Archivist • Montag, 3. Mai 2004 000 Uhr
Herrlich, es ist gelaufen. Aus der Serie ‘Erfahrungen, auf welche man gerne verzichtet’ ein paar Worte über das Berufsleben der vergangenen zwei Jahre, wie es dazu kam, wie’s war bis zum Schlussstrich.
Spät dran war ich im Februar 2000, eine Ausbildung sollte es nun erst ‘mal werden. Und wenn eine Ausbildung, dann nicht irgendeine. ‘Kaufmann für audiovisuelle Medien’ musste es sein, keine andere. Nicht wegen dem Glamour wie all die Kinder meinen, nein, weil die Beschreibung auf Herausforderung schließen ließ, auf dass man selbst gefordert ist, Action eben. Und weil’s eine der interessantesten Branchen ist. Ja.
Am 24.07.02 kam endlich die Absage von ProSieben, die Bestätigung, dass es nicht möglich ist, einen einzigen Ex-Auszubildenden der KirchMedia, der einzige ausgelernte AV-Medienkaufmann der KirchGruppe, welcher einen Job eben bei der KirchGruppe haben wollte, zu vermitteln. Nun, besser so, das sag’ ich mir schon lange, nun, nach über einem Monat Warterei und mehrmaligem Nachhacken die Gewissheit, ich bin zu gut. Aber nun zu der verschwendeten Zeit im Allgemeinen:
Aus dem Netz hatte ich mir damals alle möglichen Adressen irgendwelcher Film-/Fernsehunternehmungen herausgelassen und dann einfach blind ‘drauf los beworben. Natürlich kamen Absagen, der größte Teil. Entweder der Beruf wurde nicht ausgebildet oder die Entscheidung war schon längst gefallen gewesen. KirchMedia war so das einzige Unternehmen, welches seine Stellen im ASIS ausgeschrieben hatte. Gutes Abitur wollten die, folglich nichts für mich. Nachdem sich so bei mir die Absagen stapelten sollte es daran nicht scheitern, eine mehr oder weniger, was soll’s. Und eine nette Dame von der Filmproduktion Janus GmbH gab mir in ihrem Absageschreiben den Rat mich bei der KirchMedia GmbH & Co KGaA zu bewerben.
Ein weiteres Anschreiben ausgedruckt, eingetütelt und ab damit. Am Tag danach, das ging ‘mal fix, wurde der Termin für ein Vorstellungsgespräch ausgemacht. Dann auf ins Web auf die Unternehmensseite, die Bahnverbindung herausgesucht und wenige Tage später stand ich dann in Ismaning, da wo sich die ganzen Fernsehteams zu ihrer Berichterstattung während der ‘Kirch-Krise’ positioniert hatten. Ein Hallo mit dem Personalreferenten und einer Kollegin folgte und nach einer Stunde war’s vorbei gewesen, mein erstes richtiges Vorstellungsgespräch. Und wie war das Gefühl hinterher? Na ja. Zeit zog ins Land, später, ich sollte zurückrufen. Oweh. Ich begab mich in den Serverraum meines damaligen Arbeitgebers, wo ich meine Ruhe hatte, und wählte. Was ich denn denken würde, super Frage, Spannung. Dann, ja und die schriftliche Einstellungszusage ließ nicht lange auf sich warten. Perfekt – dachte ich damals. Und um es vorwegzunehmen, nein, bereuen tue ich’s nicht, kein Stück, war o.k..
Eine Woche vor dem Ausbildungsbeginn, dem 1. September, wurde zu einem ersten Kennenlernen zwischen den neuen, den vorherigen Azubis geladen, sowie dem Ausbilder, der nicht der war, der uns ‘ausgewählt’ hatte. 4 sind das jedes Jahr, und da kommen mehr als 100 Bewerbungen auf eine Stelle. Inzwischen hatte man auch eine Unterkunft gefunden, aber das soll nicht diese Geschichte sein. Mit dem Europcar VW-Transporter parkte ich damals einfach frech vor dem Konzerneingang. Hallo hier, Hallo da, Spielchen folgten zum Aufwärmen, ein jeder erzählte so über sich, das übliche Trallala eben. Mittagessen in der Kantine und mit dem Ausweis machen war’s das für mich, denn ich wollte den Transporter noch zurückfahren und -geben.
