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Der Fall pinMAIL

Ronny Roger • Montag, 7. Dezember 2009 2205 Uhr • Category: Händel,Korrespondenz

Ich bin ‘mal wieder total baff, wie hammerunverschämt ist das denn! Mit den Pfeifen hatte ich schon einmal arge Probleme, aber das jetzt ist echt die Härte.

→ update 09.12.2009 15:13 →

Die PIN kann, ist, man benötigt einfach nur den korrekten Ansprechpartner, super! Also echt. Ich hatte soeben ein wirklich äußerst angenehmes wie auch durchweg konstruktives Telefongespräch mit der in dieser speziellen Angelegenheit – ich umschreibe es ‘mal mit ‘schwieriger Kunde’ – zuständigen Dame, vermutlich der Chefin vom Kundenservice. – Wir sind nun so verblieben, nichts anderes hatte ich im Sinn, dass ich mich zukünftig auf jeden Fall an sie direkt wende, falls erneut ein Problemchen aufkeimt. – Toll. Toll. Toll.

Öffentliche Klarstellung: Es ist falsch, dass man es mir nie recht machen kann. Das stimmt nicht, escht nischt. Für mancherlei Dinge bringe ich sogar sehr wohl Verständnis auf.

Im Übrigen zeichnet genau das einen guten Kundenservice aus: Kunde k#tzt rum, erstmal egal ob be- oder unbegründet, aber man nimmt trotzdem das eigentliche Problem und damit den Kunden ernst, Krisenintervention mittels positiver Kommunikation. Raus kommt, die negative Meinung des Kunden, welcher gerade noch den ganzen Laden wild verfluchte, wandelt sich in genau das Gegenteil, Zufriedenheit und damit einhergehend, Respekt.

PIN – schick es grün.

← update 09.12.2009 15:13 ←

Der Sachverhalt, Teil 1:

Ich habe einen Brief geschrieben. Es handelt sich damit um drei Blatt Papier, zweimal handelsübliches Kopierpapier, einmal etwas gewichtigeres Briefpapier. Die packte ich in einen herkömmlichen Briefumschlag mit Sichtfenster.
Da der Brief von Berlin nach Berlin geht, dachte ich mir, hey, verwende ich die Briefmarken der PIN Mail AG, welche ich in dem Ordner mit dem anderen Porto aufbewahre. So klebte ich also 2 × 45 Cent drauf, einmal mit dem Motiv der Pusteblume (erschienen: 15.01.2007), auf der anderen Briefmarke war’n Grashüpfer drauf (erschienen: 03.05.2007). Beide Briefmarken erwarb ich vergangenes Jahr (2008) zwischen Weihnachten und Silvester – dort, wo ich auch letzte Woche meinen Brief in die blaue Plastikbox einwarf, nämlich bei dem Spätkauf in der Eylauer Straße 3. Der Weg dorthin war es mir ausnahmsweise wert, weil ich sonst eh kaum Post nach Berlin verschicke bzw. in der Regel überhaupt keine große Lust verspüre extra für die pinMail einen zwanzigminütigen Umweg auf mich zu nehmen, weil man die pinMail eben nicht einfach nebenan bei dem gelben Kasten los wird.

Soweit keine besonderen Vorkommnisse. Die Geschichte geht gleich weiter. Davor beleuchten wir aber die Geschehnisse Anfang des Jahres, wo die PIN Mail AG auch schon überhaupt keine gute Figur machte.

Es war einmal:

——– Original-Nachricht ——–
Betreff: Ihr Neues Zustellgebiet seit 01.06.2008 / Erhöhung der Rückläufer- & Reklamationsquote
Datum: Wed, 14 Jan 2009 18:11:23 +0100
Von: [...]
An: PIN Mail AG Berlin <info@pin-group.net>

Sehr geehrte Damen und Herren,

nach einem Kurztrip in die Hauptstadt der Briten musste ich vergangene Woche u.a. einen Briefumschlag der PIN Mail AG im meinem Briefkasten vorfinden. Herr/Frau Ihre PIN Mail AG schreibt mir, “dass die PIN Mail AG seit 01.06.2008 ein neues Zustellgebiet hat”.

