Nachts, Viertel vor 2. Das Schlafzimmerfenster hatte ich angekippt, bevor ich mich in’s Bett warf. Wegen der frischen Luft, wenn man das in ‘ner stinkenden Großstadt überhaupt so nennen darf. Es war ruhig.
§ 3 Schutz der Nachtruhe
Von 22.00 bis 06.00 Uhr ist es verboten, Lärm zu verursachen, durch den jemand in seiner Nachtruhe gestört werden kann.
Warum, warum zum Henker reißen die Weiber beim Ficki-Ficki-machen immer ihr Maul so weit auf? Können die nicht einfach ‘mal die Fr#sse halten? Geht’s nicht leiser?
Es war ein besonders ätzendes Exemplar. Leider vermochte ich das laute die Ruhe zerschneidende Gestöhne nicht genau zu lokalisieren. Es war halt dunkel. Natürlich kam’s aus dem Nachbarshaus, mit ihren eher einfachen oder gar minderbemittelten Bewohnern. Und es hörte nicht auf! Wahrscheinlich war es irgendwo drunter und logisch war das Fenster offen. Wie asslig.
Irgendwann wurde es mir zu bunt und ich konnte es nicht lassen ins Wohnzimmer zu laufen, das Fenster zu öffnen und “Ham’wa’s jetzt bald?!” rauszubrüllen, wonach das asoziale Stück einen kurzen Moment verstummte. Aber das lowlife war offensichtlich dermaßen notgeil, dass’es entschied, weiter ihren Mitmenschen den Schlaf zu rauben.
Ich wünschte mir in solchen Fällen gelegentlich, auch wenn man fremden Leuten nichts Böses wünschen darf, weil das wie’n Boomerang auf einen zurückfällt, dass es einfach *bumm* macht, und Ruhe is’ im Karton.
Dem war nicht so, ihr feuchter Traum wollte nicht enden, und da ich das durch den Innenhof schallende Gestöhne nicht mehr ertragen konnte, war ich genötigt mein Fenster zu schliessen. Boahr, wat’n unmögliches Gesoxe.
Weiß’d, nix gegen Sex und so, auch bei uns geht’s eher weniger leise vonstatten, aber dann macht man bitte zumindest Fenster und Zwischentüren zu! Wegen Rücksichtnahme, Anstand und so.
Im Nachbarshaus auf der anderen Seite wird weiterhin fleißig gehämmert und gebohrt, das geht jetzt auch schon seit über zwei Wochen so.

