Da machte ich also einen Schrotthändler aus, welcher ‘n alten Katalysator auf Lager hat, einer der angeblich passt, die Schlüsselnummer wurde verglichen. Mit Herrn E. von meiner neuen Werkstatt sprach ich vorgestern, die bauen den ein. Natürlich erreichte ich dort heute Niemanden mehr, telefonisch ist’s eh immer a bissl schwierig. Jedoch sprach ich mit einer Dame von ‘nem anderen Standort, welche meinte, dass die wahrscheinlich ab 7 Uhr in der KFZ-Werkstatt seien. Mal gucken, ob ich das so früh schaffe.
Autoverwertung Berk GmbH
Gehrenseestraße 42A
13053 Berlin
Die Hinfahrt war schon echt anstrengend. Weiß’d, plötzlich steht da vor Dir ein Auto und Du kannst nur noch auf die Bremse latschen. Echt gefährlich, weil nix vorwärtsgeht. Aus 26 Minuten laut Google Maps wurde eine Stunde. Und weil das Navi keinen Buchstaben zu ‘ner Hausnummer kennt, stand ich irgendwann unter einer Brücke, bei der “42″. Die “42A” jedoch befand sich auf der anderen Seite, heisst die Einbahnstraße lang, wieder rauf auf die Hauptstraße und über die Brücke.
Dort angekommen fragte ich mich, tja, wo parken? Da standen zwar überall Autos herum, nur ohne Kennzeichen. Ich bin dann rückwärts rein und hielt vor’m Büro. 150,- Euro blätterte ich für den Kat hin, so’n verrostetes Ding, keine Ahnung warum die Teile so s#uteuer sind. Barzahlungsrabatt wollte er mir nicht einräumen, so dass ich die Quittung vom Block, ohne Steuernummer, ausgewiesener Mehrwertsteuer, nicht einmal Firma und Adresse stand drauf, in einen ordentlichen Rechnungsbeleg umtauschte.
Rückweg, nein, das Navi ist nicht mein Freund, wir missverstehen uns in aller Unregelmäßigkeit. Als ich einmal zu früh abbog, schickte es mich draufhin über die Biesterfelder Straße retour. Dass so eine Straße überhaupt auf einer Karte auftaucht, krass. Auf der Hälfte der Straße gab’s nämlich keinen Straßenbelag. Zudem war sie komplett mit Schlaglöchern überzogen. Und ich meine nicht hier eins, da eins, nein! Eins neben dem anderen. So weit ist es mit Deutschland gekommen, nicht einmal Teer und Asphalt ist mehr drin.
Es ging dann so mehr schlecht als recht bis zur Gitschiner Straße etwa Höhe Alexandrinenstraße voran. Aus, Halt, Stopp. Ach wäre ich doch in die Prinzenstraße abgebogen und hätte mich nicht durch einen Geradeauspfeil wegen ‘ner Baustelle und einem “Anlieger frei” abschrecken lassen. Ein Anliegen war selbstverständlich stets vorhanden: Schnell nach Hause. Zu spät.
Im Schneckentempo, in derselben Zeit wäre ich einmal hin und wieder zurückgelaufen, von Vorwärtskommen möchte ich echt nicht schreiben, fand ich mich nach einer dreiviertel Stunde in der Möckernstraße wieder, was eine bravouröse Leistung. Normalerweise benötigt man für diese Wegstrecke keine zehn Minuten.
Nachdem ich weit und breit nirgends ein Umleitungsschild oder eine Informationstafel sichtete, wie etwa “XY-Straße gesperrt vom bis weil”, und außerdem kein Ordnungsamt oder Polizei zu sehen war, dachte ich mir, hah, dann ruf’sde die doch ‘mal an und setzt sie davon in Kenntnis, dass hier überall alles dicht ist und tausende Verkehrsteilnehmer steckengeblieben sind. Denn die sollen sich ja ned später herausreden können, dass’se nichts davon gewusst haben, weil’s weder Beschwerden noch empörte Anrufe gab.
Es dauert etwa eine Minute bis das Telefon bei der Polizei abgenommen wurde. Sodele, ich hab’ dem dann gesacht, “Hören’se ‘mal zu, so und so sieht’s aus”, was antwortert der? Das sei der “normal”e Verkehr. – Hallo?! Ich meine, entweder hat der Typ keine Ortskenntnis, keinen blassen Schimmer wie der Berliner Verkehr in meiner unmittelbaren Gegend sonst so aussieht oder er ist schlicht dumm, Mehrfachauswahl erlaubt.
Also klärte ich ihn darüber auf, dass dies definitv nicht der normale Feierabendverkehr sei. Doch, doch, widersprach mir der Polizist erneut, wenn ich keinen Verkehrsunfall sehen würde, dann is’es völlig “normal”, dass auf den Haupt- und Nebenstraßen nix mehr vorwärts geht, die Fahrzeuge bei jeder Ampel kreuz und quer ineinander verkeilt stehen und auf Schleichwegen schon lange nichts mehr schleicht. Außerdem, meint er mir mitteilen zu müssen, wenn er zur Arbeit fahre, müsse er sich auch hinten anstellen.