Weiter heißt es: “Sie erhalten Ihre Sendung mit einer aktuellen Übersicht zurück. Außerhalb dieses Gebietes erfolgt durch uns keine Zustellung”.

Anbei erhalte ich neben wenigen Postkarten, welche ich vergangenes Jahr abgesendet hatte, ein Blatt Papier bzw. eine Kopie mit dem Titel “Zustellgebiete für Briefsendungen der PIN Mail AG national” aus welcher sich die “Zustellgebiete” ableiten lassen sollten, da in der Legende zu der Deutschlandkarte und dem nicht grau unterlegten Rest-Deutschland “Portowert Deutsche Post AG” zu lesen ist, ferner in der Fußnote, “dass ausserhalb der PLZ-Bereiche 10000-14199 keine Zustellung an Postfachfachadressen realisiert werden kann!”

Mit “Portowert Deutsche Post AG” ist offensichtlich gemeint, dass in dem Gebiet keine Zustellung durch die PIN erfolgt.

      Die Vorgeschichte:

Alljährlich versende ich zum Happy New Year zahlreiche Postkarten, in der Anzahl variierend, aber immer mindestens 24 Stück, an nette Menschen aus meinem Bekanntenkreis und/oder Verwandtschaft – ein Neujahrsgruß eben.

Hier sei erwähnt, dass ich diese Postkarten bereits seit 2004 mit der PIN versendete, früher nur für Berlin, dann auch nach Köln, vorvergangenes Jahr musste ich endlich nicht mehr trennen und die PIN-Post ging nach ganz Deutschland.

Über die Webseite der PIN AG informierte ich mich stets vorher, wo die Briefmarken zu erwerben sind, die Postkarten abzugeben waren und wohin PIN (aktuell) verschickte. Meistens bin ich dann entweder in der Potsdamer Straße 90 oder in der Bismarckstraße gelandet.

Dieses Jahr habe ich insgesamt 40 Postkarten drucken lassen. Über die Webseite www.pin-ag.de erfuhr ich sodann, dass die Briefmarken (45 Cent brutto) dasselbe kosten wie die der Deutsche Post AG.
Nichtsdestotrotz entschied ich mich erneut für PIN, weil PIN eben etwas anders ist, scheinbar modern, mir persönlich unsere PIN-Briefträger sympathischer sind und ich eben bei der Post eher an die langen Warteschlangen am Counter sowie die dauernden unangenehmen Versuche der Post-Mitarbeiterinnen dem Kunden noch irgend eine Postbank-Sache aufzudrücken, denke, als an Kundenservice und in der Tat gegebene Zuverlässigkeit.

Desweiteren fragte ich telefonisch bei PIN an, ob die Daten auf deren Webseite wirklich aktuell seien, denn sie werben ja mit “Mit uns sparen Sie bis zu 18% Portokosten ein!” (unter “Leistungen” & ohne Sternchen), was ja tatsächlich nicht korrekt ist, sofern ich (privat) sowohl bei PIN als auch bei der Post 45 Cent für eine Briefmarke bezahle. Nach dreimaligem Weiterverbinden konnte mir eine Mitarbeiterin die Angaben auf pin-ag.de bestätigen. Schade.

Weiter suchte ich mir über den Menüpunkt “Filialfinder” den nächsten “Shop” heraus, um die Briefmarken zu erwerben:

      Tabak-Zeitschriften-Lotto-Toto Hoh
      Bergmannstr. 10
      10961 Berlin

Diesbezüglich erlaube ich mir erstens Ihnen die (Wikipedia-) Definition des Begriffs “Filiale” zu zitieren: “Eine Filiale (von lat. filia, die Tochter) ist eine örtliche Niederlassung eines Unternehmens, in der Regel eines Handelsunternehmens oder einer Bank. Rechtlich wird die Filiale als Betriebsstätte betrachtet”.

Zweitens ist der Kiosk, das Büdchen, berlinerisch auch Spätkauf genannt, in der Bergmannstraße 10 eben das und weder eine “Filiale” noch ein “Shop” der PIN Mail AG.

Drittens vertreibt dieser Kiosk weder irgendwelche Briefmarken noch bietet er im Namen oder im Auftrag der PIN Mail AG Dienstleistungen an.

