Nachdem ich die Wohnung auf Vordermann gebracht hatte, gesaugt und gewischt, schaute ich mit dem Akku-Schrauber bewaffnet ein paar Häuser weiter vorbei. Eigentlich sollte ich nur kurz begutachten, was ansteht, vor allem Regale abmontieren. Lächerlich, dachte ich, als ich sah was von der Wand musste. Daher bot ich direkt an, zumindest die Regale in dem einen Zimmer gleich abzuschrauben, zehn Minuten, fertig. Pustekuchen.
Oh Mann, oh Mann, da waren wirklich Dilettanten vor’m Herrn am Werk. Die Schrauben waren größtenteils so festgehämmert, dass ich erst zwei Bits ruinierte, bevor ich aufgab. Der Hit: Das hatte damals ‘n gelernter Schreiner verbrochen.
Nicht nur, dass die Schrauben so festsaßen, auch die Schraubenköpfe waren total hin. Was früher ‘mal Kreuz war, bevor’se die Schraube mit aller elektrischen Gewalt in den Dübel jagten, war jetzt so nix. Keine Chance irgendeinen Grip zu kriegen. Ich hab’s wahrlich versucht, der arme Motor des Bosch Akku-Schraubers. Dort, wo ich die Schraube mit ‘nem Schraubenzieher zu lösen vermochte, holte ich’se raus. Das schaffte ich bei drei Stück. Jedes Regal hat vier Schrauben, es sind sechs Regale, Amen.
Ich hatte dann echt keinen Bock mehr, Heimwerken schön und gut, aber echt, wie doof kann man sein. Ich hätte die Teile am liebsten mit ‘nem Schlägel runtergerissen. Keine Ahnung, da muss er sich selbst was überlegen.
Morgen um 14h30 schaue ich wieder bei ihm vorbei, mithelfen, ein paar Kisten durch die Weltgeschichte schleppen. Wegen seinem Ärger mit der Hausverwaltung, riet ich ihm doch lieber persönlich zur Sprechstunde in Zehlendorf aufzukreuzen, statt sich nur telefonisch nach dem Stand der Dinge zu erkundigen. A., ein Freund und Rechtsanwalt, bestätigte bereits die Ungültigkeit des zweiten Absatzes. Was’n Theater. Was lehrt uns das? Einfach vor’m Auszug die letzten Monatsmieten in Höhe der Kaution nicht überweisen, basta.
Beim Finanzamt warf ich die Unterlagen ein, welche nachgefordert wurden. Auf dem Weg dorthin latschte ich auch am Rathaus vorbei und hatte natürlich den Umschlag mit der Anforderung des Briefwahl-Gedöns nicht dabei, super. Morgen.
Weiter zur Schusterin. Sch#ißdr#ck echt! Die Stiefel von Freundin. Vielleicht hörte ich nicht richtig zu, wie das halt ist, wenn Frau spricht. Ein Reißverschluss geht immer auf. Ich also mit den Stiefeln, für welche ich freitags bereits 16 Euro löhnte, nochmal hin. Die hat ja immer nur zwischen 17 und 20 Uhr auf. Ein einziger neuer Reißverschluss, wobei der andere auch bald fällig sein dürfte, würde mit 23 Euro zu Buche schlagen. Sprich wir müssten zu den bereits gezahlten 16 Euro 46 Euro drauflegen, für ein Paar Stiefel, welche vor zwei Jahren um die 79 Euro kosteten. Ja neh is’ klar. Folglich trug ich die Stiefel schön wieder nach Hause. Und jetzt kommt’s: Es sind ihre Lieblingsstiefel und sie würde es machen lassen, zuerst mal einen. Dann soll’se die bitte selbst hinbringen, denn mir leuchtet das nicht ein, warum man soviel in alte Stiefel investieren sollte, welche sicherlich bald an irgendeiner anderen Stelle aus’m Leim gehen. Nö, ohne mich. Isch weiger misch.
In der Post, eine Briefsendung, Absender:
Deutscher Bundestag,
c/o IBRo Versandservice GmbH
Kastanienweg 1
18184 Roggentin
Was da wohl drin sein wird, rüschtüsch, dreimal das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland mit Stand vom Januar 2007.
Morgen sollte ich mich um ‘ne Mit-/ Fahrgelegenheit Donnerstag nach Rostock kümmern. R. schreibe ich gleich ‘ne Mail wegen dem Wunsch-Handy zum 12. Juni, Nokia E63 oder E71. Ob das klappt, bezweifle ich stark, aber egal, man kann’s ja ‘mal versuchen.

