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Mickey Maus

Archivist • Donnerstag, 16. Januar 2003 2001 Uhr • Category: Backup

Gott, ich bin so fertig. Himmel hilf, erlöse mich von diesen Torturen, biiitte! Da sitze ich gerade vor meinem PC, mit einer immer noch dicken Backe, Fernseher läuft. Der Asoziale hier nebenan ist echt die Höhe. Der macht einen Lärm hier, schlägt jedes Mal die Türen so wie der andere Student und seine Gäste. Dann heute Mittag hört das neben mir nicht auf, voll der Krawall. Tatsächlich tat der Franzoke so, als würde er das Bad putzen, aber richtig laut, schmeißt die Klobrille hin und her, das da nichts kaputt gegangen ist. ‘Habe dann aber genauer hingeguckt, wie schlecht, von wegen sauber, kein Stück, nur so richtig oberflächlich. Der Typ ist echt schlimm, wieder typisch Godron. So viele nette Leute wollten das Zimmer haben, und dann nimmt er es so einem Vollidioten.
Also, heute Mittag hatte meine letztes Stündchen geschlagen und wer zart besaitet, kein Blut oder Horrorfilme sehen kann , so wie ich, der sollte nicht weiterlesen! Nicht erst eine Stunde vorher schickte ich ein Stoßgebet nach dem Anderen nach oben, Herr, lass mich diesen Tag überstehen. Dann war ich da, etwas gewartet, ein paar Zeilen Donald Duck in der aktuellen Mickey Maus gelesen, schon musste ich auf den Sessel. Nicht so direkt eine Liege, eine, die am Ende abgeknickt war wie ein Stuhl eben, so dass die Unterschenkel nicht auflagen. Die obere linke Seite musste dran glauben, zig mal stach er ein und dann wartete ich eine halbe Stunde, damit wirklich Taubheit vorhanden sei. Währenddessen unterhielten die drei, der Doktor und seine beiden Zahnarzthelferinnen, sich vorne, was hatte ich Angst, unendlich. Er fragte sie, welcher Sender das mit der Sieben sei, so der einzige, den er gut reinbekommen würde, wo nachts Sex laufen würde. Nö, das könne nicht Pro7 sein, vielleicht meine er 9live, doch, eine Sieben sei da, ganz sicher, er solle doch ‘mal ins Fernsehprogramm schauen. Eine zählte dann noch auf, dass sie die und die, seine Söhne und Ex-Frau kennen würde und dann trabten sie zu zweit an. Zu allem Überfluss konnte ich nicht unterdrücken zu fragen, was denn nun abgehen würde und bereute es sofort. Dass der mein Zahnfleisch aufschlitzen würde um die Quelle des Übels herauszuschneiden, das wusste ich schon, Achtung, jetzt kommt’s: Das führte er aus, sie würden die Seiten herunterziehen, herumstülpen und, und, und, jetzt ging es mir richtig schlecht. Absolut Horror folgte, trotz Betäuben, wie die da herumwerkelten und ich durfte nicht wegziehen, trotz Druck, Stichelleine und Schmerzattacken, regelrecht herumfuhrwerkten, wie dann drin herumgeschnippelt wurde. Gleich, das noch, schon fertig, nur die Ruhe, so wirkten sie andauernd auf mich ein, ich zitterte am ganzen Körper, mein Kopf dröhnte, ich schwitzte, überventilierte, dann zunähen, schlimm, als er dann wirklich fertig war, schmerzte mir alles, der ganze Körper, ganz langsam richtete ich mich zum Ausspülen auf, total fertig, öffnete einfach erst ‘mal den Mund und sabberte das Spucke-Blut-und-weiß-der-Kuckuck-Gemisch heraus bevor ich fähig war nach dem Becker zu greifen. Langsam stabilisierte sich mein Kreislauf wieder, mit tränenunterlaufenden Augen wurde noch ein Kontrollröntgenbild gemacht, dann noch ein Rezept bekommen, Penicillin V-ratiopharm und dolomo, dazu so ein Pack für die Kühlbox. Deshalb habe ich extra den Kühlschrank angeworfen. In einer Woche ‘nen Termin für’s Fädenziehen. Ade gesagt, einen Gruß hat er mir von meiner Zahnärztin ausgerichtet, als er mit dem Telefonieren fertig war. Ach bei der sei ich, er duzte sie, na, gefragt hat er nicht. Gesunden müsste ich nun selber, meinte der Chirurg, da kann er nichts mehr machen. Also Gott, bitte, bitte, bitte! – Und was ich machen würde, wenn so eine Aktion nochmal anstehen würde, keine Ahnung, ich weiß es echt nicht, aber ich würde mich da nur noch unter’s Skalpell legen ,wenn ich so absolut zugedröhnt wäre und gar nichts mehr spüren würde, unter Vollnarkose, wie auch immer, aber das, nie wieder, nie wieder, nie, nie, nie.
Was fallen eigentlich immer die Leute auf diese unseriösen Jobangebote rein, selbst blöd. Bei Explosiv hatten sie es über so Immobilienfirmen. Montag ‘mal bei JobSuccess in der Schillerstraße 37 vorbeischauen, 14 Uhr, das dumme Geschwätz anhören. Na sicher, ein Vorurteil, aber ganz realistisch, von der Front der Arbeitslosigkeitsverwaltung kann nur M#ll kommen. Filmhaus hat angerufen, der Kurs wird um zwei Wochen ab dem vierten Februar verschoben, o.k., ich habe ja noch nichts vor. Post kam von ‘ner Zeitarbeitsfirma, ob ich denn noch Interesse hätte, weil sie mich nicht erreichen konnte. Ja, habe ich, obwohl ich es hier in diesem Hause und allgemein in München eigentlich nicht mehr aushalte, die Geschäftsführerin hatte frei, ‘mal morgen schauen. Und Cinema steht an, ob ich’s schaffe, und ob ich nächste Woche die Premiereneinladung der Sneak Preview vorziehen werde, da habe ich mich noch nicht entschieden. TVM, die haben ja selten ein oder zwei hübsche junge Mädels, die anderen sind wohl weg, schön so und der alte Rest, bitte, uhhhh, Bernd, Robert, Willy und Konsorten, weg, weg, weg, grausam. Ein so ein junger Smilietyp hatte kürzlich einen Zwischenstopp bei RTL München live gemacht, auch so ein grottenschlechtes Programm und weg war er. N24 Nahaufnahme, wieder so Uraltkonserven, welche sicher schon vor über zwei Jahren auf Sat.1 gelaufen sind. Auch über Bettler in München. Und dass da niemals jemand eingreift, weder hart noch helfend, meine von Seiten des Staates, neneh. Was würde Stadt, Land, Welt nur ohne diese ganzen uneigennützigen Vereine tun, welche sich für die Umwelt und Menschen einsetzen, Heilsarmee, Greenpeace, Amnesty, Animal Peace, WWF, wie sie alles heißen, warum spenden die Staaten nicht, das sind doch die, welcher ihrer Aufgabe ungerecht sind.

 

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