Also bemühte ich erneut den Online-“Filialfinder” und machte mich mit meinen Postkarten auf den Weg zu …

      Zeitungen Akguel
      Eylauer Str. 3
      10965 Berlin

… welche mich auf wiederholte Nachfrage mit Briefmarken mit den (alten) Motiven Pusteblume und Grashüpfer bedienen konnten, welche sie aus einem verstaubten Tupper kramten. Im Folgenden habe ich die Briefmarken aufgeklebt und den frankierten Stapel Postkarten abgegeben. Letztes Jahr. Alles schön.

      Fehlanzeige.

Denn da war ja, oh Happy New Year, die Post von PIN sowie meine Postkarten, welche die Empfänger nicht erreicht hatten. Ein paar davon habe ich zurückerhalten und der Rest, bis auf die, welche an Berliner Adressen adressiert waren? Verschwunden.

      Fassen wir zusammen:

Ich habe Zeit und Geld investiert Postkarten drucken zu lassen, zu beschreiben, ausreichend zu frankieren und abzuschicken. Einen Teil meiner Neujahrsgrüße haben jedoch nie ihre/n Empfänger/in erreicht. Sprich, nicht nur habe ich Zeit und Geld verschwendet – bzw. um es treffend auszudrücken: Ich wurde offenbar darum betrogen – nein, auch wurden meine persönlichen zwischenmenschlichen Grüße nicht weitergeleitet und demnach blockiert. Gar nicht nett.

      Und das ist so keinesfalls in Ordnung.

Deshalb wählte ich vergangenen Dienstag, 06.01.2009, die Telefonnummer aus dem Schreiben der PIN Mail AG an, schilderte kurz die Sache, wurde weiterverbunden, umriss ein weiteres Mal das Geschehnis und wurde daraufhin nochmalig, und zwar zum “Vertriebs-Innendienst”, verbunden.

Dem Herrn am anderen der Leitung teilte ich sodann unmissverständlich mit, dass ich nicht gerade davon angetan bin mir Arbeit zu machen, lieben Menschen eine Karte zu schicken, welche dann aber nicht zugestellt wird. Und das obwohl ich doch genau dafür bezahlt hatte. Ich meine, hätte & wenn: Wenn ich die Briefmarken der Post genommen hätte, dann hätte ich einfach nur nach dem Porto-Ordner hier greifen müssen, damit mir u.a. die Recherche und den Gang zu den “Shop”s erspart und obendrein hätten meine Postkarten rechtzeitig die Empfänger erreicht und diese erfreut.
Wo meine Postkarten gelandet sind, welche weder Empfänger noch Absender erreichten, darüber vermochte mir der “Innendienst” keine Auskunft zu geben und argumentierte weiter, dass es ja schon lange bekannt sei, dass die PIN nur noch (O-Ton) “in die Ex-DDR” zustellt und sie außerdem nichts dafür können, dass alle ihre “Partner pleite” gegangen seien.
Zudem wäre ihr Partner (= Kiosk) angehalten die Kunden über das neue beschränkte Zustellgebiet zu informieren. Die PIN hätte mit diesen Briefmarken folglich nichts zu tun und verkaufe diese nur einfach weiter. Selbstverständlich könne er die Briefmarken nicht zurücknehmen, weil er sonst Verlust mache. Was damit passiere, darauf hätten sie ja ohnehin keinen Einfluss und Verantwortung dafür tragen sie schon gar nicht. Viele hanebücherne Ausreden eben.
Weiter merkte ich an, dass man die Angelegenheit mit dem Zustellgebiet dann doch zumindest auf der PIN-Webseite veröffentlichen solle. Denn dort ist wirklich nirgends – bis heute – etwas zum Zustellgebiet zu lesen. Im Gegenteil:

“Hier ist ein Briefdienstleister gefordert, der Geschwindigkeit- und Gewissenhaftigkeit vereint: PIN. [...] Was soviel Zuverlässigkeit kostet? Ungewohnt wenig. Ihre Briefe, Zeitungen und Zeitschriften sind bei PIN in den besten Händen. [...] Doch noch mehr freut uns, dass Qualität mit Quantität einher geht.”