So wahnsinnig will ich nun auch gar nicht ins Detail eingehen. Der erste Ausbildungstag begann mit einer Führung durch die TaurusMediaTechnik, PlazaMedia und damaligem HOT, wonach wir einfach nur geglättet, am A#sch waren. Mmh, nicht ins Detail, na ein bisschen, wir haben doch Zeit. Vorwegnehmen möchte ich, die Ausbildung läuft ungefähr so ab, dass man alle vier Wochen die Abteilung wechselt und drei mal im Schuljahr einen etwa vierwöchigen Berufsschulblock hat.
Werbematerial war die erste Abteilung. Und aufführen was da so wo abgeht, neh, diese Ausführung erspare ich mir. Die Abteilung befand sich auf dem Gelände einer ehemaligen Ziegelei, da wo auch “Geh aufs Ganze” und so gemacht wird. Antenne Bayern und das DSF befinden sich auch noch auf der Agrob. Super Sache also, weit ab vom Schuss, ganz neu. Die Kantine dort, sauteuer und noch schlechter. Beim Herumspazieren während der Mittagszeit traf man noch plötzlich auf eine alten Schulkameraden, Smalltalk hier und da, wie’s eben so ist. Yo, aber die Leute dort waren echt korrekt, nett und ‘ne nette Chefin war dort vor Ort, die wohl früher ‘mal Sekretärin vom Leo war, und die, bevor sie diese Abteilung übernommen hatte in der Materialbeschaffung tätig war, wo man sie noch duzen durfte. Eine kompetente und umgängliche Person. Yo, was noch, ja, der Weg dahin immer, nervig. U2 bis Sendlinger Tor, dann die U6 bis Studentenstadt und von da aus der Bus 231 nach Ismaning, der nur alle 20 Minuten fährt.
Filminformation betitelte sich die nächste Abteilung ab dem 25.09.. Nicht besonders spannend, Dateneingabe eben, die ganze Zeit, zum Gähnen. Das Gute, man war nicht ab vom Schuss, sondern in der Konzernzentrale und traf seine Azubikollegen. Die Leute dort, ganz in Ordnung. Zwar hat man das Gefühl der Abteilungsleiter würde nur zum Zeitungslesen, Premieregucken und Mittagessen kommen und die Abteilungsassistenz tut gar nichts, aber ich war ja nur 4 Wochen dort und somit lässt sich das objektiv schlecht beurteilen.
Und jetzt kam der Hammer, wahrlichwahrlich, Hammerhammer, die Verwaltung. Ein Abteilungsleiter, das A#schloch in Person, obwohl ich immer noch daran glaube, dass der einen ganz netten Kern hat, jedoch habe ich den nie kennen gelernt. Wir mussten immer für jede Woche so einen Ausbildungsnachweis tippen, etwa eine Seite, was so in dem Bereich unseres Einsatzes von sich geht und was wir gemacht haben. Im Grunde total unnötig, in anderen Firmen schreiben die da pro Woche gerade ‘mal einen Satz. Nicht so bei uns. Und schon gar nicht in der Verwaltung. Natürlich haben wir und immer die Berichte unserer Vorgänger als Vorlage genommen, haben die auch nicht groß anders gemacht. Ich also, schlauschlau, zwei Berichte kombiniert und fertig. Hey, eine Buchstabenreiterei folgte und mein erster Verwaltungsbericht war vollgeschmiert, von Peter, unter aller Sau. Und hier muss man ganz klar sagen, bei anderen hatte er diesen Bericht unterschrieben, ohne Tage, Wochen auf sich warten zu lassen. Aber der hatte eh scheinbar einen ernsten Schaden, das Freundchen. Und das ist so die allgemeine Auffassung, denn der hat immerhin die größte Mitarbeiterfluktuation, weil’s Niemand mit ihm aushält. Und wer es mit ihm aushält, das spricht nicht für den Arbeitnehmer. Gleich in der ersten Woche beschwerte sich eine der Sekretariatsdamen beim Ausbilder, dass sich die Azubis morgens für einen Kaffee in der Kantine treffen. Hatten wir, spricht nichts dagegen, die festen Mitarbeiter machen das an ihrem festen Arbeitsplatz oder spazieren draußen durch die Gegend, wir wurden nur herumgeschoben, warum denn nicht. Damit war der Grundstein für eine weitere angenehme