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Birthday Girl

Archivist • Samstag, 3. August 2002 000 Uhr • Category: Backup,Filme

Birthday Girl Wir steigen ein als John Buckingham (Ben Chaplin) seine Person, sein Leben, reflektiert und zu einer Webcam spricht. Er hat genug der Einsamkeit. Da er als Bankangestellter mit einem netten Haus und einem durch Routine geprägten Tagesablauf auf einem ländlichen englischen Dorf bei London wohnend nicht so die Möglichkeit hat Bekanntschaften zu schließen, bzw. eher der schüchterne introvertierte Typ ist, klickt er sich durch die Dateien der Agentur "From Russia With Love".

Am Flughafen wartet er vergeblich, alle Passagiere sind weg, keine hat ihn angesprochen. Sie wartet hinter ihm, Nadia (Nicole Kidman) alias Sophia, wie sich nach dem Check in nach Moskau zum Ende hin John vorstellt. Auf der Heimfahrt in seiner alten orangenen Klapperkiste bekommt er schnell einen ersten gar keinen guten Eindruck seiner Wahl. Die durch die Vermittlungsagentur als nicht rauchende Englischstudentin Ausgegebene spricht bis auf ein ‘Ja’ kein Stück Englisch, sie raucht und erscheint wie eine billige Schlampe. Die zahlreichen Versuche die Vermittlungsagentur zu erreichen schlagen fehl. Und sie einfach wieder in den Flieger zu setzen schafft er nicht. Deshalb weil sie ihm direkt einen Verlobungsring aufdrängt und vor allem sich später auf seinen Fetisch für Bondage einlässt. Ein ziemlich unkommunikatives und eintöniges Zusammenleben.

Bis an ihrem, wie sie behauptet, Geburtstag, Yuri (Mathieu Kassovitz), ein so called "Cousin", mit seinem besten Kumpel Alexei (Vincent Cassel) in die Ruhe einbrechen. Die beiden Russen machen sich sofort mit aller Selbstverständlichkeit in seinem Haus breit, so dass John, dem die beiden wodkasaufenden Kerle von Anfang an äußerst suspekt sind, zuerst nur ungläubig zusieht. Ihm ist unwohl bei der ganzen Sache und das einnehmende Wesen und die rohe Umgangsart der Besucher tragen dazu bei, dass er sich überwindet den beiden eines Nachts mitzuteilen, dass sie hier in seinem Haus nicht bleiben könnten.

Damit ist die Aufwärmphase beendet und am nächsten Morgen ziehen die unwillkommen zwielichtigen Gestalten ihr Vorhaben, der Grund für ihr Auftauchen, durch. In der Küche sitzt seine Nadia gefesselt und mit einem Tape geknebelt. Alexei spielt den Verrückten, Yuri übersetzt, was der will. John, von seinem Chef, seinen Kollegen als plichtbewusster, arbeitsamer Arbeitnehmer geschätzt, holt in zwei Gitarrenkoffern neunzigtausend Pfund aus dem Safe um damit Nadia zu retten, sie zu befreien.

‘Wäre zu viel verraten, wenn man erwähnt, dass Nadia, ein ganz intelligentes, selbstbewusstes und im Kern ehrliches Mädel, zu den beiden Erpressern gehört und diese Masche schon einige Mal mit Männern der verschiedensten europäischen Nationalitäten durchgezogen hat. Vielleicht. Und dass sie schwanger ist, was Alexei, ihr eigentlicher Liebhaber, erst keineswegs gut heißt. Kommt eigentlich raus, von wem das Kind ist, wie viel Zeit von ihrem Eintreffen bis zu dem "Geburtstag" vergehen, nicht, oder? Auf jeden Fall gibt es so ein bisschen Happy End.

— Also, schwierig, der Dreh von "Birthday Girl", einer Art Möchtegern romantisch & komödiantischer Thriller, in England und Australien fand schon 1999 statt, die Weltpremiere war in Venedig am 6. September 2001. Geplant war, dass er ein Jahr davor, also 2000, in die Kinos kommen sollte. Tja jetzt kommt er dann zu uns, Jahre später, und wird wohl kaum bombig einschlagen. Nach Moulin Rouge, der danach gedreht worden ist, beeindruckt die Story des Miramax Films Movies mit Topcast, Regie Jez Butterworth, in Deutschland im Verleih des Concorde Filmverleih, null. Der Plot ist ziemlich flach, es verwundert, dass der FSK 18 hat, die Handlung bietet keine großen Überraschungen und Wendungen. Beispielhaft ist die Szene in dem Motel, wo John und Nadia zurückgelassen werden. Jetzt fängt sie gleich an englisch zu sprechen, ganz sicher, dachte ich mir während der Balgerei. Und in der selben Szene, was passiert, rate mal – sie spricht englisch. Die Russen sind keine russischen, keine deutschen, nein, französische Schauspieler. Die deutschen Untertitel im Cinema störten ebenso.

Zum Abschluss: Sehr klischeedurchwachsen, Nicole hat natürlich auch dort sehr schöne Augen. Ein Film, den man schnell vergessen wird, kein Hit, Durchschnitt. Aber warum nicht, wenn man gerade Zeit hat und nicht müde ist, die gut neunzig Minuten kann man überstehen, leichte Unterhaltung.

Cinema Sneak Preview: 02.08.’02
Offizieller Kinostart D: 29.08.’02

 

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