Unter dem Reiter “Zahlen und Fakten” lesen wir sogar “Bundesweite Briefzustellung”!

Als der Herr vom Innendienst dann meinte, dass aus folgender Grafik wohl deutlich hervorginge, dass die PIN nicht in ganz Deutschland (siehe Karte von ganz Deutschland) zustelle, und weiter der Ansicht war, wenn ich ein Problem hätte, solle ich mich gefälligst an den “Partner” (= Kiosk) wenden, meine Kritik in keinster Weise anerkannte und überhaupt nicht verstehen wollte, habe ich ihm noch einen schönen Tag gewünscht und das unmögliche Gespräch beendet.

http://www.pin-ag.de/fileadmin/user_upload/Kopfgrafiken/karte-preisrechner_01.jpg

Leider habe ich erst als der Hörer bereits aufgelegt war “A#schloch” ausgerufen. Unglaublich, unglaublich, wie Banane ist das denn?! Hakt’s oder was? Ja geht ja gar nicht.

Ein simpler Zusatz in deutlich lesbarer Schrift klar und plausibel ersichtlich wie beispielsweise “Die PIN-AG versendet aktuell nicht nach West-Deutschland” oder Ähnliches wär’s gewesen und ich müsste hier nicht meinen berechtigten Unmut über Sie, Ihre mangelnde Kommunikationspolitik und fehlenden Kundenservice in diesem vermeidbaren Problem kundtun.

Damit wir uns nicht missverstehen: Mir geht es nicht um das lächerliche Porto und ich schreibe ihnen nicht aus Langeweile, was ich eh schon dauernd aufgeschoben habe, nein, es ist einfach wahrlich frech, anmaßend oder um das gängige Wort in Sachen Kundenverhältnis zu verwenden: Das ist eine Unverschämtheit Ihrerseits. Und natürlich, Sie haben richtig vermutet: Es geht um’s Prinzp ;-).

Ich erwarte daher weiterhin, dass Sie mir zumindest 10 Briefmarken im Gegenwert von 4,50 Euro (brutto) ersetzen. Die Forderung nach Entschädigung für meine verlorenen Postkarten und den damit verbundenen Ärger behalte ich mir vor, gesetzt den Fall Sie verweigern mir zeitnah eine äußerst freundliche postalische Entschuldigung und die umgehende Erstattung von 4,50 Euro.

Meine Bankverbindung erhalten sie auf Email-Nachfrage. Adresse siehe unten.

Was habe ich schließlich mit den Postkarten gemacht, welche Sie mir zurückgeschickt hatten? Jawohl: Eine Briefmarke der Deutsche Post AG daneben geklebt und direkt ab damit in den gelben Kasten, Neujahrsgrüße lange nach Neujahr, Glückwunsch.

Und damit herzlichen Dank für Ihre Glanzleistung. Ganz toll.

Mit freundlichen Grüßen
[...]

——– Original-Nachricht ——–
Betreff: [Fwd: Ihr Neues Zustellgebiet seit 01.06.2008 / Erhöhung der Rückläufer- & Reklamationsquote]
Datum: Tue, 27 Jan 2009 00:59:19 +0100
Von: [...]
An: PIN Mail Aktiengesellschaft mit Sitz in Berlin <info@pin-ag.de>

Sehr geehrte Damen und Herren,

also ein bisschen mehr Einsatz für Ihr Unternehmen hätte ich schon erwartet, aber die totale Ignoranz Ihrerseits, keinerlei Rückmeldung, null Feedback, als wäre alles in schönster Ordnung, nein, das geht so nicht.

Aber immerhin haben Sie auf meine Kritik hin die Grafik Ihres Zustellgebietes (unter ‘Leistungen’) auf Ihrer Webseite sowie den Link zu ‘aktuelles Zustellgebiet’ von der alten Grafik zu einer PDF-File geändert.

Das hilft mir aber nun nicht mehr weiter. Also, wo ist mein Geld?

Ja richtig, mein Geld, welches ich für Ihre Briefmarken verschwendet habe, wo ist es, denn ich will es wieder?!

