Ach wie gerne würde ich die verdutzten Blicke von den Hampelmännchen sehen. – Nennt man das Sabotage? Mag sein. Recht so!
Das Wochenende liegt hinter mir. Ich sitze bei lecker Schweizer Brot und Schwarzbrot mit Lätta, Erdnußcreme und Marmelade vor dem Rechner, via Headset lasse ich mich mit Musik von der Platte berieseln, heute ist bereits Montag.
Ich bin gerädert, der Nacken, der Rücken, vergangene Nacht waren wir hier um die Ecke a bisserl Abmoschten. Die Sache ist halt die, dass die Auswahl an Berliner Clubs und Veranstaltungen, welche unseren Anforderungen entsprechen, zwar schon groß sein mag, die Stadt aber auch. Das bedeutet, dass man gerne ‘mal so’n Stündchen für Oneway einkalkulieren muss. Das nervt gewaltig. Ich hasse die Öffentlichen. Deshalb lasse ich’s meist sein bzw. bin nur unterwegs, wenn es näher dranne ist.
Gestern Abend schauten wir ein weiteres und zudem letztes Mal im Nox Arcana vorbei. Das Nox Arcana ist so ein richtig assliger linker Dr#cksschuppen in der Potsdamer Straße, so’n Jugenprojekt, Drugstore, und tja, egal. Es gibt zwei Kicker, was ich ziemlich cool finde, Eintritt nehmen die ebensowenig, die Kiddie-Alkoholika kosten fast nüschts bzw. die Preise sind im Vergleich zu kommerziellen Veranstaltungen geradezu lächerlich, so dass wir immer Pfand sowie Wechselgeld der Bar überlassen.
Yut, auf jeden Fall sind’wa so gegen Halb 12 losgezogen, Hexenpunsch und Schwarzbier wurde es. Vorgeglüht war mit Wodka und Wein worden. Porter ham’se aus’m Programm genommen, wie panne. Ich spielte ein paar Runden Kicker, fegte zu Metallica, Sisters of Mercy und Pink Floyd kreuz und quer über die Tanzfläche und dann, genau. Vorweg muss man sagen, dort gammelt hauptsächlich Jungvolk herum, sozusagen die nächste Generation der Steinewerfer. Und selbst wenn’s nicht die sind, welche zu “Metal, Folk, Mittelalter, Wave, Gothic” herumhüpfen, dann stehen’se eben hinter den Reglern.
Es war so vorhersehbar! Nachdem dieser Gesichtskrapfen die Hallen nur noch mit Dudelsackmucke beschallte, hab’ ich mir gedacht, soll’er ‘mal was Gscheites spielen. Also bin’isch nach hinten und äußerte meinen Musikwunsch: Böhse Onkelz. Die Reaktion des linken Unter Gutmenschen folgte prompt. Das einzige, was ihm dazu einfiel, war, wie ‘ne springende Platte zu wiederholen, dass ich sofort runter müsse. Ich meine, o.k., mag sein, dass man die Böhsen Onkelz nicht mag oder gar für eine rechtsradikale Band hält, so what. Aber dieses Bübchen verhielt sich einfach so dermaßen arrogant, dass ich denke, schade, dass meine Freunde mit den Skrewdriver Tattoos nicht unten auf der Straße auf ihr Zeichen lauerten. Unmöglich. Wenn sich diese Windelsch#ißer ‘ne Tür leisten könnten, hätte es sicherlich richtig Rabatz gegeben. Sch#iß asoziales Pack! Wir haben’s dann auch nimmer lange ausgehalten, halb drei oder so, dann simma heimgelatscht.
Dort wartete die nächste Aufgabe auf mich, welcher mir besondere Freude bereitete. Ich muss ‘mal ein wenig ausholen. Ich arbeitete lange Zeit in der Filmproduktion. 1996 war ich in New York das erste Mal über’n Filmset gestolpert. Inzwischen bin ich jedoch an einem Punkt angekommen, wo ich schlicht kein Bock mehr auf die Szene habe, weil echt, soviele Idioten und Möchtegerns triffs’de nirgendswo anders, schrecklich. Egal. Konkret geht’s darum, dass Montag, also heute, ‘mal wieder Filmarbeiten in der Nachbarschaft stattfinden. Woher ich das weiß? Weil die Halteverbotsschilder vor der Tür von ProBlock gestellt wurden und Mateco freitags ‘ne Hebebühne ablud.
Das sollte theoretisch anders laufen. Die Hohlbratzen von der Verkehrslenkung Berlin schreiben (vielleicht schrieben), dafür stets einen Passus in die Genehmigung, welcher besagt, dass die Anwohner im Vorherein über die anstehenden Dreharbeiten zu informieren sind. Dies macht ein (Motiv-) Aufnahmeleiter, indem er dafür Sorge trägt, dass eben diese Anwohnerinformation in jedem Briefkasten landet. Heutzutage ist’s jedoch Usus, dass sich die neue Generation der Filmsp#cken, ich bin jung, geil und arbeite beim Film, einen Sch#iß d’rum kümmert, was um sie herum passiert oder wen die Filmaufnahmen tangieren. Deshalb gibbed in der Regel keine Anwohnerinformationen, so auch natürlich nicht zu den morgigen Dreharbeiten.
Als Konsequenz daraus ist es also passiert, dass die Halteverbotsschilder vor’m Haus allesamt in die Büsche flogen. Der Schlüssel von der Hebebühne verschwand bereits aus dem Kästchen, als ich des Samstag Nachmittags auf dem Rückweg vom Badminton im Gleisdreieck dran vorbeilief. Mann, sind das Idioten, Film eben.
Freitag Abend erhielt ich Besuch, von Julia, welche ‘n Buch abholte. Vorher hatte’se sich bis zur Dudenstraße hochverlaufen. Der Kaffee war hart, die Packung Lebkuchen, welche ich alleine verzehrte, tat ihr Übriges. Yep, das war eine sehr unruhige Nacht gewesen.
Über Weihnachten und Silvester geht’s eventuell nach Dubai. Nächste Woche steht erstmal wieder ‘ne Deutschland-Tour an, was, wie und wann, darüber ist bislang noch nicht endgültig entschieden, Chemnitz, Ulm, am Samstag, den 21.11., auf jeden Fall Coburg, große Geburtstagsfeier. Dort gibt’s dann auch das iPhone, was ich ansich garnicht möchte und eh weitergegeben wird. Da muss ich mich die Tage noch mit beschäftigen, wie man den T-Mobile-Lock wegcrackt.
Update 09.11.2009 17:48
Die Fuzzies waren ‘mal wieder drüben bei Til. Catering kam vom Pasta Paten, Licht von Electric Sun, der Aufenthaltsbus via MCC, was interessiert’s. Mich wundert’s nur, dass’es Til ned auf’n Senkel geht, selbst daheim diese Filmidioten um sich herumzuhaben.

