Sputen müssen sich die beiden, jetzt aber los, zum Bus. Ein Abschiedsküsschen an seiner Schule und weiter die Treppen zur Subway hoch Richtung Manhattan. New York City Bronx, dort ist der alleinerziehende Puerto Rican Single Marisa Ventura (Jennifer Lopez) in den ‘Projects’ aufgewachsen. In diesem Ortsteil wohnt sie immer noch in einer ruhigen Gegend, in einem kleinen Apartment, wo sie auf der Coach nächtigt und das Schlafzimmer ihren zehnjährigen Sohn Ty (Tyler Garcia Posey) beherbergt. Mit seinem Vater ist der Kleine nicht besonders glücklich, weil dem die Arbeit wichtiger ist als Versprechen einzuhalten oder ihm bei einer ‘Rede’ innerhalb einer Schulveranstaltung beizustehen. Von dem Trick mit der Heftklammer weiß er da noch nichts. Es ist Samstag, als es wieder einmal nicht klappt. Folglich nimmt ihn seine Mami wie so oft mit in’s Luxus Beresford Hotel, in dem sie als Zimmermädchen beschäftigt ist, und stellt ihn unter die Aufsicht ihrer Hausschneiderin. Ty langweilt sich dort und er entschließt sich oben vorbeizuschauen, wo Marisa mit ihrer Kollegin Stephanie Kehoe (Marissa Matrone) in der Suite der in höchstem Masse versnobten und absolut unzufriedenen Caroline Lane (Natasha Richardson) zu Gange sind. Auf diesem Wege lernt Ty Rufus und dessen Herrchen, den erfolgsverwöhnten und wohlhabenden Politiker Christopher Marshall (Ralph Fiennes) kennen, wie auch seinen immer am Rad drehenden Berater Jerry Siegel (Stanley Tucci), als diese sich zu ihm in den Aufzug gesellen. Über Nixon kommt es zu einer Konversation, ob er denn mit ihm und dem Hund laufen könne, wenn seine Mutter das erlauben würde. – Die ziemlich einfach gestrickte Stephanie, welche offensichtlich nicht so viel von Regeln und Vernunft hält, nötigt derweil Marisa sich in das 5.000 Dollar Dolce & Gabbana Outfit zu werfen, welches eigentlich in den Laden zurückgebracht werden sollte, bis diese jeden Gedanken an etwaige Konsequenzen beiseite drängt. Unten wartet Jerry angenervt mit Rufus während Christopher Ty hinterherdackelt. Und dann passiert es: Marisa und Christopher stehen sich plötzlich gegenüber, face2face, Auge in Auge.
Marisa scheint intelligent, sie arbeitet hart und ist schon lange dabei. Doch nie hat sie es gewagt eine weitere Stufe auf der Karriereleiter zu erklimmen, auch gehemmt durch ihre Mutter, welche davon überzeugt ist, dass ihre Tochter für nicht mehr als eine ‘Putze’ taugt. Nach einer personellen Umbesetzung wird nun eine Stelle frei und diese Führungsposition kann auch gerne intern besetzt werden, so der Hotelmanager John Bextrum (Chris Eigeman) und Hausdame Paula Burns (Frances Conroy), ihre Chefin. Trotz dem Marisa immer wieder von ihren Kolleginnen aufgefordert wird, schafft sie es einfach nicht über den Schatten ihrer Mutter zu springen. Überraschenderweise wird sie dann zu ihren Vorgesetzten gebeten und muss erfahren, dass ihrer Bewerbung entsprochen wird und sie nun ein verkürztes Management-Trainee-Programm zu absolvieren hat. Stephanie hatte in ihrem Namen das Bewerbungsformular bis auf ihre Sozialversicherungsnummer ausgefüllt. Marisa ist hin- und hergerissen, letztendlich ist sie happy, dass sich nun ‘mal etwas in beruflicher Hinsicht tut. Und sie hat alle ihre Kollegen und Kolleginnen hinter sich, vom Chefbutler Lionel Bloch (Bob Hoskins) bis zu Richard Hirschfeld, welcher die Sicherheitsmonitore überwacht.
