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Das ALDI-Prinzip

Ronny Roger • Samstag, 25. April 2009 220 Uhr • Category: Korrespondenz,Supermarkt

——– Original-Nachricht ——–
Betreff: Das Prinzip im Berliner ALDI Kreuzbergstraße 39 oder Das Versagen der Qualitätssicherung
Datum: Sat, 25 Apr 2009 02:14:58 +0200
Von: [...]
An: ALDI Einkauf GmbH & Co. oHG <mail@aldinord.de>

Sehr geehrte Damen und Herren, liebes ALDI-Team,

ich erzähle Ihnen nun von einem kleinen Erlebnis, welches mich Freitag Nachmittag, es war der 24. April 2009, zum Schmunzeln brachte.

Ich stand an der Kasse. Das tue ich hin & wieder. Bei ALDI.

Es ging vorwärts. Nicht so schnell wie bei den jungen Männern, welche unter dem weißen Kittel Schlips und Kragen tragen, aber die Schlange an der einzigen Kasse bzw. der Rückstau in die beiden Gänge nahm langsam ab.

Dann passiert es: Etwas kleinlaut wandte sich ein Kunde der Kassiererin zu und erlaubte sich anzumerken, dass die Kartoffeln angeschimmelt seien. Die Kassiererin jedoch würdigt ihn keines Blickes und zieht unbeeindruckt weiter seinen Einkauf über den Scanner. – Dass wäre nicht gut, wegen der Bakterien und so, versucht er es in einem neuen Anlauf. Vergeblich. Die Kassiererin tut so, als hätte der Kunde nie etwas gesagt, als wäre kein Wort gefallen. Der freundliche Kunde bezahlt, bleibt noch kurz stehen, irritiert, baff, weil er anscheinend schon irgendeine Reaktion erwartet hatte, aber einfach garnichts kam, die Kassiererin ihn schlichtweg wie Luft behandelte, und lief dann mit seinem Einkaufswagen raus zu seinem Auto.

Warum amüsierte mich diese Geschichte? Ganz einfach: Die Situation war komisch. Wie kommt’s?

Ich kenne diesen ALDI seitdem ich in Berlin wohne. Viele Jahre. Ich weiß:

Das Obst und Gemüse, welches schon morgens Früh herumgammelt, tut es garantiert abends noch genauso. Du findest ganz sicher, wenn Du das Netz Orangen umdrehst, verschimmelte Exemplare darunter. Garantiert. Auch wenn die Erdbeeren gut aussehen, sollte man nocheinmal sehr genau hinschauen, die Packung herumdrehen, denn es kommt bei ALDI niemals vor, dass die gesamte Ladung Früchte genießbar ist. Bei ALDI schimmeln selbst die Ananas weg. Das Gemüse von ALDI hält keine zwei Tage, gekühlt. Die ALDI-Obstregale sind Brutstätte für tausende von hässlichen Fliegchen. Und, sie sieht immer aus wie’n Tohuwabohu.

Ich tippe aus jahrelanger repräsentativer Erfahrung und trotzdem bin ich immer wieder bestürzt wie ALDI mit Lebensmittel, mit den Früchten der Natur, umgeht. Da wird das Zeugs irgendwie hingerotzt, geknallt, fertig. Verdorbene Ware wird generell erst entfernt, wenn sie schon von selbst davonläuft. Ganz im Ernst, ich meine nicht irgendwie so ein bisschen Schimmel, gelegentliche Beobachtungen, nein, keinesfalls. Immer und meist absolut unübersehbar. Da überwuchtert der Schimmel ganze Obstkisten, es finden sich blau-weiße runde Dinger, wo man nur aufgrund der Beschilderung errät, um was es sich dabei früher für eine Frucht handelte. Wahrlich widerlich, ALDI Standard.

Woran liegt’s? Ganz einfach: Es gibt bei ALDI definitiv keine Frischekontrolle.

Alternativ handelt es sich bei den ALDI-Mitarbeiter/innen allesamt um dilettantische Blindfische. Suchen Sie sich’s aus, Sie wissen’s besser.