Ah, noch ein Tipp: Diese Grafik bezüglich “In Worten: Qualität mit Brief und Siegel”, sprich “DEKRA getestet” mit der Registriernummer S0307001 sollten Sie auch ‘mal flux von Ihrer Webseite verbannen, weil weder “Zuverlässig” noch “Kundenorientiert” und “Bundesweit” schon gar nicht zutrifft.

Bis die Tage.

Mit freundlichen Grüßen
[...]

Mit Datum vom 26.01.2009 erfolgte eine Reaktion in Form eines großen Umschlages, inklusive zweier Zehner-Bogen 52-Cent-Ampelmännchen-Briefmarken. Damit war der Schaden zwar in keinster Weise ersetzt, aber ich deutete dies als freundliche Geste und ließ die Sache auf sich beruhen.

——– Original-Nachricht ——–
Betreff: Ihr Schreiben vom 26.01.2009
Datum: Tue, 27 Jan 2009 16:07:10 +0100
Von: [...]
An: PIN Mail AG <reklamationen@pin-ag.de>

Sehr geehrte Frau Kühl****, sehr geehrter Herr Buch****,

vielen Dank für Ihre freundliche Antwort.

Meine E-Mail von heute 0:59 Uhr betrachten Sie dann bitte als gegenstandslos.

Die verschwundenen (weil wohl teilweise ohne Absender) u.a. nach Köln & München adressierten Postkarten haben sich schon von daher erledigt, da es für “Happy New Year 2009″ jetzt ohnehin zu spät ist und ich diese auch nur dem Recycling zuführen würde.

Ich würde mich freuen, wenn es Ihnen irgendwann wieder möglich wird Ihr Zustellgebiet zu erweitern.

Danke ebenfalls für die Ampelmänner.

Mit freundlichen Grüßen
[...]

Der Sachverhalt, Teil 2:

Heute im Briefkasten, ein Umschlag von pinMAIL (04.12.2009).

PIN Mail AG | Servicecenter
Alt-Moabit 91 | 10559 Berlin
Telefon: +49 (0)30 / 57 79 78-800
Fax: +49 (0)30 / 57 79 78-169
E-Mail: info@pin-ag.de

[...] Annahmeverweigerung

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie erhalten heute Ihre Sendung zurück, da diese Briefmarken seit dem 01.09.2009 nicht mehr zur Beförderung gültig sind.

Wenn Sie Fragen haben, hilft Ihnen unser Service-Team unter der Rufnummer 0180 57462255* gerne weiter.

Wir danken für Ihr Verständnis.

Freundliche Grüße

Ihre PIN Mail AG

* 14 ct/Min. aus dem deutschen Festnetz
Dieses Schreiben wurde maschinell erstellt und trägt daher keine Unterschrift!

Boahr! Boahr! Boahr! Geht’s noch?! Briefmarken, welche Ihre Gültigkeit verlieren, wohl gemerkt ohne, dass dies auf den betroffenen Briefmarken vermerkt ist?! Die spinnen doch. Also werden ich dem Geistesprekariat aus Charlottenburg einmal wieder eine nette Protestmail schicken müssen, um die subilluminierten Hohlbratzen daran zu erinnern, dass’e in der Art und Weise keinenfalls mit ihren Kunden herumspringen können, schon gar nicht wenn ich es bin. S#uerei!

Aber vorher rufe ich dort jetzt an (17:10 Uhr).

——– Original-Nachricht ——–
Betreff: Annahmeverweigerung – Sie mich auch.
Datum: Mon, 07 Dec 2009 22:00:13 +0100
Von: [...]
An: PIN Mail AG <reklamationen@pin-ag.d>

Sehr geehrter Herr Dr. Stirl,

an sich hatte ich gehofft, ich könnte mir diese E-Mail sparen, Ihnen, mir und wem auch immer sie sonst noch auf dem Bildschirm landete. Drum wählte ich vorher die Telefonnummer Ihres Servicecenters:

      Mission failed.

[...]

Soweit keine besonderen Vorkommnisse.

