Gegen 16 Uhr werde ich’s nochmal bei Chandro probieren, welcher vielleicht mein Problemchen mit der linken Taste da unter’m Touchpad löst. Immerhin ist der so ein Thinkpad-Crack.
Bei Ikea war ich schon, 160,- Euro für die Sofabezüge. Die müssen nun irgendwie nach Rostock, vor Dienstag, weil’s dann nach Spanien geht. Vielleicht mit Mitfahrgelegenheit.de.
Die Anna Klimas sichtete ich, zumindest schätze ich ‘mal, dass sie es war. Weil sie unter all den Männern mit ihren uneinheitlichen und kunderbunten Möbel-Taxi-Warn-/Westen den seriösesten Eindruck vermittelte. Ein kurzer Blick eben. Und die Karawane der Transporter war nicht so lang und erschien damit weniger aufdringlich.
Krass, ich habe gerade einen Anruf erhalten. Leider “Private Number”, sprich unterdrückt, aber beeindruckend. Es war die Hermes Logistik Gruppe, eine überaus freundliche Dame vom Beschwerdemanagement, welche mich wissen ließ, dass sie sozusagen von ihrem Vorgesetzten meinen Fall zur Bearbeitung weitergeleitet bekommen habe. Sie, klaro habe ich den Namen nicht behalten, hat’s natürlich a bissl kürzer und schöner ausgedrückt, sei’s drum. Sie war sehr nett und versprach mir, dass der entsprechende Fahrer wegen dem “unmöglichen Verhalten” ein Gespräch erhalten würde. Das tut mit ein ganz klein wenig leid für den Fahrer, och weil ich Anschwärzen eigentlich doof finde, aber wer mich so ärgert, hat’s ned anders verdient.
Was jedoch wirklich so überraschend war, ist, dass ich diesen Anruf keine zehn Minuten nach dem Absenden der Mail erhielt, wohlgemerkt am Samstag nach 13 Uhr. Das ist toll. Hut ab.
——– Original-Nachricht ——–
Betreff: Hermes-Bote
Datum: Sat, 21 Mar 2009 13:34:42 +0100
Von: [...]
An: Hartmut Ilek <[...]@hlg.de>
CC: HERMES Logistik GmbH & Co. KG <info@hlg.de>Sehr geehrter Herr Ilek, sehr geehrte Damen und Herren,
da laufe ich heute Früh, wie des Öfteren des Morgens, die Treppe hinunter, möchte gerade die Wohnung unserer Hauswartin passieren und muss mir wieder einmal ihr Gemotze anhören, ob wir denn nie da seien und dass sie keine Lust mehr habe immer meine Pakete anzunehmen.
Konkret ging es um ein kleines Paket von Otto, welches wohl gestern gegen 20 Uhr abends abgegeben worden sei.
Nun ja, sie muss ja nicht, die Gute, und könnte einfach die Annahme verweigern. Aber bitte, das wollte ich Ihr vorhin nicht an den Kopf werfen.
Das Problem ist nicht nur, dass der Hermes-Bote vergißt bei mir zu klingeln – andere Leute wie Werbeblättchen-Verteiler, Müllabfuhr, DER Paketdienst, DHL, UPS, GLS, DPD, TNT, Fedex, GEZ und Bekannte schaffen es ja auch in aller Regel – nein, der Heini hält es nicht einmal für nötig uns über die Zustellung der an uns adressierten Lieferung in der Nachbarschaft zu informieren. Übrigens ist das heutzutage, im Jahre 2009, Standard, und es wird Zeit, dass Sie die Benachrichtungskärtchen bei Hermes wieder einführen, denn ich kann mich erinnern, früher gab’s die schon einmal und es war auf jeden Fall eine sinnvolle Geschichte.
Weil ich also erstens oft keine Information vom Versender erhalte, wann mit welchem Versandunternehmen die Ware auf den Weg geschickt wurde, wundere ich mich, was da so lange dauert.
Zweitens, weil der Hermes-Bote zu bequem ist, warum auch immer, bei mir zu klingeln bzw. mir keine Benachrichtigung in unseren großen und sehr leserlich beschrifteten Briefkasten einwirft, kommt es gerne zu der peinlichen Situation – zuletzt gestern, dass mir unsere launische Hauswartin die Frage stellt, warum ich denn meine Pakete nicht abholen würde.
Weil der Hermes-Bote ein Trottel ist, wäre die richtige Antwort gewesen. Ich formulierte es vornehmer und damit weniger treffend.Also, ich erwarte, dass
- der Hermes-Bote zukünftig bei uns klingelt.
- sofern Niemand anzutreffen ist, ein Zustellungs-Termin vereinbart wird.
- alternativ das Päckchen in der unmittelbaren Nachbarschaft abgegeben wird.
- ich zeitnah Information erhalte, wo ich die Sendung abholen darf.
