“Hi herr kirch, coole anzeige!, haben sie schon ein job? gruss karl”, gestern Abend kam diese Mail von ‘karlsdesign.de’ (*Hola – hi Ronny³, würdest du bitte meine e-mail adresse von deiner website entfernen? vielen dank gruss · 01.04.2003 10:51), die erste Mail ohne kriminelle Vorsätze. ‘Habe ihm zurückgemailt, ob er denn etwas für mich hätte, es kam jedoch nichts zurück. Dann auch bei der Irlinger von Jones, Day, Reavis & Pogue nachgefragt, ob denn dort auch befristet was möglich wäre, no respond. Vom Béla kam noch ‘ne nette Mail, der entsagt auch diesem ganzen Silvestergetue und geht morgen auf die Piste seine Schneehasi suchen. Ganz korrekter Typ, schon a bissl jünger und manchmal hat er noch ein etwas, na ja, unbedachtes pubertäres Verhalten an sich, trotzdem überrascht er einem immer wieder, mit ‘ner saucoolen, bodenständigen Einstellung und ‘n ehrlicher Kerl ist er außerdem.
Noch einmal gekocht gehabt, das letzte Mal in diesem Jahr, ab morgen Diät, jetzt muss ich aber wirklich. Was macht eigentlich mein blöder Nachbar hier, der Student, kann der nicht nach Hause fahren. Wenigstens muckt er nicht auf. Der Kühlschrank ist bis auf Hohes C und Diet Coke weitgehend leer, das andere Zeugs werde ich nachher noch wegwerfen. Ein paar Bananen habe ich noch hier, mmh, ein paar Gummibärchen, Bonbons und so. ‘Mal schauen, ob der Wille stark genug ist, bisher nicht, damit ich nicht beim MäcDo lande. Übrigens, die Betrüger, die Rattenfänger: Gerald Heidenfelder (dg.heidenfelder@t-online.de;www.herausforderung.net), Günter Vogt (money-x@web.de;www.money-x.de), Rainer Kimmel (rainer.kimmel@innoflex.de;www.innoflex.de/rainerkimmel), Max Gnan (max.gnan@web.de;www.zukun.ft.ms), Andrej Sazepin (0172-7645967;www.super-mlm.com/ias), Ludwig Bayer (LDBayer@vr-web.de;0171-3865649), Klaus Guggemos (0224167650-0001@t-dialin.net) und Christian Bosch & Peter Smole (projekt21er@web.de;08634-6379), low lifes, lass abknallen!
Das Jahr geht zu Ende, habe ich schon erwähnt, dass sich Lilly telefonisch gemeldet hat, Alles halb so schlimm, ist halt Alles so Interpretationssache. In den KitKatClub geht sie heute mit der Micky, die Birthday hat, 35 Euro zahlen sie, wenn sie reinkommen, dort herrscht doch strenge Kleiderordnung, mit Buffet, Gtränke und so natürlich extra. Taxi hin und zurück kommt noch dazu, wenn man’s hat, bitte. Da warte ich gespannt darauf, was sie zu erzählen hat und ihr erstes Mal will sie da, weißt, so, weißer Puder, ich besuche sie dann im Krankenhaus, wenn sie dort gelandet ist. Habe ich eigentlich schon das erwähnt, irgendwie habe ich das Gefühl tausendmal … also in der Regel hat man da nicht viele Optionen: 1.: Man bleibt daheim; 2.: Man feiert im privaten Kreis und hofft das einem Niemand über die Schulter reiert, austickt oder irgendwelche Idioten nicht checken, dass die Raketen in den Himmel abgefeuert gehören und nicht quer über den Platz und die letzte Möglichkeit: Man sucht sich eine der tausende Locations aus, inseriert ist ja genug, geht entweder schon zum Büffet und feiert mit der älteren Generation oder zieht später los, steht ewig in der Schlange, wenn man das Pech hat Niemanden zu dort an der Tür näher zu kennen, zahlt einen Hammereintritt, die Getränkepreise können nur unter heftigem Alkoholeinfluss ertragen werden, genauso die Masse, kaum um die eigene Achse kann man sich drehen, pickepackevoll, vielleicht spielt so ein Möchtegern-DJ müllige Musik, die man aber erträgt, ab einem gewissen Drogenpegel ist fast Alles geil. Weiter geht’s, wer weiß, mag sein, man begegnet einer dummen Frese und die Faust rutscht. Irgendwann später wacht man auf, wenn nicht in der Ausnüchterungszelle oder im Krankenhaus, dann in seinen Federn, wage erinnert man sich, wie man Ewigkeiten warten musste und sich zombiemässig wankend und lallend um das Taxi prügeln wollte, um einen herum sieht’s aus wie Sau, die eigentlich gestern noch schwarzen Schuhe sind grau-braun-drecküberzogen, die verschwitzen Klamotten liegen überall verteilt, es fühlt sich, als würde jemand penetrant permanent einem auf die Birne trommeln, man fühlt sich nur schei##e, wie ausgek#tzt, auf dem Weg zum Wasser dreht sich noch alles, der Tag ist damit auch gelaufen, ein Blick in den Geldbeutel, wenn man den nicht verloren hat, gibt einem den Rest, huchje, frohes neues Jahr, super!
Dieses Haus nervt und die Isolierung, im Winter selbst bei vollepulle Heizung kühl, trotzdem eine horrende Rechnung, richtig krass unverschämt, und beschei##sen tut der Dr. Godron, einmal habe ich ihn ertappt, dann hatte er sich angeblich und zum ersten Mal um eine Kommastelle verguckt, na sicher, wer’s glaubt. Der Typ betreibt hier eine Nebenkostenabzocke, das ist nicht mehr feierlich, insgesamt geht’s dann doch, ist halt nur klein, aber reicht so lange man keine Gäste hat, denn das kann man vergessen. – Ja, der Karl Kovacs hat sich nicht mehr gemeldet, was fragt er dann so bescheuert? Müde bin ich, könnte mich gerade wieder hinwerfen. Noch so Einiges hätte ich zu tun, kann mich aber nicht aufraffen. Und nun, wir zählen die Stunden, die Minuten verinnen dahin, Gott lebe hoch, Prost auf ein Neues Jahr 2003.