Heute jedoch fand ich einen Umschlag von Ihnen in meinen Briefkasten. Absender war die PIN Mail AG. In dem Umschlag fand sich wiederum mein Umschlag, absolut korrekt adressiert, welchen ich vergangene Woche abschickte und der eigentlich längst bei Gericht hätte eingehen müssen.
In einem unpersönlichen Schreiben – inklusive Adressfehler – teilen Sie mir diesbezüglich lapidar mit, dass die Briefmarken ungültig seien. Aha.

Frau Bernsto*** unter der Durchwahl 800 schilderte mir sodann den Grund dieses Klamauks. Scheinbar seien gefälschte Briefmarken im Umlauf gewesen, welche zum halben Preis verkauft wurden, weshalb der Geschäftsführer entschieden haben soll, ausgerechnet jegliche Pusteblumen- und Tierbriefmarken, ergo die meinigen, für wertlos zu erklären. Wow.

Auf so einen Blödsinn muss man erst ‘mal kommen. Ich meine, das wäre wie wenn Jean-Claude Trichet hergehen würde und insgeheim intern verkündet, dass der Euro von gestern, welcher vielleicht diese und jene neuen Sicherheitsmerkmale bislang nicht erfüllte, wurscht warum, ab sofort nur noch als Toilettenpapier tauge. Obwohl, hygienisch wäre was anderes.
Nebenbei, sicherlich und zweifelsohne gibt es ebenfalls gefälschte Vignetten, Führerscheine, Personalausweise, Konzerttickets, Doktortitel, vielleicht auch Briefmarken der Deutsche Post AG und so fort – und davon soll nun – ohne Prüfung, Stichwort Generalverurteilung – pauschal jedes einzelne Exemplar nichtig sein, weil sich irgendein Trottel dazu berufen fühlte und sich folglich allen Ernstes erdreistete so ‘nen albernen Humbug vom Stapel zu lassen? Oha.

Sei’s drum, die Mitarbeiterin des Servicecenters entschuldigte sich mit dem Hinweis, dass sie doch alle Geschäftspartner informiert hätten und sie es gar nicht verstehen könne, warum der PIN-Partner mich nicht darauf hingewiesen habe. Déjà-vu, es war exakt dasselbe einfältige Geschwätz, was ich mir bereits bei meinem letzten telefonischen Kontakt mit PIN, Anfang Januar, falls Sie sich erinnern, anhören musste.

Bullsh#t! Auf der PIN-Webseite ist die letzte News-Meldung vom 15. Juli 2009 und diese beinhaltet nichts, null, nada, zum Thema ungültiger Briefmarken.

Desweiteren ließ mich die freundliche Dame wissen, dass ich mit den Briefmarken aus meinem Hefter sowie denen auf dem Umschlag und auf jeden Fall mit der entsprechenden Rechnung – wer zum Henker lässt sich bitte privat in ‘nem Kiosk eine Rechnung ausstellen, sofern man’se eh nicht abzusetzen vermag – einfach die alten Briefmarken umtauschen könne. Im Klartext: “Ach, Sie haben eines unserer Produkte erworben, haha, dämlicher Kunde, sind Sie doof!” Ohne die nicht vorhandene Rechnung sei dies nämlich keinesfalls möglich, dafür solle ich Verständnis aufbringen, weil die PIN Mail AG gefälschte Briefmarken nicht von echten Briefmarken unterscheiden könne. Glückwunsch.

Werter Herr Dr. Stirl, nein, das tue ich nicht. Im Übrigen entscheide ich stets selbst, für was ich Verständnis aufbringe und für was nicht und erachte es weiterhin für schlicht distanzlos wie anmaßend sich für etwas im Vornherein zu bedanken, was es bei mir definitiv nicht gibt.

Überhaupt, was eine unverfrorene Frechheit und absurdes Geschäftsgebaren ist es, von mir als Kunde zu verlangen sonstwo hinzulatschen, gar die Briefmarken von meinem und hernach unbrauchbaren Briefumschlag auszuschneiden, um das zu bekommen, wofür ich längst bezahlte!

Nebenbei, mir ist momentan nicht klar, ob Ihr Schmierentheater rechtens ist. Sie werden Ihre Entscheidung freilich durch Ihre Juristerei gejagt haben, was mir dennoch total latte ist, denn ich fühle mich im Recht und damit basta. Damit haben Sie schon verloren.

