechts von der Treppe runter das Fahrrad an, zahlte den Obolus von sechs Euro passend, sachte hier und da Hallo, holte dem Hänschen ein Radler mit Sprite, mir ‘ne Wodka Cola light as usual, ein Schwätzchen hier und da, trotz des Sommers war der Dämonenball recht gut besucht, dennoch nicht unangenehm voll, es passte.
Musikalisch war’s durchwachsen, die üblichen Verdächtigen legten auf, ich pendelte zwischen hinten und vorne und blieb in Bewegung. Irgendwann wurde es hell. Auf’m Bumm-Bumm-Floor hatten’se den Vorhang auf die Seite gezogen und es ging raus ans Wasser.
Achim ist Rentner. Zahlen muss’er, nach seiner Aussage, nichts an den Club, “Pachttoilette” würde eben nur heißen, dass er die sauber halten müsste, für Klopapier und Handtücher sorgen, so eben. Manchmal würde sich das garnicht rechnen, jammerte er. Das glaubte ich ihm nicht. Fünfzig Cent gab ich ihm, obwohl ich das für keineswegs unterstützenswert halte. Dem Chefe lief ich über’n Weg, der ließ sich morgens blicken. Gegen sechs Uhr, zwischen fünf und sechs leert sich das immer rapide, radelte ich heimwärts.
Sechs Euro für ‘ne Billig-Wodka-Cola-light, es waren einige, finde ich immer noch hammer unverschämt, immerhin ist das blonde Mädel als einzige unter dem Barpersonal fit. Abgesehen davon: Schee war’s.
Update 19.07.2010 13:40 Uhr
Brav ham’se die Schilderlein wieda aufgestellt.
Update 20.07.2010 02:21 Uhr
Die Cineblock-Schilder sind voll leicht, acht Stück, also nur die vom vor’m Haus, beförderte ich auf so’n Häuschen, keine Ahnung ob Strom oder Telekommunikation, wo vorne gelegentlich ‘mal irgendwelche Penner Schutz suchen. Ein oder zwei gab ich ‘nen zu starken Schubs, die fielen auf der anderen Seite wieder runter. Blöd, weil das verrät, wo die anderen abgeblieben sind. Ich hatte dann och keine Lust mehr die nochmals anzupacken, “Lad’ Deinen Müll woanders ab!”. Wahrscheinlich wird inzwischen eh schon irgendein Anwohner die Polizei gerufen haben, weil das schon ordentlich schepperte, als die Teile landeten. Das soll’s damit och gewesen sein, die Film-Futzis sind zwar ‘n Haufen Idioten, aber die von der Straßenverkehrsbehörde eben auch.
Update 20.07.2010 14:12 Uhr
Aber klaro, die Schilder stehen, als wäre nichts gewesen. Vor’m Haus von olle Til stand vorhin ‘n langer Avis Iveco Daily. Zwei Heinis in Weiß kärcherten und putzen die Fassade vom Haus rechts neben der 59.