Wider jegliches besseres Wissen, jedes Risiko ignorierend, lässt sich Marisa dann auch noch breitschlagen den von der Presse verfolgten U.S. Senator Kandidaten, welcher wegen seines Wahlkampfes eine Woche in der Stadt verweilt, auf einen Spaziergang im Central Park zu begleiten. Eine besonders schlaue Idee, sicherlich nicht und der völlig falsche Weg, eine gedankenlose Dummheit beiderseits. Christopher nimmt weitere Schlagzeilen um seine Beziehungsgeschichten in Kauf, obwohl er jede Wählerstimme braucht und Marisa setzt sogar ihren Job auf’s Spiel. Zwar haben sie eines gemeinsam, Ihnen fehlt etwas in ihrem Leben, glücklich sind sie nicht, doch funktionieren kann das nicht. Ob Christopher sie wahrgenommen hätte, wenn ihre erste Begegnung nicht im Bad gewesen wäre, so ‘unsichtbar’? Nun hält er sie für jemanden, der sie nicht ist, in gewisser Hinsicht hat es mit einer Lüge angefangen, mit einer hochmütigen Caroline hat sich nicht einmal den Namen gemein. Ty wünscht sich einen Vater, Christopher gefällt die Art, wie Marisa mit ihrer Meinung nicht hinter’m Berg hält und nicht nur das. Es ist eine verworrene Geschichte, die Komplikationen werden nicht weniger und Neid bringt das ganze Gerüst zum Einsturz ohne dass Marisa die Gelegenheit wahrgenommen hat die Karten offenzulegen.
Der Dreh startete unter Sony Pictures Entertainment am 29. April 2002 in New York City und zog sich bis Anfang August hin. Innen- und Außen-Kulisse für das Hotel bot u.a. das Untergeschoss und die Außenansicht des Waldorf-Astoria Hotel auf der Park Avenue. Das Metropolitan Museum of Art war die Drehlocation für ihren märchenhaft prinzessinenhaften Auftritt und Schauplatz der Romanze. Weitere Sets waren neben verschiedenen öffentlichen Örtlichkeiten auch The New York Public Library auf der Fifth Avenue wie auch Brooklyn’s Borough Hall, wo Christopher Marshall’s Büro in Albany in den Kasten kam. Diese Red Om Films Produktion der Revolution Studios wird von Columbia Pictures und bei uns durch die Columbia TriStar Film GmbH verliehen. Mit im Boot sind außerdem Shoelace Productions sowie John Hughes mit seiner Hughes Entertainment. Er steuerte als Edmond Dantès die Geschichte bei, welche sich kaum zu übersehen an ein uns allbekanntes Märchen anlehnt. Kevin Wade verantwortet sich für das Drehbuch und Wayne Wang aus Hong Kong führte Regie. Das Produktionsbudget betrug um die $ 55 Millionen.
— "Oh shit". Tausende junge Schauspieler wären für Tys’ Rolle in New York, Los Angeles und Miami gecastet worden und Tyler Garcia Posey wäre die ideale Besetzung, so Elaine Goldsmith-Thomas, Produzentin der Revolution Studios und Head in New York. "Wenn im Film Jennifer und Ralph die Liebe sind, dann ist Ty das Herz", so geht sie noch weiter. Nein, da haben der Castingchef Todd Thaler und sie ‘mal richtig fett danebengegriffen. Da ist doch null Talent vorhanden. Nebenbei, auch die Leistung von Wayne Wang lässt wirklich zu wünschen übrig. Fiennes, nun, besonders sympathisch und schillern kam der noch nie rüber. Und Lopez, auch Sandra Bullock hätte diese Rolle spielen können, das war mein Gedanke bevor mir bekannt war, dass die tatsächlich ‘mal im Gespräch gewesen ist. Aber trotzdem, sie war ganz akzeptabel. Dass das Script so unausgegoren ist, dafür kann sie ja nichts. Die Basis der Story ist einfach nett und sie bildet den Grund für jedes zweite ausformulierte Hollywood-Drehbuch. Die Umsetzung hierbei ist leider nicht besonders gelungen, sei es nun, dass Ty nervt, Fiennes wie immer ziemlich trocken ist, aber steigerungsfähig oder es einfach nicht zusammenpasst. Sicher, der Streifen kommt schon arg dialogarm, langweilig, langsam rüber, auch dass alles so absolut berechnend ist und nicht die kleinste Überraschung bietet, voll banal und klischeehaft. Noch schlimmer und ich denke da liegt das eigentliche Problem: Der Funken springt einfach nicht über, insbesondere zwischen den beiden Hauptcharakteren und von der Leinwand zum Zuschauer. Von Glaubhaftigkeit wollen wir ‘mal gar nicht anfangen. Dass die Arbeit nicht den Menschen definiert, der Spruch ist noch so ein kleines Highlight. Was dem Streifen aber noch so richtig den Rest gibt ist die Szene der Pressekonferenz vor dem Happy End. Wie schlecht, wie schlecht, voll daneben! Fazit: Auch wenn’s arg negativ rüberkommt, der Film geht leicht runter und ist lockeres Popcornkino, einfach zum Zurücklehnen und ohne nachzudenken berieseln lassen. Ganz o.k..
Cinema Sneak Preview: 31.01.’03
Offizieller Kinostart D: 06.03.’03

