Lange her, da schaute‘se fast tagtäglich und bei jedem zweiten Klick bei Telefon-Treff.de vorbei, beteiligte sich rege, tippte seit dem 30.11.2006 mehr als 686 Beiträge.
Telefon Treff ist, wie der Titel schon aussagt, wahrscheinlich das größte deutsche Board, in welchem es sich hauptsächlich rund um Telekommunikation dreht. Das ist echt gut. Früher fand man dort regelmäßig tolle Angebote, dies scheint vorbei. Oder vielleicht ist man auch einfach schlauer geworden, als auf jedes vermeintliche Schnäppchen anzuspringen, nur weil es momentan um ein paar Euro günstiger erscheint, als an jedem anderen Tag im Jahr. Und so ein schnickes neue Handy alle paar Monate, das braucht kein Mensch. Die Nachfrage ist dennoch vorhanden.
Wer heute noch in einen Mobilfunk-Laden reinspaziert und sich dort einen Mobilfunkvertrag aufschwatzen lässt, der hat’s nicht nötig, weil das war und ist verschenktes Geld. Die Sache ist ja die: Der Mobilfunk-Händler, der Promoter, z.B. beim Media Markt, oder das Marketingunternehmen, für welches er tätig ist, erhält für jeden Vertragsabschluß Provision. Diese mag zurückgegangen sein, aber ist nicht ohne. Das Entgeld für die Vermittlung des Mobilfunkvertrages richtet sich natürlich nach der entsprechenden Art, den Modalitäten, Boni, und so fort, sprich klar gibt es für ein Vertrag mit längerer Laufzeit und höherer Grundgebühr auch mehr Kohle.
Ein Beispiel: o2-100-Minuten-Inklusive. Der kostet 10 Euro Grundgebühr, man ist 24 Monate gebunden, so dass sich die Fixkosten – sofern man nicht oder nur die Inklusivminuten ab-/telefoniert – (24×10) auf 240,- Euro belaufen. Für den neuen Kunden zahlt o2 dem Vermittler 300,- Euro (zzgl. MwSt.). Wie gesacht, lediglich ein Beispiel.
Aber oft sind es bis zu den 300,- Euro ein langer Weg. Man muss schon einige Leute beschwatzen bis dann endlich einer die Vertragsunterlagen unterzeichnet. Viele wollen sich nur informieren und weg sind sie, bei der Konkurrenz oder sonstwo. Deshalb haben sich einige Händler umorientiert, sich quasi ein zweites Standbein geschaffen und bieten zusätzlich Mobilfunkverträge über Online-Shops an und stellen diese Angebote eben auch bei TT mit besonderen Konditionen ein.
Also, im Grunde ist es ja so, dass es dem Kunde egal sein kann, wo er den Vertrag abschliesst, ob im Interweb oder in ‘nem Laden. Außerdem muss bei den sogenannten Online-Offline-Verträgen, nicht zu verwechseln mit den tatsächlichen Online-Varianten der Netzbetreiber (T-Mobile, o2, Vodafone, E-Plus) und Provider (debitel, Talkline, etc.), trotzdem ein Vertrag ausgedruckt und dem (Online-) Händler zusammen mit einer Kopie von Personalausweis und EC-Karte zugesendet werden. Der Händler spart sich dabei eben das Geschäft, die Einrichtung, Miete und so. Egal, warum die Unterlagen ausdrucken, kopieren und wegschicken, wenn ich’s viel einfacher haben kann und einfach in ‘nen Laden reinlatsche?
Der Händler macht auf Masse und natürlich hat’er auch online Gegenspieler, welche ein Stückchen vom Kuchen abhaben möchten. Kurzum, er bietet dem Kunden Geld (aka Guthaben und Tankgutscheine), welches meist einen Monat nach Vertragsabschluß, sofern der Kunde vom Mobilfunkanbieter akzeptiert wurde, eben demjenigen auf dessen Bankkonto überwiesen wird. So passiert es, dass, wenn wir auf das obige Beispiel zurückkommen, die Fixkosten erheblich schrumpfen, oft sogar auf Null.
So erhalte ich für den genannten Vertrag vielleicht 240,- Euro, was komplett die Fixkosten deckt. Dem Händler bleiben von den 300,- Euro Provision zwar nach Adam Riese folglich nur noch 60,- über, insgesamt gesehen gehen die rechnerischen Umsonst-Verträge vom Fließband weg wie warme Semmeln, von daher ist damit (fast) allen Beteiligten geholfen.
