Donnerstag Abend, kurz nach 22 Uhr, A 111 stadteinwärts. Nein, nein, nein, das ist keine Wanderbaustelle, sicher nicht. Dafür sah das viel zu professionell aus. Dafür standen die Hüttchen viel zu früh, viel zu ordentlich. Es ging von zwei auf eine Fahrspur, 40 km/h Geschwindigkeitsbegrenzung war auf den Schildern zu lesen. – Polizeikontrolle, garantiert. Aber bis dahin dauerte es noch. Erst folgten die akkurat verteilten blinkenden Warnleuchten an den Leitkegeln. Sowas würden die Leute von der Autobahnmeisterei niemals aufstellen, niemals. Und hinter der nächsten Kurve tauchten sie endlich auf, aber was für ein Aufgebot. Es sah aus wie eine Hundertschaft, war es auch, mit Mannschaftswagen, Einsatzzentrale, riesen Brimborium. Das war nicht ‘mal eben ‘ne schnelle Nummer, nö, sondern ‘ne groß angelegte Aktion. Scheinbar gingen sie gerade erst in Stellung, denn wir konnten keinen PKW oder LKW entdecken, welcher schon rausgezogen worden war.
Vielleicht eine Fahndung, vielleicht der Zoll, man weiß es nicht und die Presseabteilung schweigt sich dazu aus. Scheinbar wurde die Polizeikontrolle auch auf der Gegenfahrbahn durchgeführt, wo es sich aufgrund einer Spurverengung ebenfalls staute. Stau – dank der Polizei. Zu allem Überfluß, kaum waren wir dran vorbei, Rotlicht. Es blitzte. 60. Meine Tachonadel verweilte in diesem Augenblock jenseits der 80 km/h, super.
Stau gab’s auch heute auf der A100, als wir uns auf dem Rückweg von den Beelitzer Heilstätten befanden. Und ein jedes Mal frage ich mich: Warum? Zeitweise kommt der Verkehr tatsächlich zum Erliegen, Stillstand. Nun gut, hin- und wieder liegt das daran, dass irgendjemand einem anderen Verkehrsteilnehmer hinten draufrauschte und trotz geringem Bagatellschadens mitten auf der Fahrbahn stehen bleibt, statt die nächste Abfahrt zu nehmen. Im Freitag-Nachmittag-Verkehr. Aber sonst, wo versteckt sich die Ampel auf der Autobahn?! Stop & Go, Stop & Go, Ursache unbekannt, ein rätselshaftes wie unergründliches Phänomen auf deutschen Straßen.
Mario Barth. Das ist der Typ, dessen Vater, Mitglied des Stammes der White Trash, sich in der Bild, also diesem Axel-Springer-Schmierblatt, darüber ausheulte, dass sich der Mario garnicht um ihn kümmere. Naja gut, für seine Familie kann man nix. Trotzdem, was bitte soll das? Der Typ hängt momentan überall in der Stadt herum, sponsored by Media Markt.
Also nichts gegen Mario Barth, ich kenne ihn nicht. Ich weiß nur, dass er irgendein Comedian ist, mehr auch nicht. Weder ist mir sein Programm bekannt, noch vermag ich mir darüber ein Urteil zu erlauben, ob er wirklich witzig ist oder doch nur einen weiteren Vollsp#cken in der Riege der Fekalkomiker ala Michael Mittermeier und Ingo Appelt, welche ich immer verwechselte, abgibt. Wenn ich jedoch diese sch#iß Grinse-Fr#sse sehe, welche auf all den Plakaten prangert, da würde ich am liebsten mit ‘nem Baseballschläger reindreschen bis es sich forever ausgegrinst hat.
Als “die größte Neuheit zur IFA” verkaufen die Trottel André Kemper und Michael Trautmann im Auftrag von Otto Beisheim und den Familien Schmidt-Ruthenbeck und Haniel das neue “Ich-bin-doch-nicht-blöd”-Vorzeigemännchen. Ich meine, Media Markt ist toll, toll um herumzustöbern. Dort kaufen, sofern es nicht einer der seltenen wahren Megaschnapper ist? Nö, ich bin doch nicht blöd. Von daher, peinlicher Mario, peinliche Kampagne.
Update 09.10.2009 00:44
Post vom Polizeipräsident in Berlin:
[...] Ihnen wird vorgeworfen, am 03.09.2009, um 22:03 Uhr in 13503 Bln Rd BAB 111 Lichtmast 81-66 Ri Süd, als Führer(in) des PKW , B-** ***, folgende Ordnungswidrigkeit nach § 24 StVG begangen zu haben:
Sie überschritten die zulässige Höchstgeschwindigkeit innerhalb geschlossener Ortschaften um 13 km/h. Zulässige Geschwindigkeit: 60 km/h. Festgestellte Geschwindigkeit (nach Toleranzabzug): 73 km/h.
§ 41 Abs. 1 iVm Anlage 2, § 49 StVO; § 24 StVG; 11.3.2 BKatBeweismittel: Messung mit einem Geschwindigkeitsmeßgerät;Frontfoto; Zeuge(e/in)/Anzeigende: Fr. Heussner ZSE V B 24; Kolczak PAng SOD, Bauer PHM Di
Wegen dieser Ordnungswidrigkeit werden Sie hiermit verwarnt; es wird ein Verwarnungsgeld in Höhe von 25,00 EUR erhoben (§§ 56, 57 OWiG). [...]
Update 21.10.2009 17:27
Heute in der Post, ein Schreiben mit Datum vom 16.10.2009:
Sehr geehrte Frau [...],
die von Ihnen im Mail vom 10.10.09 erbetene Fotoeinsicht wird gewährt. Eine Zusendung ist leider nicht möglich.
Der Vorgang kann bis zum 13.11.09 im Servicebereich, Dienstgebäude Magazinstr. 5, 10179 Berlin eingsehen werden.
Zur Akteneinsicht sind dieses Schreiben und der Personalausweis oder ein ähnliches amtliches Dokument sowie ggf. eine schriftliche Vollmacht mitzubringen.
Mit freundlichen Grüßen
Im AuftragKirchheim
Was soll denn bitte der Sch#iß?! Bekommt man nicht einmal mehr einen simplen Ausdruck des Blitzer-Bildes für sein Geld?! Toller Service. Nur ‘mal so nebenbei, die “Sprechzeiten” sind auch sehr kundenfreundlich.
Montag bis Mittwoch 09:00 bis 14:00 Uhr
Donnerstag 12:00 bis 18:00 Uhr
Freitag 09:00 bis 12:00 Uhr
Update 07.01.2010 17:18
Schau’ ‘mal an, ein Briefchen von der Bussgeldstelle des Berliner Polizeipräsidenten, datiert auf den 23.12.2009. Die Fahrzeughalterin schaute damals beim Referat Verkehrswidrigkeiten und Bußgeldeinziehung vorbei – ich wartete währenddessen vorne an der Ecke. Selbstverständlich konnte sie sich nicht an den Fahrer erinnern.
[...] das gegen sie eingeleitete Ordnungswidrigkeitenverfahren habe ich gemäß § 46 (1) OWiG i.V.m. § 170 (2) StPO eingestellt, da der Betroffene nicht festgestellt werden konnte. [...]