Wo bitte liegt das verdammte Problem, etwa dreimal täglich am Obst- und Gemüse vorbeizulaufen, die unschöne Ware rauszunehmen und das Sortiment zurechtzurücken?! Eine Investition von einer Viertelstunde täglich, der Kunde würde es der Firma danken. Ich meine, mag sein, die ALDI-Mitarbeiter/innen leben daheim im und mit Schimmel, und fühlen sich pudelwohl – ich darf Sie jedoch darüber aufklären: Normal ist das nicht und der Otto Normalverbraucher schätzt das null, garnicht, der will keinen Schimmel. Nirgendwo. Außer vielleicht a bissl auf seinem Blauschimmel-Käse. Glauben Sie’s mir.

Nebenbei ist das Obst nicht einmal besonders günstig. Ob frisch oder kaputt, es kostet nämlich immer dasselbe.

Und weil Sie ja noch was lernen möchten, teile ich Ihnen auch gerne mit, was die Konkurrenz eine Hausnummer weiter besser macht, nicht nur auf’s Obst & Gemüse bezogen. Ich umschreibe es einleitend mittels eines Beispiels:

Dienstag kommt eine Palette frische Kirschen, 2-Kilogramm-Eimer. Diese werden mit 10 Euro ausgezeichnet. Mittwoch sind sie leider nicht mehr ganz so frisch, kosten nun 8 Euro. Mittags schrumpeln bereits einige, 6 Euro. Und weil die heute noch raus müssen, gehen die letzten Eimer abends für 4 Euro weg. Das ganze nennt man Aufmerksamkeit. Da wird also regelmäßig geschaut, dass die Auslagen ordentlich sind, dass die Ware zwar einfach, dennoch ansprechend präsentiert wird und vor allem: Organischer Müll fliegt sofort raus!

Generell ist es im Vergleich zu ALDI bei Lidl ein viel angenehmeres und einladenderes Einkaufen. Das fängt schon beim Licht an. ALDI versprüht so das Flair eines Schlachthofs, kalt, farblos. Dann erscheinen die Mitarbeiter/innen bei Lidl um Längen freundlicher als die ruppigen ALDIler, wenn man von denen überhaupt ‘mal einen außerhalb des Kassenbereichs oder des verspiegelten Büros antrifft. Die bei ALDI sind (bis auf eine Ausnahme) stets so unentspannt, gestreßt, schlicht unsympathisch.
Der nächste Punkt ist ebenfalls ein alter Hut, die Wartezeiten Policy. Den ALDI-Kassierer/innen ist es nämlich wirklich total schnuppe wie lange der Kunden wartet. Da stehen die Kunden in den Gängen schon fast bis zur Kühltheke, egal. Die kommen niemals von sich selbst auf die Idee nach einer/m Kollegin/en zu klingeln. Erst wenn endlich ein ungehaltener Kunde für all das genervte Klientel vorspricht und eine weitere Kasse verlangt, wird gnädigerweise reagiert. Bei Lidl dagegen funktioniert dies automatisch, keine fünf Kunden und *zack* neue Kasse, selbstverständlich. Mitdenken erlaubt.

Wie dem auch sei, Entschuldigung, ich bin etwas abgeschweift. Kommen wir zurück zu dem Freitag Nachmittag und dem Typ, welcher die Kassiererin darauf aufmerksam machte, dass die Kartoffeln hinüber sind.
Die Situation war einfach deshalb absurd komisch, weil so völlig unnütze, überflüssig, ein hilfloses Unterfangen. Den gutgemeinten Hinweis hätte sich der Herr auch einfach sparen können, weil’er eben ohnehin auf taube Ohren stößt. Gewissermaßen tat mir der freundliche Kunde leid. Ganz schön gemein. Ein böser Kunde hätte sich vielleicht eine Gurke geschnappt und damit der unverschämt ignoranten sowie respektlosen Kassiererin ordentlich rechts und links eine übergezogen, zu Recht! Nicht passiert. Schade.

Sie werden sich jetzt sicherlich denken, aha, und warum schreibt der uns? Soll’er doch woanders einkaufen. – Ja, mach’ ich ja schon, meistens. Freitag Nachmittag verirrte ich mich in meinen ehemaligen Stamm-ALDI, sh#t happens, kommt nicht so bald wieder vor, versprochen.

Mit freundlichen Grüßen
[...]

Update 25.04.2009 02:38

——– Original-Nachricht ——–
Betreff: AR: Das Prinzip im Berliner ALDI Kreuzbergstraße 39 oder Das Versagen der Qualitätssicherung —->>(AUTOREPLY)
Datum: Sat, 25 Apr 2009 02:17:50 +0200
An: [...]