Die PIN Mail AG garantiert “Zuverlässigkeit”, meinen “Brief in kurzer Zeit [...] zu transportieren”. Davon habe ich erneut nichts mitbekommen. Mein Brief liegt hier, obwohl ich ihn schon vor einer Woche auf den Weg schickte. Er erreichte den Empfänger – 4,5 Kilometer entfernt – bis heute nicht.

Überhaupt, was ein hanebüchener Irrsinn! Statt dass Sie meinen Brief einfach zustellen, packen sie den in einen anderen Umschlag und schicken’n mir zurück. Der simple Weg vom Absender zum Empfänger hätte für alle Beteiligten eine erhebliche Arbeitserleichterung bedeutet. Aber nein, sie wollen unbedingt so ‘ne linke Tour schieben, Kunde ärgern, ach wie witzig. – Wie Sie lesen, damit sind’se bei mir an der genau richtigen Adresse.

Von daher erwarte ich umgehend die Abholung meines Briefes, welcher ausreichend mit 90 Cent frankiert ist, sowie korrekte Ablieferung in der Invalidenstraße. Sprich, ganz normal, das, was man eben von einem in der Postbranche/Briefbeförderung tätigen Dienstleister so erwartet.

Macht Ihnen das im Jahre 2009 solche Probleme?

      Das war eine rhetorische Frage, danke.

Darüberhinaus wäre es total nett von Ihnen, wenn Sie meine Ampelmännchen in echte und gültige Briefmarken der Deutsche Post AG austauschen. Sehr gerne komme ich für die entsprechende Differenz auf.

Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen
[...]

08.12.2009 13:14

Wenn ich mir hinterher, sofern ich vor dem Versand keine Nacht drüber schlief, meine Schreiben durchlese, denke ich gelegentlich, olala, böhhhse. Es ist eben ‘ne Momentaufnahme. In dem Moment des Tippens rege ich mich auf, zumeist nicht grundlos. Manchmal würde ich gerne ein wenig Schärfe herausnehmen, was im Nachhinein natürlich nicht möglich ist, schon gar nicht beim geschriebenen Wort. Wie dem auch sei, bis zum jetzigen Zeitpunkt habe ich noch niemanden mit meinen Worten umgebracht und keine der Reaktionen schaffte es mir die Beine wegzuhauen. Bis einer weint – und ich bin’s nicht.

Die Reaktion:

10:34 Uhr erreichte mich Wiebke Kühlmann von der PIN AG telefonisch. Frau Kühl**** mag ich. Weil sie sich kümmert, ohne unnötiges Laber-Rhabarber vorweg oder hinterher. Leider hatte ich ihr Schreiben vom Frühjahr verbummelt, sonst hätte ich sie direkt angerufen, statt mir die Mühe zu machen ‘ne ewig lange Mail zu texten.
War nicht, weshalb mein Anliegen eben erneut bei Frau Kühl**** landete, welche sich folgend bei mir nach einem Zeitfenster für eine Extra-Tour erkundigte, wann PINmail meine Post abholen könne. Trotz meiner nicht besonders netten Worte, war sie sehr zuvorkommend, professionell eben. Respekt.
12:30 Uhr stand der PIN-Bote bei mir im Treppenhaus, gleichermaßen ein sehr freundlicher Mitarbeiter der grünen Post. Nun hoffe ich nur, dass mein Brief, welchen ich in die Box warf, die er mir hinhielt, jetzt wirklich ankommt, trotz der beiden alten Briefmarken. Wenn nicht, dann habe ich gegenwärtig zumindest den direkten Draht zu der Stelle bei der PINmail, wo Reklamationen auch bearbeitet werden.

E-Mail-Anfragen an den regulären Kundenservice (info@pin-ag.de) hingegen verschwinden erfahrungsgemäß im internet-Nirwana, ohne dass’e jemals beantwortet werden.

Dankeschön Frau Kühlmann. – Fall geschlossen.

Update 22.09.2011 19:18 Uhr

[...]

