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Red Dragon

Archivist • Samstag, 5. Oktober 2002 000 Uhr • Category: Backup,Filme

Red Dragon Auftakt ist ein Konzert auf einer Bühne in Baltimore. Schwenk ins Publikum, dort erkennen wir Dr. Hannibal Lecter (Anthony Hopkins), dessen Gehör über die Misstöne eines der Musiker an einem Blasinstrument nicht gerade frohlockt. Nächste Szene, Lecter hat zum Dinner geladen, Erwähnung findet auch das Verschwinden eines der Herren aus dem Ensemble und als Lecter noch gefragt wird, was er denn hier zubereitet hätte, fühlt sich der Zuschauer in seiner Ahnung bestätigt. Er könnte das nicht verraten, da sie es sonst erst gar nicht probieren würden. Selbstverständlich mundet das Mahl seinen Gästen. Es ist köstlich. Im nächsten Akt lernen wir Special Agent Will Graham (Edward Norton) vom FBI kennen, welcher sich meist erfolgreich mit der Aufklärung von Serienmorden beschäftigt. Dabei holt er sich gerne Hilfe des Forensik-Experten Dr. Lecter. Heute Abend will er eben diesem einen neuen Gedanken zu dem aktuellen Fall kundtun und erfahren, was er davon hält. Den Mordopfern wurde jedesmal ein gewisses Organ oder Körperteil entfernt, welches außerhalb des Kannibalismus zubereit eine Spezialität wäre. Ein Buch im Arbeitszimmer von Lecter öffnet Profiler Graham die Augen. Wenige Augenblicke später wird er attackiert, es kommt zum Kampf auf Leben und Tod, beide überleben schwerverletzt. Graham ist der Held, er zieht sich von diesem Rummel zurück nach Florida, wo er mit Frau und Sohn lebt, lieber Böttchen repariert, als Tatorte von Massenmörder analysiert. Dies ist die Vorgeschichte zu "Das Schweigen der Lämmer" (1991) und "Hannibal" (2001), welche hier von der ersten Festnahme Lecters’ erzählt.

Jahre ziehen ins Land. Eines Tages erhält Graham einen Besuch von Senior FBI-Agent Jack Crawford (Harvey Keitel), der sich von ihm Unterstützung auf der Suche nach einem besonders grausamen Mörder erhofft. Graham hat diese Begabung, er sieht mehr, er kann sich in die Gedanken des Serienkillers hineinversetzen, das braucht das FBI, denn zum nächsten Vollmond, dem weiteren scheinbaren Abschlachten einer jungen Familie ist es nicht mehr lange hin. Natürlich sagt Graham nach dem ersten ‘Nein’ doch zu, will sich aber ihm Hintergrund halten. Sein Gegenspieler ist Francis Dollarhyde (Ralph Fiennes), welcher davon überzeugt ist sich in den biblischen Gott der Apokalypse zu verwandeln, den ‘Roten Drachen’. Der Fan von Lecter wurde selbstverständlich nicht als Monster geboren, Hintergrund ist eine sehr schlimme Kindheit ohne auch nur nur ein kleines Stückchen Liebe der herrschenden Mutter. Das machte ihn zum psychischen Wrack, einerseits introvertiert, verängstigt, unfähig mit Gefühlen umzugehen, zum Anderen nimmt er sich die Macht, welche er nie gehabt hat, er ist Gott und richtig, das will er nicht aufgeben.

Will Graham schafft es nicht den Fall zu knacken und die Zeit läuft. Er kommt nicht ohnehin sich Hilfe zu holen, und da gibt es nur eine Person mit diesem Gedankenschlag, der Schläue und dem Wahnsinn: Dr. Lecter. Somit konfrontiert er sich mit seiner Angst und Lecter hält die Zügel in der Hand. Lecter schafft es sogar ‘Tooth Fairy’ Dollarhyde zu ermuntern Wills’ Familie auszulöschen und gibt dessen Geheimadresse weiter. Bevor etwas Schreckliches passiert wird diese daraufhin evakuiert – bis die Gefahr gebannt zu sein scheint.

Auch der Film "Manhunter" (1986) basierte auf dem Roman "Red Dargon" (1981) von Thomas Harris. Dieser dramatische Krimi-Thriller, ein Universal Pictures Streifen, umgesetzt durch Dino De Laurentis Productions und Scott Free Productions wurde ab dem 7. Januar 2002 u.a. in Los Angeles, Baltimore City, Westminster (Maryland) und Florida unter der Regie von Brett Ratner gedreht. Ein vierter und letzter Teil der ‘Trilogie’ wird folgen. Um die $20 Millionen soll Hopkins erhalten haben, welcher digital um etwa 20 Jahre verjüngert wurde, bei einem Budget von etwa 100 Millionen Dollar. Acht Stunden hat die Maske für das Tattoo von Fiennes benötigt, als Vorlage diente ein dämonisches Gemälde des Poeten William Blake. Offizielle Weltpremiere war am 30. September im Ziegfeld Theatre in New York City, das Movie lief wohl auch schon davor beim Venice International Film Festival.

— Hopkins’ cooler, ruhiger, wahnsinniger, berechnender Blick ist einzigartig. Niemals könnte seine Rolle die Kontrolle verlieren, er scheint über Allem und Jedem zu stehen. Doch wir beobachten ihn nur etwa eine halbe Stunde des Filmes. Das Intro, woher er kam, wer er ist, erscheint so beiläufig und ist in fünf Minuten abgehandelt. Diese Folge in der Hannibal-Reihe ist ein Muss für die Fans. Wer etwas für die ersten Teile übrig hatte wird auch von diesem Horror angetan sein. Im Gesamten betrachtet bringt "Red Dragon" sicher nichts Neues, klar, ein paar abstossende Bilder, Schocker eben und Action. Manches spricht an, vieles jedoch langweilt. Sozusagen nach dem Schema F geht die anspruchslose Story von sich, es gibt Überraschungen und plötzliche Wendungen, vorhersehbar. Man macht sich als Zuschauer Gedanken, was in der nächsten Szene, in den folgenden Minuten, passiert, meistens liegt man damit genau richtig. Und das nimmt einem die Spannung, es ist alles so dümmlich und glatt. Nebenbei kommt einem Norton wie ein Tennie vor, der sich irgend wie auf dem Filmset verlaufen haben muss, überzeugend ist er aufgrund seiner Schauspielleistung, nicht aber durch sein Auftreten. Irgendwie habe ich es verpasst, ‘hätte mich auch interessiert, was ‘Graham’ macht, wenn er sich ‘mal nicht ein lebensgefährliches Gefecht mit einem Psychokiller liefert oder mit der Family über das Wasser segelt, Bücher schreiben? Logik scheint dem Drehbuchautor Ted Tally ebenso unbekannt zu sein, hat ‘Dollarhyde’ eigentlich zeitweise eine Tarnkappe getragen? – Nicht der Hit an sich, aber aller Wahrscheinlichkeit nach und mit der üblichen Vermarktung ein Erfolg. Zum Abschluss: Wer sich schon für die ersten beiden Movies der Reihe begeistern konnte, der sollte auf alle Fälle ganz schnell ein Ticket erwerben. Wer ‘drauf steht, viel Spaß!

Cinema Sneak Preview: 04.10.’02
Offizieller Kinostart D: 31.10.’02

 

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