Schrecklich! Was war ich erleichtert, als ich links um die Ecke in die Arndt abgebogen war, außer Sichtweite. Eine Bekannte und Ex-Kollegin hatte zum Geburtstagsumtrunk an den Chamissoplatz 1 ins Wohnzimmer geladen. Als ich gegen halb acht, der Regenschauer war schon vorbei, rüberlief, bäumte sich alles in mir auf, sträubte sich. Das ist nicht mein Ding, weder diese Tapas-Bar noch die Leute, zum Großteil langweilige Spießer, es ist eine andere Welt, kenne ich, mog i ned.
Ich schenkte ihr ein irisches Glücksschaf, trank zwei Gläser Cola light, verabschiedete mich und suchte das Weite, soweit die Kurzform. Immerhin hatte ich fast zwei Stunden ausgehalten. F. und S. wohnen immer noch in der Großbeerenstraße, nun bereits acht Jahre, S., welche im Spätsommer ihren Geburtstag in Ösiland feiert, gelegentlich reitet, erzählte von ihrem einwöchigem Urlaub auf der Motoryacht von Roland Emmerich, wie ihnen in jeder Sekunde der Popo nachgetragen wurde, den Ausflügen auf die Inseln um Phuket, stets begleitet von einer Armada an Dienern, von Lobster, Lamm, eben von all dem, was ein Normalsterblicher niemals erleben wird und vielleicht auch garnicht erleben möchte, Décadence deluxe.
Selbstverständlich wurde auch das Thema Lena und Grand Prix angeschnitten, denn Deutschland gewann gestern Abend den Eurovision Song Contest. Weder habe ich Lena noch den Song je gesehen oder gehört. Mir geht das komplett am Allerwertesten vorbei, genauso wie die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika.
23:38 Uhr stieg ich in die U6, ein MP3-Player ist ‘ne Wahnsinns-Erfindung. Denn die Musik schirmt ab und schützt vor den äußeren Einflüssen. Es war mein erstens Mal auf der Factory im Slaughterhouse und ansich fand ich’s ganz in Ordnung. Der Veranstalter macht das super. Musikalisch war’s leider ziemlich durchwachsen, eintöniges Gedudel, nicht meine Wellenlänge, langweilig, kaum positive Ausnahmen. Ich traf auf viele mir bekannte Leute, quatschte hier und da, kippte ein paar Wodka-Cola weg, zwischendurch Wasser, und war kurz nach 7 Sonntag Früh zuhause.
Boahhhr war das verdammt gute Mucke – auf’m Hin- und Rückweg von meinem MP3-Player. Yut, REMs “Drive” und, öhm, was war das nochmal, wozu ich gerne noch ‘n bisschen mehr herumgefegt wäre, aber die Fette mit ihren Freundinnen die Hälfte der Tanzfläche belegte, egal. Klar, der eine und andere coole Titel war noch dabei, aber mir war’s dann spätestens nach viere escht zu eintönig, Abwechslung Fehlanzeige. Wurscht wie, schick war’s, insbesondere das Licht hat mir, gerade im Hinblick auf die öden Blinkerdinger auf anderen einschlägigen Veranstaltungen, recht gut gefallen. Ganz großes Manko übrigens: No diet coke – aber immerhin Coca-Cola und ‘n gscheiter Wodka.
Lustig, wie Quassel den jungen Herrn, welcher irgendwie sehr gut drauf war, hinausbegleitete. Abgesehen davon, es gibt Leute, Mann, Mann, Mann, also so was von merkbefreit. Da war so’n Typ, ‘n langer Lulatsch, der die ganze Nacht immer irgendwie über und um die Tanzfläche herumkroch. Irgendwann hatte er dann seine Jacke auf der Schulter und ich dachte, ah, endlich, aber neh, es verging nochmal ‘ne Stunde, bis’er verschwand.
Cya, ‘n andermal. Dann bitte endlich mit Pizza, keine Ausreden!
SB @ So, 30 May 2010 08:00