Berlin, 26.01.2009

Ihre Reklamation vom 14.01.2009

Unsere Vorgangsnummer: 133310-A-0109-**

Sehr geehrter Herr [...],

wir bedauern wirklich sehr, dass die PIN Mail AG einige Ihrer Neujahrskarten nicht zustellen konnte und Sie diese von uns zurückerhielten. Leider ist uns eine andere Vorgehensweise nicht möglich gewesen, da wir seit dem 01.06.2008 Sendungen ausschließlich in den Neuen Bundesländern zustellen können.

Im Zuge der Veränderung des Zustellgebietes haben wir unsere Kunden schriftlich darüber in Kenntnis gesetzt, alle unsere PIN-Partner (Verkaufsstellen) informiert sowie das neue Zustellgebiet an unseren Briefkästen angebracht. Bedauerlicherweise konnten wir mit diesen Aktivitäten nicht alle unsere Kunden erreichen.

Es ist wirklich ärgerlich, dass der PIN-Partner in der Eylauer Straße Sie nicht über unser aktuelles Zustellgebiet informierte, obwohl es seine Pflicht gewesen wäre. Wir haben umgehend mit dem Partner Kontakt aufgenommen und ihn nochmals über das aktuelle Zustellgebiet der PIN Mail in Kenntnis gesetzt.

Für die Überprüfung der Sendungen, die Ihren Angaben zu Folge weder zugestellt, noch an Sie zurückgeführt wurden, benötigen wir die Empfängerdaten. Nehmen Sie hierfür bitte kontakt mit unserer Kundenreklamation auf oder senden Sie die Daten mit einem kurzen Hnweis an folgende Adresse:

reklamationen@pin-ag.de

Ihren Ärger über die suboptimale Kundenkommunikation bzw. -betreuung innerhalb der PIN Mail AG können wir verstehen. Maßnahmen zur Verbesserung sind umgehend eingeleitet worden. Mit dem verantwortlichen Mitarbeiter wurde gesprochen und eine kundenfreundlichere Wortwahl angemahnt. Der Mitarbeiter bedauert die entstandenen Missverständnisse sehr.

Für die Anregungen zur Verbesserung hinsichtlich der Aktualität als auch der Richtigkeit der Informationen auf unserer Internetseite bedanken wir uns ausdrücklich. Nur durch aufmerksame Kunden wie Sie, sind wir in der Lage, uns stetig zu verbessern und unsere Angebote an Ihre Erwartungen anzupassen.

Wir möchten Sie als Kunden nicht verlieren und würden uns wirklich freuen, wenn Sie bei Ihrem nächsten Versand von Postkarten auf uns zukämen und wir uns an dem Druck oder Versand beteiligen könnten.

Abschließend möchten wir uns noch einmal in aller Form für die Ihnen entstandenen Unannehmlichkeiten entschuldigen. Als Wiedergutmachung haben wir diesem Schreiben zwei Bögen Briefmarken beigelegt.

Mit freundlichen Grüßen

[...]

Unterschrieben wurde der Brief von der “Abteilungsleiterin Service Center” und “i. A.” von dem “Mitarbeiter Reklamationsmanagement” namens Dirk Buchholz. Warum, wieso, weshalb, das steht oben. Sie meldete sich zudem telefonisch bei mir. Anscheinend muss ich ziemlich sauer gewesen sein, dass ich deswegen so einen Terz machte. Ihr Antwortschreiben ist wohl auch der Hit, der Schleim drieft nur so aus jeder Zeile. Eigentlich müsste man sich dadurch veräppelt vorkommen. Ich fand’s jetzt, Jahre später, eher amüsant. Hut ab an Wiebke Kühlmann, ordentlich formuliert, rechtschreibfehlerfrei, derlei Texte vom Kundenservice dürften eher der Seltenheit angehören.

 

Una Nota bene

  1. Hachja. Und die Moral von der Geschicht? Da wird immer rumgejammert, die Post mache es ihren Konkurrenten so schwer und ach – ich hab das dumpfe Gefühl, diese Konkurrenten machen sich selbst das Leben so schwer, dass sie daran zugrunde gehn…

    2009-12-07 22:20 · Kommentar by Kiri

Deine drei Pfennig?

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© Ronny Roger  Dich krieg'n'wa auch noch!