Was ‘ne dämliche Aussage. “Ich stelle mich doch hinten an”, sage ich. Was bleibt mir auch anderes übrig, ich hab’ ja kein Batmobil. Für die Katz’, ich hab’s versucht, versucht dem Freund und Helfer zu vermitteln, dass es total nett und angebracht wäre, wenn die ein bisschen den Verkehr regeln könnten, wenn denn das schon “normal” ist, vergebene Müh’. Verstehen wollte oder konnte er nicht. “Das ist der Notruf und ich muss das Gespräch jetzt beenden”, ließ er mich wissen, woraufhin ich auflegte.
Sorry, aber auf solche Freunde und Helfer kann ich sehr gut verzichten, oder um es mit ‘nem Zitat aus dem Text einer Body Count Platte auszudrücken: “Fuck the Police!”.
Nachdem ich eh für die knappe halbe Stunde laut Routenplaner anderhalb Stunden unterwegs war, fuhr ich noch an der Aral Alboinstraße vorbei und tankte Erdgas. Und weiß’de was, ich fand danach sogar ‘n Parkplatz vor’m Haus, wenigstens das.
So, und jetzt ‘mal im Klartext. Der Polizist, mit welchem ich telefonierte, hatte offensichtlich keine Ahnung von garnichts. Aber wer weiß wie die da arbeiten. Wahrscheinlich ist denen Internet ebenfalls ein Fremdwort, sonst hätte sich der Polizist einfach ‘mal bei der VMZ (Verkehrsmanagementzentrale) Berlin schlau gemacht.
Blücherplatz, Waterlooufer: Mehringdamm – Zossener Str., Blücherstr.: Mehringdamm – Zossener Str., Zossener Str.: Waterlooufer-Blücherstr. gesperrt (bis 02.06.07, 05 Uhr)
Wer bringt der VMZ Redaktion Rechtschreibung bei? Und der Freitag ist nicht der 28ste. Heute ist Donnerstag, Donnerstag, der 28ste und richtig, dieses dr#cks Verkehrschaos haben wir einzig aus dem Grund, weil ein paar Vollpfosten deluxe von der Verkehrslenkung Berlin diesen Unfug genehmigten.
Vom 29. Mai – 01. Juni 2009 werden in diesem Jahr wieder mehr als eine Million Berliner und ihre Gäste zum 14. Karneval der Kulturen in Kreuzberg erwartet. Rund um den Blücherplatz werden wieder exotische Gerichte, neueste Cocktails sowie Musik und Kunst aus aller Welt geboten.
Aufgrund des Straßenfestes am Halleschen Tor kommt es, von Freitag, 28. Mai 18:00 Uhr bis Montag, 01. Juni 24:00 Uhr, zu folgenden Sperrungen:
Blücherplatz, Waterlooufer zwischen Mehringdamm und Zossener Str., Blücherstr. zwischen Mehringdamm und Zossener Str. und Zossener Str. zwischen Waterlooufer und Blücherstr..Höhepunkt des Karnevals ist der traditionelle Straßenumzug am Sonntag. Dann werden ab 12:30 Uhr mehr als 90 Gruppen und über 70 bunt dekorierte Wagen vom Hermannplatz über Haenheide, Gneisenaustr. zur Yorckstr. ziehen.
Was bitte ist nur in unseren Senat gefahren, dass die ein Volksfest und Saufgelage auf öffentlichem Straßenland nicht nur dulden, sondern auch noch unterstützen. Apropos “neueste Cocktails”, dass ich nicht lache. Jedes Jahr Caipirinha bis zum Abwinken, das is’n ganz alter Hut. Multikulti, wie schlecht ist das denn.
Update 10.10.2009 09:52 Uhr
Vor zwei Wochen war’s endlich soweit, der Meister ein Dorf weiter baute den Kat ein. Auch wenn 150,- Euro ein fairer Preis für den Kat waren, inzwischen werden einem aufgrund der Abwrackprämie die Ersatzteile eh nachgeworfen, meinte er dennoch, dass der Austausch total unnötig gewesen wäre.
Naja, ein Grund, warum ich den Kat besorgte, war, dass ich, naiv wie ich manchmal bin, den Lügen der Ford-Vertragswerkstatt glaubte. Die behaupteten nämlich, dass mit einem defekten Kat ein erhebliches Mehr an Spritverbrauch einhergehe. Google wusste es besser, der Meister auch. Nebenbei, ob Katalysator oder nicht, durch TÜV und AU kommt man auch so.
Aber gut, ich hätte es besser wissen muss, Ford eben.

