Kategorie Kurzgeschichte: Winter 98/99, mein Quartier hatte ich in einem Düsseldorfer Garten-/Gästehäuschen, schön gelegen ein paar Schritte zum Benrather Schlosspark. Ein Zimmer ebenerdig mit Bad. Sehr schön, noch besser, bei einer total korrekten Familie, mit zwei der ‘Kinder’ war ich auf der Schule. ‘Hatte sich irgendwie so ergeben, dazu ein andermal. Es war Winter, richtig, nicht das was wir sonst diese Jahre gewohnt sind, es war echt Winter, kalt und so. In dem Häuschen hing so eine Steckdosenheizung an der Wand. Das Problem daran, die Temperaturegulierung gestaltete sich ziemlich schwierig. Das Ding hörte nämlich nicht irgendwann auf zu heizen, heißt ‘heiße’ Luft, und trocken. Entweder man wachte auf und rang nach Luft und spurtete zuerst einmal zum Wasserhahn oder es war eiskalt.
Ein Einfall kam mir. Im Keller in Ulm stand noch so ein Heizkörper, auch elektrisch, aber angenehmer die Wärme dosierend. So ein Ding, sieht aus wie eine echte Heizung, wie man sie so früher hatte, in der Form. Die stand früher einmal im Büro. Die wollte ich mir schnappen. Und wie macht man das. Man fährt hin, mit der Bahn, ‘ist am günstigsten. Nebenbei ein paar Tage lecker Essen, super.
In einer guten halben Stunde fährt der IC von Ulm nach Düsseldorf. Auf dem Rücken den fetten Rucksack und jetzt kommt die Heizung. Draußen lag Schnee, bzw. das was davon übrig war und jetzt ganz toll gefroren war. Wir wohnen da auf ‘nem Berg, auf einem Seitenweg geht es zur Bushaltestelle. Den Heizkörper vor mir mit beiden Händen, ziemlich unhandlich, aber ich hatte mich dazu entschlossen dieses Ding mitzuschleppen. F#ck war das glatt, trotz festem Schuhwerk, beinahe hätte es mich hingeschmissen. Diese Gewicht auf dem Rücken und dann das vor mir, ätzend. Jetzt wurde die Steigung weniger, vorsichtig ging es vom Gras auf den Weg zurück. Schräg sehe ich den Bus meine Haltestelle anfahren. Denn wollte ich kriegen. Das wäre im Grunde kein Problem gewesen. Doch als Packesel auf dem schlüpfrigen Untergrund. Zu spät, ich ließ mich hinreißen.
Denn krieg ich, den krieg ich, jawohl, laufen, er steht. Wenige Meter sind es noch, zur Haltestelle geht es etwas ums Eck. Schnellschnell, vorsichtigerweise hob ich kaum die Füße um einen besseren Halt zu haben. Was passierte, der Gehweg war hammerglatt, bescheuert genug mit der Heizung zwischen den Armen, es ging in die Kurve um die Ecke, der Busfahrer sieht mich schon längst. – Schwubs *arrrgh* waren die Beine weg, fett hat’s mich auf die Frese gelegt.
Verflucht, verdammtes Dr#cksding, am liebsten hätte ich sie direkt auf die Straße geworfen und zerstört, der Bus wartete nicht darauf bis ich mich wieder aufgerappelt hatte. Irgendwann dann mit dem nächsten Bus unten am Hauptbahnhof angekommen. Die Züge waren alle gut besetzt, die Reise führte nach Köln, dort mit dem Regionalexpress nach Benrath, von dort weiter zwei Straßenbahnstationen. Was gucken die alle so, wohl noch nie eine Heizung auf Reisen gesehen. In der Straßenbahn meinte ein Kind, das Ding würde dazugehören. Kaputt habe ich dann mein Ziel erreicht. Viele Male hatte ich auf dem beschwerlichen Weg überlegt dieses Objekt einfach irgendwo stehen zu lassen. Was nach meinem Auszug mit der Heizung passiert ist, das ist unbekannt, wahrscheinlich landete sie schon längst in einer Müllpresse.