Content-type: text/html; charset=iso-8859-1

From: noreply@aldinord.de

Message-Id: <20090425001742.E7BCF1AD51@support.aldinord.de>
Date: Sat, 25 Apr 2009 02:17:42 +0200 (CEST)

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Sehr geehrte(r) Herr/Frau [...],<br>
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herzlichen Dank für Ihre Nachricht vom 25.04.2009.<br>
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Um Ihr Anliegen zügig und kompetent bearbeiten zu können, möchten wir Ihre Nachricht
an die für Ihren Wohnort zuständige ALDI-Gesellschaft weiterleiten.<br>
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Dazu benötigen wir die Postleitzahl Ihres Wohnortes.<br>
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Der nachstehende Link führt sie zu einer Seite, in der Sie diese Eintragung vornehmen können:<br>
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Wir danken für Ihre Mithilfe.<br>
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Mit freundlichen Grüßen<br>
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Ihr ALDI-Team<br>
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<a name=”FR”><hr></a>
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Chère Madame/ Cher Monsieur [...],<br>
<br>
Nous vous remercions de votre message du 25.04.2009.<br>
<br>
Afin de traiter rapidement et efficacement votre demande, nous transmettons
votre message à la succursale ALDI responsable de votre région.<br>
<br>
C’est pourquoi nous avons besoin du code postal de votre domicile.<br>
<br>
Le lien ci-dessous vous amène à une page où vous pouvez remplir votre code postal.<br>
<br>
<a href=”http://www.aldi-nord.de/kontakt/php/kontakt2.php?custId=5124650200618***#FR”>http://www.aldi-nord.de/kontakt/php/kontakt2.php?custId=5124650200618***</a><br>
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Nous vous remercions de votre collaboration,<br>
<br>
Sincères salutations,<br>
<br>
Votre équipe ALDI<br>
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<a name=”NL”><hr></a>
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Geachte mevrouw/ mijnheer [...],<br>
<br>
Hartelijk bedankt voor uw bericht van 25.04.2009.<br>
<br>
Om uw vraag snel en efficiënt te kunnen beantwoorden, zullen wij uw bericht
doorsturen naar de voor uw woonplaats verantwoordelijke ALDI-centrale.<br>
<br>
Hiervoor hebben wij de postcode van uw woonplaats nodig.<br>
<br>
Onderstaande link brengt u naar een pagina waar u deze kunt invullen.<br>
<br>
<a href=”http://www.aldi-nord.de/kontakt/php/kontakt2.php?custId=5124650200618***#NL”>http://www.aldi-nord.de/kontakt/php/kontakt2.php?custId=5124650200618***</a><br>
<br>
Wij danken u voor uw medewerking<br>
<br>
Met vriendelijke groet,<br>
<br>
Uw ALDI-team
</div>
</body>
</html>

Aha. Was’n dat für ‘ne Mail? Egal, hab’ ich gemacht. Großbeeren.

Update 28.04.2009 16:33

Keine Reaktion.

Update 29.05.2009 14:27

Keine Reaktion.

Update 16.06.2009 09:29

Reaktion! Als ich Sonntag – nach ‘ner Woche on Tour – den Briefkasten leerte, fand sich darin auch eine Visitenkarte von Julia F., Bezirksleiterin der ALDI GmbH & Co. KG Großbeeren. Sie schreibt in Rot.

Sehr geehrte Fam. [...],
bitte rufen Sie mich doch
unter der vorn angegebenen
Tel.Nr. zurück. Sie hatten
sich via E-Mail am 25.4.
bei uns über den Zustand
einer VST beschwert!! Ich würde
mich gern darüber mit Ihnen un-
terhalten! Vielen Dank. MfG [...]

Jaja. Nur habe ich darauf momentan überhaupt keinen Bock.

Update 17.12.2009 17:05

Business as usual. Es hat sich nüschts, aber auch gar nüschts verbessert. Schimmlige Zitronen, faulige Clementinen, tatsächlich egal wohin man guckt und vor allem vor den Augen der Filialleitung! Schlimm. – Sollten ‘mal lieber die flinken Kassiererinnen den Posten mit der Filialleitung tauschen, dann würde das wahrscheinlich anders aussehen.

 

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© Ronny Roger  Dich krieg'n'wa auch noch!