Zeit gelegt. Die Schnepfen vorne hatte ich dann hinter mir gelassen, aber der nächste Bereich war nicht besser, eine Woche nur Ablage, Wi#er, verdammte! Daraufhin, es wird langweilig, wieder ein anderer Bereich und eine langjährige verkalkte Mitarbeiter, die sich mit ihrem Pillepallejob wahnsinnig wichtig vorkam an meinen zufallenden Augen nicht merkte, dass mich ihr langwieriges Gelaber nicht im Geringsten interessierte. Am 22.11. war’s endlich vorbei, beinahe, für das Abschlussgespräch musste ich in meiner Freizeit in die Firma kommen, weil eben dieser dufte Abteilungsleiter nichts auf die Reihe kriegte und sich nur nach sich selbst richtet. Die Beurteilung war, obwohl ich echt fett gearbeitet hatte, vor allem körperlich, richtige D#ecksbürojobs eben, von morgens bis mittags, katastrophal. Gleich zu Anfang der Ausbildung also die Horrorabteilung schlechthin, direkt zum Depp abgestempelt, als billige Aushilfe. Zur Erklärung: Die Personalabteilung will nach jeder Ausbildungsabteilung einen Beurteilungsbogen von eben der Abteilung, dem Bereich des Einsatzes, ausgefüllt haben – weil man nach vier Woche so dufte beurteilen kann! Zum Abschluss, Mitarbeiter der Verwaltung mit einer ganz kleinen Ausnahme, insbesondere dem korrekten Schwaben, sch#isse irgendwie, allesamt, Dummschwätzer, Wichtigteuer, Nichtsnutze oder/und Klugsch##sser, leider Realität.
Der nächste Punkt, Berufsschule, ein leidiges Thema, ein Thema für sich wieder.
Materialwirtschaft in Unterföhring, die nächste Station. Wieder eine mörderätzende Abteilung. Eine Abteilung, die stolz darauf ist, dafür gesorgt zu haben, dass Azubis keinen Telefon- und keinen Intra-/Internetzugang haben, was uns jedoch nicht betroffen hatte. Und wenn man ‘mal einen Umschlag aus dem Büromaterial benötigt, dann machen die im Sekretariat einen Riesen Aufstand. Die drehen voll am Rad. Die ersten beiden Wochen waren so lala, man kam durch. Die Abteilung war zu der Zeit schon nett, yo, alle so, auch wenn sie mit Azubis nichts anfangen konnten. Aber das ist so ein ganz allgemeines Problem. Denn Niemand will Azubis und Niemand hat was für Azubis übrig. Die sind eben da und Punkt, das ist die Ausbildungsphilosophie der KirchMedia, so wie wir sie selbst erlebt haben. Es wird nicht ausgebildet um sozusagen in die Zukunft zu investieren, sondern einfach nur so, weil man nach außen hin das engagierte Unternehmen mimen will, und jede andere Aussage ist nur falsch! Zurück zur Materialwirtschaft, effektiv war die Zeit nicht und dann musste man noch eine Woche einem Mitarbeiter gegenübersitzen, der 80% der Zeit telefonierte und die restliche Zeit herumsprang und mit seinem PC beschäftigt war. Auch da musste man durch, weil eben der die Ausbildungsnachweise unterschreiben sollte und die Beurteilung ausfüllte. Für’n A#sch.
Zum 05.02. ging’s runter in die MAZ der TaurusMediaTechnik, hieß, jeden Tag jemandem anderen bei einem anderen Arbeitsvorgang über die Schulter zu schauen. Korrekte Leute, das sicherlich, der Abteilungsleiter, an sich o.k., nur absolut unzuverlässig, heißt auf den braucht man nicht zählen und er lässt es auch gerne heraushängen, dass er der Chef ist. Passt zwar nicht her, aber seine Webpage ist nix zum Angucken. Ich kam sehr gut mit ihm klar, als ich dort war. Ein guter Typ. Der Leiter dann von der Audio-/Synchronabteilung war weniger dufte und wieder so ein Dipfleschei#er oder wie sagt man besser, Korintenka##er oder so ähnlich? Oh war ich schadenfroh, als er ‘mal die S-Bahn gerade um Sekunden verpasste und mit Gepäck in Unterföhring stand. Hah. Der stresste auch wegen der Berichte, die keinen interessieren sollten. Was ein D#pp.
