Oh, tat das gut. Es war auch höchste Zeit. Ich habe Aa gemacht. Und war das eine große Sch#iße. So groß, dass sie sich natürlich nicht abspülen ließ. Das passiert mir nur auf dem Land. Meine Toilette in der Stadt macht och bei Big Business niemals Probleme. Aber ein Problem ist das nicht, weil ich dafür stets einen kleinen Bambusstock parat habe, welche mit in dem Klobürsten-Ständer steckt. Eifrig gerührt, dreimal nachgespült und schon ist mein Aa auf dem Weg zur nächsten Kläranlage, wo auch immer die sein mag.
Passt dazu, ebenfalls ziemlich k#cke, nämlich Twitter. Twitter ist so etwas wie SMS (Short Message Service), nur online. Außerdem kostet’s nix und man kann sich einfach in den Verteiler von anderen Leutchen eintragen.
Ich muss ‘mal noch ‘n bisschen ausholen. In Rostock und Umgebung, dort wo die NPD ihre Plakate so hochhängt, dass Du sie ohne Leiter an den Gehwegen und ohne Steiger an den Fahrbahn-Beleuchtungs-Masten in der Mittelleitplanke nicht heruntergerissen bekommst, mit den üblichen öden, einschläfernden, unkreativen und flachen Parolen, welche ohnehin kaum lesbar sind, gibt’s sendertechnisch nicht besonders viel Radio-Auswahl, wie etwa in der Reichs-Hauptstadt.
N-Joy ist der ach so junge Radiosender des greisen NDR (Norddeutscher Rundfunk), Enjoy the Music der dazugehörige Slogan. Radio mag ich eh nicht. Weil im Radio immer so dämliche Moderatoren, welche sich total hip und voll knorke vorkommen, irgend’nen Dummfug von sich geben, von früh bis spät. Die wachen bereits mit ‘nem hohlen Spruch auf den Lippen auf. Wenn ich das Radio anschalte, und da bin ich nachweislich ganz anders – eben besonders – wie die übliche Zielgruppe, das einfältige Hörer-Klientel, interessiert mich das Geschwätz, die Comedy, wichtige oder ausführliche Infos etc., der Möchtegern-Entertainer null, nada, überhaupt nicht. N-Joy ist im Autoradio eingestellt.
Seitdem nun also dieser Hype um Twitter rundgeht, is’ ja noch recht frisch, obwohl’s Twitter schon ein ganzes Weilchen länger gibt, ist die Twittermanie im Netz allgegenwärtig und hat natürlich och seinen Weg in’s Studio von N-Joy geschafft. Grauenhaft.
Beispiel. Gestern öffnete Neptun alle Himmelsschleusen. Nach etwas Vorgeplänkel, einem angenehm warmen Sommerregen und folgendem Päuschen, fiel auch wirklich der letzte Tropfen aus den Wolken, sturzbachartig, wie man das so schön sagt. Es blitzte und der Hagel kühlte zwischendurch das vorher eher schwüle Klima erheblich ab. ‘Kommt vor, Regen, Hagel und so, nichts Außerirdisches, keineswegs abnormal in unseren Breitengraden, mysteriös schon garnicht, ein mehr als minder heftiges Gewitter eben. Thema bei N-Joy heute, wichtige Infos laut N-Joy Heimseite.
Zwischen fast jedem Song wird gebetsmühlenartig wieder und wieder wiederholt, was irgendwelche Vollpfosten aus dem weltweiten Netz zu dem gestrigen Gewitter Weltbwegendes mitzuteilen haben.
Irmhild aus Kuhdorf Hinterdupfingen schreibt über Twitter, dass die Blitze so hell waren, als würde jemand fotografieren.
Hänschen aus dem Kaff da bei der Jauchegrube links um die Ecke twitterte, dass da ganz viel Wasser runterfiel.
Ronny und Mandy twitterten uns, dass sie eine halbe Stunde bei der Bushaltestelle warten mussten, damit sie nicht nass werden.
Jaja, N-Joy, sehr wichtige Infos. Der Journalisms von morgen. Zum K#tzen. Zukünftig taucht bei der Suche nach einem Synonym für Dummfug Twitter auf, wirst schon sehen.
Es ist schon wieder warm. Ich werde jetzt die Spülmaschine ausräumen, dann … ach, schreibe ich vielleicht später, dann weiß’de Bescheid.


http://meggyver.com/twitter.html
:)
2009-05-22 14:18 · Kommentar by Meg