Statt einer Auszahlung gibt es oft auch Notebooks, Netbooks, Luxus-Handies. Auf jeden Fall fährt man mit dem Vertragsabschluß bei einem TT-Händler stets besser und es sollten mindestens 100 Euro Ersparnis drinnen sein. Bei Vertragsverlängerungen dagegen machte ich die Erfahrung, dass bei den Verhandlungen mit dem Kundenservice und mittels zahlreichen Versuchen mehr rauszuholen ist. Übrigens: Wer nicht kündigt, verschenkt eventuell ebenfalls bares Geld. Weil die Kündigung ist eine sehr gute Verhandlungsgrundlage.
Eine Anmerkung am Rande. Unverständlicherweise existieren heutzutage immer noch sogenannte Schubladenverträge. Bei einem Schubladenvertrag handelt es sich um einen laufenden, jedoch ungenutzten Mobilfunkvertrag. Der Vertrag wird also abgeschlossen, nach Erhalt der Auszahlung von dem Online-Händler durch den Kunden direkt gekündig, wobei’er in den Datenbanken bis zum Ende der Mindestvertragslaufzeit weiterläuft, die erhaltene SIM-Karte verschwindet im Müll oder eben sonstwo. Hier der Grund für diesen Subventions-Wahnsinn:
Das Mobilfunkunternehmen möchte seine Bilanz aufpolieren, mit Kundenzahlen. Und wie erhält man in Null, Nix viele Neukunden, natürlich mit Geschenken. Sprich das Mobilfunkunternehmen, beispielsweise The Phonehouse, sucht sich einen erfahrenen sowie etablierten Online-Händler, welcher auch einem großen Ansturm problemlos gewachsen ist, und dann?
Dann haut der Händler ein Angebot raus, dass in etwa so ausschauen könnte: Zwei Kostenlos-Verträge mit kompletter Erstattung aller Fixkosten, ohne Anschlussgebühr, obendrauf gibbed ‘n nagelneues Handy im Wert von über 200,- Euro. Sozusagen, vernachlässigen wir ‘mal den Papierkram, ‘n Handy geschenkt! Das schlägt garantiert ein. Dass die Verträge mit ihren 15 Euro Grundgebühr und Minutenpreisen von 39 und 79 Cent schon lange nicht mehr zeitgemäß sind und daher zum Telefonieren garnicht taugen, spielt keine Rolle, weil’se ja ohnehin niemand nutzen will. Naja, vielleicht ein paar Inklusivminuten abtelefonieren, mehr aba och nicht. Das Ende vom Lied: Der Kunde hat ein neues Handy für lau, der Händler wurde vom Mobilfunkanbieter sowieso ausreichend entlohnt und letzterer präsentiert bei der nächsten Pressekonferenz einen erheblichen Anstieg der Kundenzahlen, auf dem Papier.
Tatsächlich handelt es sich hier um eine allseits bekannte Luftnummer, Geldverschwendung, und den Preis zahlt die Gemeinschaft. Weil man könnte ja auch einfach fairere Tarife anbieten und dadurch neue und zufriedene Kunden gewinnen. Ah, o.k., das nehme ich zurück, denn der Kunde wird niemals zufrieden sein.
Nebenbei tauschen sich die Benutzer bei Telefon-Treff ebenfalls über vieles Andere aus, was nicht unmittelbar mit Telekommunikation zu tun hat, gute Konditionen bei Banken, Kaufhäusern, aktuelle Sonderangebote, Schnäppchen.
Dazu finden man in diesem Forum auch einfach Experten. Will ich etwa nach Spanien ziehen und frage mich, wie ich’s dort mit Internet und Mobilfunk anstelle, am günstigsten fahre, hier wird einem geholfen. Benötige ich einen aktuellen Treiber für mein UMTS, oder Tipps, Tricks zu Prepaid, und, und, und, das Angebot ist umfangreich. Empfehlenswert.
Getrübt wird das alles erstens natürlich dadurch, dass sich dort, wie im echten Leben, einfach dumme User tummeln, dumm & blöd. Die gibbed halt offline genauso wie online. Zusätzlich, finden sich unter den Moderatoren ein paar ganz besondere Einfallspinsel, wobei hier besonders Christian Urban negativ in Erscheinung tritt. Das is’ ‘mal echt ‘n Vollpfosten. Da kanns’de nur a bissl Meinung zuviel äußern und schon steht der mit erhobenem Zeigefinger da, total panne. Wenn Dummheit Fett lösen könnte, wärst du der König von Villa Riba! Und aktuell, tja, ohne Angabe von Gründen, wird der User gesperrt.
O2 o
Aha, jetzt auf der o2-Homepage, das ist nun also die lange angekündigte Tarifrevolution, über welche so viel spekuliert wurde:
15 Cent pro SMS und in alle deutsche Netze
60 Euro/Monat maximal