Schule folgte und dem das Projektzentrum. Das war zur Abwechslung eine ganz angenehme Zeit, niemand nervte einen und man konnte etwas selbstständig tun, auch wenn’s nicht bedeutete die große Verantwortung inne zu haben. Noch besser war’s, wenn die T#ssi gegenüber einem, die andauernd lauthals auf Spanisch telefonierte, nicht auftauchte. Selbst wenn die da war, was hat die schon gemacht. Eine weitere dieser Personen, die einfach nur kassieren und kaum (/keine) Leistung bringen. Fazit, ‘war locker.
Dann kam Koproduktionen 07.05.. Gar nicht schlecht, nicht wegen der tollen Arbeit, die gab’s nirgends wirklich so richtig, dafür korrekte Leute, zwei Damen, die sich immer und permanent anfeindeten, eine lustige etwas konfuse Abteilungsleiterin. “Grüß’ Sie!” Doch, wirklich, eine nette Abteilung und einigermaßen eigenständig war man auch. Eine der Mädels meinte zum Ende hin noch einen Psychotalk mit mir führen zu müssen, weißt’, wenn Dich so Leute einschätzen wie Du denkst, Dir oberschlaue Ratschläge betreffend Deiner Persönlichkeitsentwicklung geben, die man nicht haben will und so, gähnend langweilig, aber inzwischen kommen wir ganz gut klar, wenigstens im Smalltalklaberbereich, und die andere hat schon längst gekündigt. Yo.
TVMünchen, eine Woche durchs und ums Haus gespurtet, für ‘ne Woche, na ja, nicht der Superbringer, ‘war o.k. Und vor allem habe ich den Mr. Inkompetent kennen gelernt. Man sagt, der hat den Job nur, weil der Papi bei ‘ner Gläubigerbank arbeitet. Damals war er Chefredakteur, vorher war er bei Sat.1 gegangen worden, inzwischen is’er sogar Geschäftsführer im selben Haus. Unglaublich, unsympathisch, unfähig bis zum geht nicht mehr aber scheinbar hat der gutes Vitamin B. Oder vielleicht kommt man so eher weiter. Entweder man hat richtig was auf dem Kasten oder genau umgekehrt. Un-/Gerechte Berufswelt.
Spielfilm 05.06.01 war der nächste Stop. Mmh, Mitarbeiter ganz o.k., zwar alles Langweiler, normal. Uih, eine Freundschaft habe ich da geschlossen. Da hatte ich auch ‘mal so ein Infogespräch mit dem Typ, der die Abteilung heute leitet, der einem noch so einen Blödsinn wie dass Azubis die Zukunft des Unternehmens seien, weismachen will, Kinder, Kinder. Da hat sich dann auch so eine ganz neue Mitarbeiterin dazugesetzt, auf dass sie was Neues lernt. Dann fängt die plötzlich an mich irgendwelchen M#st zu fragen, der gar nicht hierher gehörte und schaut mich halt die ganze Zeit an, wie bescheuert. Wir saßen beide dem ‘Erzähler gegenüber. Oje, und geschlotet haben die in dem Zimmer, eine nach der anderen, richtig krass.
Schule und dann Marketing, hey wow, endlich ‘mal wieder im Büro eine rauchen dürfen, endlich wieder einen eigenen PC und endlich ein Stück Selbstständigkeit und (Eigen-)Verantwortung, sinnvolle Arbeit. Und ein korrektes Umfeld, bis auf eine Tu#se gegenüber, die nie auf eine Email antwortet und nur telefoniert. Natürlich ist das total übertrieben. Junge Menschen, weniger Bürokraten und Sesselpf#rzer, mit denen man auch mehr als zwei Sätze wechseln konnte, und inzwischen haben die auch eine fähige Abteilungsleiterin. Das war sicher eine echt coole Zeit, eine der besten während der zwei Jahre.
