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xXx

Archivist • Samstag, 12. Oktober 2002 000 Uhr • Category: Backup,Filme

xXx Er ist auf der Flucht mit einem mysteriösen Gegenstand. Den hat der ordentliche NSA-Agent gerade einem Typ auf der Strasse abgejagt. In der zum gewaltigen Hardrock von ‘Rammstein’ abdancenden Masse unter dem Kirchendach hofft er seine Verfolger abschütteln zu können. Die Stimmung kocht. ‘Feuer frei’, die Performance der ganz anderen Band ist atemberaubend und mitreissend. Der tosende Sound wird ergänzt durch heftige Feuersalven. Doch das schützt den Flüchtigen nicht. Nach dem tödlichen Schuß wird seine Leiche von der Menge auf Händen getragen. Er hatte keine Chance gegen den paramilitärischen Verbrecherring um den Osteuropäer Yorgi (Marton Csokas). Der lässt im Untergrund seiner mit Waffengewalt an sich gerissenen Festung unter Beihilfe von russischen Wissenschaftlern eine neue qualvoll tötende biologische Giftgas-Waffe namens Ahab produzieren, mit deren Hilfe er einen entgültigen Weltkrieg herbeiführen will, nachdem vordergründig keine Herrschaft mehr existieren soll, nur die Freiheit.

Um was es genau geht, was da unter dem Begriff der ‘Anarchy 99′ an Unheil im Anmarsch ist, das ist der amerikanischen Staatssicherheit noch nicht ganz klar. Um den Machenschaften des Syndikats um den Ex-Soldaten Yogi, seines Bruders und dessen sexy Freundin auf den Grund zu gehen beschreitet der NSA-Agent Gibbons (Samuel L. Jackson) einen neuen Weg. Er benötigt diesen Super-Agenten um diese Verbrecherorganisation zu infiltrieren. Und dafür hält er keinen seiner hauseigenen Schlipsträger für geeignet. Augustus Gibbons veranstalt folglich ein für die Bewerber eher unfreiwilliges Casting. Nach der Aufnahmeprüfung in einem Dinner findet die nächste Bewährungsprobe im Umfeld der kolumbianischen Kokainplantagen und unter massivem Beschuß von Drogenkartell & Polizeihubschraubern statt. Er geht als der Auserwählte hervor, legendär sind seine meist illegalen Stunts. Videos seines Extremsports vertreibt Xander ‘Triple X’ Cage (Vin Diesel) weltweit auf dem Schwarzmarkt. Gibbons lässt ihm keine Wahl, denn ihm ist sehr wohl bekannt, dass sich der mit Tattoos übersähte Muskelprotz von Niemandem etwas sagen lässt und den Tod schon gar nicht fürchtet. Entweder ab ins Loch oder auf mit der Lufthansa nach Prag. Dort angekommen wird ihm der tschechische Polizei-Kontakter Milan Sova (Richy Müller) zur Seite gestellt, den er aber schon bei dem ersten Kontakt mit Yogi abschüttelt. Bei Yogi will Triple-X zehn Sportwagen bestellen, ‘mal so zum Warmwerden. Immer dabei ist die düstere, geheimnisvolle, unnahbare Yelena (Asia Argento), an der unser Held sofort Gefallen findet. Diese Mission stellt xXx vor so einige Herausforderungen, die Rettung der Welt ist das eine – Liebe das andere.

Unter der Regie von Rob Cohen nach dem Drebuch von Rich Wilkes und mit einem Budget von um die $ 70 Millionen vertreibt Columbia Tristar die erste Folge des Agenten-Thrillers aus der Produktion von Original Film und der Revolution Studios. Für die zahllosen Spezialeffekt-Sequenzen zeichnet sich Digital Domain verantwortlich. Vin Diesel wollte es nur für 10 Millionen tun, ‘hat er bekommen. Am 26. November letzten Jahres ging’s in Los Angeles los, die andere Location war dann Prag ab dem 7. Januar 2002. Der zweite Teil wird wahrscheinlich bei uns in zwei Jahren den Kinosaal erreichen.

— Der Film ist ein Wahnsinn. Dank des umwerfenden Sounds von Rammstein hat uns der Streifen schon in den ersten Sekunden ergriffen. Cooler Soundtrack. Man wünscht sich direkt dorthin, abfeiern, Party hemmungslos. Das Schema dieses Agententhrillers ist mehr als bekannt und wird in aller Regelmäßigkeit neu aufgebrüht. Good guy versus bad guy, der Held rettet die Welt, in der abschliessenden Szene finden wir ihn mit dem Girl an seiner Seite, die letzten Worte kommen aus dem Hauptquartier des Geheimdienstes und so weiter. Es erscheint anfangs wie die Parodie auf den schon viel zu viele Jahrzehnte im Dienste der britischen Krone stehenden jederzeit korrekten 007. Mit "xXx" kommt nicht der würdige Nachfolger, nein, das ist Konkurrenz, welche auch gerne ein Stückchen vom Kuchen abhaben will, fast der Anti-Held. Tausendmal charismatischer, aber auch trivialer ist der amerikanische Untouchable, menschlicher, ehrlicher, nicht ganz so abgehoben. Richtig top sind aber sicher die unglaublichen und komplett durchweg nur unrealistischen Stunts, die einem kein ‘Ahh’ und ‘Ohh’ entlocken, sondern einen vielmehr kopfschütteln, schmunzeln und lachen lassen. Leider ist es manchmal einfach zuviel des Guten, dann ist es eben nicht mehr lachhaft, sondern nur noch total lächerlich. Von der Geschichte dürfen wir uns selbstverständlich auch nichts erwarten, auch dort unterscheidet er sich kein Stück von seiner Vorlage. Action & Sex, das ist kein neues Rezept, lecker. Jedoch hätte mir der Showdown fast den Heidenspaß verdorben. Achtung fetter Spoiler: Da rast das Ende der Welt auf der Moldau mit einem Affenzahn dahin, der Retter stürzt sich auf das Höllenwerkzeug, weiss sich dann aber nicht zu helfen. Moment, war da nicht vorher noch was, ja, der Fallschirm, der riesige Fallschirm des Helden, Stars & Stripes!!! Es ist nur ätzend, die Amerikaner müssen so unglaubliche Minderwertigkeitskomplexe haben, dieser andauernde profilierungsbedürftige Nationalstolz, dieser Hochmut, diese abgehobene masslose Arroganz. Und dann als xXx auf der anderen Seite der Brücke wieder auftaucht – wie überraschend, hohoho, was geht ab, wie kann der frieren, warum fröstelt der?! Schmerzen kennt er doch auch sonst keine, sehr sonderbar, total bescheuert! Genug. Herausgekommen ist ein erfrischender, vollkommen sinnloser, sehr geiler Film. Anschauen. ‘Bang, Bang’!

Cinema Sneak Preview: 11.10.’02
Offizieller Kinostart D: 17.10.’02

 

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