Im Übrigen verbiete ich Ihnen und Ihren Mitarbeitern hiermit, irgendetwas, was an mich adressiert ist, und wo Sie mit der Auslieferung beauftragt wurden, bei der Hauswartin oder sonstirgendeiner Person abzugeben, wenn diese Souterrain, Erdgeschoß oder Hochparterre wohnen.
Nebenbei versende ich private Päckchen grundsätzlich via Hermes und dass Paket-Zusteller eben ein mies bezahlter sowie streßiger Job ist, das durfte ich selbst vor gut 12 Jahren als Aushilfsfahrer bei TNT erfahren.
Außerdem sind die schlechten Arbeitsbedingungen der selbständigen Fahrer – vor allem bei Hermes – ebenfalls hinlänglich bekannt, nur ändert dass in der Sache garnichts. Wenn ein Fahrer kein Bock auf den Job hat, dann soll er’s bitte so machen wie ich damals, nämlich den Transporter, wenn es sich dabei überhaupt um ein Firmenfahrzeug handelt, am Wochenende auf’m Hof abstellen und danach dem Ex-Chef eine Mitteilung zukommenlassen wo der Schlüssel dafür abgelegt wurde, fertig.Ich erwarte ein kurzes Feedback. Vielen Dank.
Mit freundlichen Grüßen
[...]–
[...]
Update 23.03.2009 10:30 Uhr
Kurz vor 10 klingelt’s hier, an den Hörer, “Hermes Logistik Gruppe”. Oh. Erster Gedanke war, ach M#st, jetzt kommt sich der Fahrer entschuldigen. Nein, es war ein netter Herr, leger und ordentlich gekleidet, Herr G., welcher sich freundlich nach dem Problem erkundigte und Abhilfe versprach.
So langsam wird’s unangenehm. Ich meine, dass eine Reaktion erfolgt, das ist toll. Aber so geballt, von mehreren Seiten, das ist fast schon zuviel des Guten.
Was das zeigt, ganz offensichtlich: Hermes weiß was Kundendienst ist und vor allem kümmert sich Hermes bei Problemen, auch bei Kleinen. Also versuchte ich das etwas herunterzuspielen bzw. aus dem Problem einen nervigen Umstand zu machen, denn mehr ist’s ja nicht. Es ist bzw. war a bissl nervig, nichts Schlimmes, aus die Maus. Hätte man auch ignorieren und vergessen können.
Der entsprechende Mitarbeiter wäre ganz neu, so ließ mich Herr G. wissen, und es sei wohl auch eine Benachrichtigungskarte gescannt worden. Bringt halt nix, wenn ich die ned im Briefkasten hatte und nein, die waren och nicht mit der Werbung rausgeflogen.
Kurzum, Herr G. versicherte mit dem Sub-Unternehmer zu sprechen, für welchen der Zusteller beschäftigt ist, und wir verabschiedeten uns. Der arme Zusteller, aber was soll man machen.
Hermes ist schon total in Ordnung. Ich würde auch mit Hermes verschicken, wenn’se so teuer wie DHL wären. Klar müssten Sie dann viel schneller werden, aber Hermes ist halt – im Gegensatz zu DHL (wobei der DHL-Zusteller echt Klasse ist) – einfach einfach. Da kann ich noch um Mitternacht zum Videostore Yorckstraße 89a latschen, muss nicht ewig anstehen, mich von der Postmitarbeiterin dumm anlabern lassen, wieviele Zinsen ich bekommen würde und so. Yut, zugegeben, mir versuchen sie nix anzudrehen, dafür komme ich wohl zu jung rüber.
Zurück zu Hermes. Der große schwedischen Möbelkonzern arbeitet inzwischen och mit Hermes zusammen und nach Hören Sagen läuft das sehr gut. Vielen Dank an Hermes, das Beschwerdemanagement scheint 1a zu funktionieren.
Update 24.03.2009 16:09 Uhr
Ihr Schreiben an die Geschäftsleitung, Sendung 330*611*01*5*4
Sehr geehrter Herr [...],
die Geschäftsleitung hat mich gebeten Ihren Vorgang zu bearbeiten.
Ihre Beschwerde haben wir wie telefonisch angekündigt an die zuständige Niederlassung weitergeleitet.
Aufgrund der Ihnen entstandenen Unannehmlichkeiten lassen wir Ihnen auf diesem Wege zwei Gutscheine zukommen.
Nochmals entschuldigen wir uns für die entstandenen Unannehmlichkeiten und hoffen, dass Sie künftig mit den Leistungen unseres Hauses zufrieden sein werden.
Mit freundlichen Grüßen
HERMES LOGISTIK GRUPPEJasmin I****
Kundenservice
Nicht wegen den Gutscheinen, weil die Päckchen kann ich mir schon noch leisten, sondern einfach wegen der Geste, dem Schreiben “Hamburg, 21. März 2009″, super. Dankeschön.

