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Prädikat besonders wertvoll

Ronny Roger • Sonntag, 4. Oktober 2009 2022 Uhr • Category: Surfen

Bei einem Blick in das Cinestar-Kinoprogramm ist mir nun wiederholt dieses aufdringliche Siegel der Filmbewertungsstelle Wiesbaden aufgefallen. Weil es fast keinen Film mehr gibt, welchem es nicht anhaftet. Egal ob “Inglourious Basterds”, “The Proposal”, “Harry Potter and the Half-Blood Prince”, “Fantastic Four”, “Rush Hour 3″, “Inside Hollywood” oder “Sex and the City – The Movie”, es wird allerortens draufgepappt. Wer ist nun also diese ominöse Filmbewertungsstelle, durch welche jeder Film ausgezeichnet wird?

Wir sind eine Behörde, die Lust auf Filme macht.

Aha, also eine staatlich durch unsere Steuergelder finanzierte Werbeinstitution. Natürlich fragt sich unsereins nun, für was bitte brauchen wir die?

Die FBW (gegründet 1951) ist eine Einrichtung aller 16 Länder mit dem Status einer Oberen Landesbehörde [...] Sie hat die Aufgabe, Filme (einschließlich Vermarktung auf VHS/DVD) in allen ihren Formen durch die Vergabe der Prädikate wertvoll und besonders wertvoll zu fördern.

Ahhh, so ist das also, eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für die Staatsdienerin Bettina Buchler und ihre umfangreiche Entourage, indem einfach ‘mal wahllos irgendwelche unsinnigen Qualitätszeichen verteilt werden und gut ist.

Wer solche Urteile für unvereinbar hält, übersieht dabei – wissentlich oder unwissentlich -, dass “künstlerische“ Qualitäten nicht an einem abstrakten Modell von Kunst gemessen werden können, sondern dass die FBW die Aufgabe hat, jeden einzelnen Film an dem Anspruch zu messen, den er selbst nach Stoffwahl und Gestaltung und im Rahmen seiner eigenen Gattung erhebt.

 

2 Kommentare

  1. Vielleicht werden ja auch bald Pornofilme für das Prädikat vorgeschlagen? Für….Herausragende choreographische Einlagen. Oder für die so zum Nachdenken anregenden Dialoge.
    “Warum liegtn da so viel Stroh?” wird dann zum Kunstsatz des Jahres. Oh ja.

    2009-10-05 14:31 · Ronny Roger dazu:

    Naja, sie sagen ja selbst, dass sie jeden Film auszeichnen. Von daher finde ich die Sache ansich einfach nur albern bzw. die Behörde völlig überflüssig. Is’e ja och.

    2009-10-04 21:38 · Kommentar by Kiri

  2. Nur zur Richtigstellung: Die Filmbewertungsstelle finanziert sich selbst und nicht durch Steuergelder. Wozu brauchen wir sie? Bei 500 Filmstarts im Jahr werden ca. 120 davon ausgezeichnet. Letztlich doch nicht so viele wie es auf den ersten Blick scheint. Wieso werden so unterschiedliche Filme ausgezeichnet? Man darf eben nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Ein Harry Potter muss sich mit anderen Fantasyfilmen messen und Sex and the city mit einer Komödie usw. Die Filme werden innerhalb ihres Genres verglichen. Bewertet wird übrigens durch eine Fachjury, die ehrenamtlich arbeitet….Ab Oktober startet die neue Website: www.fbw-filmbewertung.com

    2009-10-06 09:32 · Ronny Roger dazu:

    Die FBW finanziert ihre Arbeit durch die Erhebung von Gebühren, die für die Begutachtung durch die Jury erhoben werden.

    Verstehe. Verleih muss blechen und bekommt dafür dieses ominöse Siegel. Aber warum zum Henker ist das dann überhaupt ‘ne Behörde? – Weil’s dadurch den Anschein erhebt offizieller, kontrollierter bzw. objektiver daherzukommen. Übrigens vergleiche ich sogar Orangen mit Zitronen, weil ich eben keine Scheuklappen aufhabe. Wie dem auch sei, mir erschließt sich der Sinn dieser Institution nicht.

    Die oben genannte “neue Website” ist nicht erreichbar. Ferner gehört die Domain einem gewissen Andy Wesely und nicht der Filmbewertungsstelle. Nebenbei wäre es eh total dämlich den Relaunch auf eine neue Domain zu beschränken, erst recht wenn diese ausschließlich Nachteile gegenüber der Altbekannten mit sich bringt.

    2009-10-06 08:55 · Kommentar by PatVes

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