Oh, jetzt habe ich eine Abteilung davor ausgelassen: Producer & Customer Service. Eigentlich eine Drei-Personen Abteilung, wenn man das Kassettenarchiv übersieht. Und die Abteilung hatte die mir liebste und korrekteste Abteilungsleiterin, einfach eine ehrliche und menschliche Person, die auch laut werden kann, aber nur gerechtfertigt. Und vor Allem behandelte sie die Azubis sehr fair. Nach ihr kommt die Abteilungsleiterin vom Werbematerial und dann *überleg*, mit den restlichen Abteilungsleitern hatte man entweder gar nix oder so gut wie gar nix zu tun.
Schule, ewig, dazwischen PC-Kurse, webbased Training. Wenn man die richtig gut mit Zertifikat abschließen will, dann muss man link sein, bzw. den Test einfach so oft machen bis man entweder keinen Nerv mehr hat oder ein korrektes Testergebnis. Unser Ausbilder meinte noch irgendwann, er hätte eine Rechnung erhalten über einen wahnsinnigen Betrag, weil wir irgendwie so viel getrunken hätten. und ja, da stand ein Kühlschrank, aber wir hatten die Erlaubnis uns dort zu bedienen. Hirnrissig und keinen Plan ob da noch was herumgekommen ist. Die ganze Woche vor’m Bildschirm, öde.
BetaFilm, bzw. der Weltvertrieb. Irgendwann hatte sich dort ein freier PC gefunden, an dem vorher eine Praktikantin saß, bzw. der eigentlich von einer Mitarbeiterin war, die immer krank ist. Als sie dann wieder kam, wechselte ich die Location. Dann kam sie mal um zu fragen, ob ich denn noch die Flaschen bei ihr entfernen würde, so fordernd und vorwurfsvoll. Im Übrigen waren die nicht von mir gewesen. Und wie sie schon reinkam, schaute mich keine Sekunde an, sondern direkt auf den PC-Bildschirm, so ungefähr was ich denn da gerade aufgerufen habe, löste ihren Blick erst beim Rausgehen wieder. Dumme Z#ecke. Ich meinet noch, ja, ich würde mich um die Flaschen kümmern, habe ich natürlich nie gemacht. Infomaterialien zusammensuchen, Weihnachtsgeschenkchen verpacken und sonst wurde man eigentlich weitgehend in Ruhe gelassen. ‘Bin dann durch die Büros gezogen und habe mir erzählen lassen, was so abgeht und war auch bei unserem Prinz, der sich über Ying und Yang ausließ. Die Leute waren so in Ordnung. Das Abschlussgespräch mit dem Abteilungsleiter fand irgendwann ganz anders statt, der hatte keine Skrupel oder schlechtes Gewissen einen immer wieder zu versetzen. Yo, und Geschenktüten für die Kinderweihnachtsfeier haben wir noch gepackt, eine wirklich angenehme Abwechslung.
Am 7. Januar wieder Schule, ab 11.02.02 dann Personal & Organisation. Yep, das war so eigentlich einer meiner liebsten Abteilungen, insgesamt vielleicht sogar die beste interne Abteilung. Weil, warum wohl, weil man dort was machen konnte, man war eingebunden, durfte das tun, was auch die normalen Mitarbeiter/innen machten. Und man hatte damit eine Aufgabe, Beschäftigung. Außerdem ist die Personalabteilung auch gar nicht uninteressant. Und die Leute waren alle voll in Ordnung, wirklich alle, und die meisten bevorzugten das Du. Einen Abstecher machte ich noch zu den dezentralen Personalern der KirchIntermedia, yep, nett war’s.
Ja, und fast zum krönenden Absch(l)uss: Rechnungswesen 18.03. – 05.04.02. Schrecklich, schrecklich, wieder nur müllige Aufgaben. Manchmal habe ich auch einfach das Weite gesucht und ‘ne Kollegin besucht, war denen zum einen eh wurscht, zum anderen mir auch. Die Teamleiterin wollte von mir bei einer Betriebsversammlung wegen der Insolvenz in der Agrob eine SAP-Kennung haben, sonderbar, kein Peil wohl. Auch sonst war die, na ja, genug. Das ist eben so ein eigener Schlag von Leuten im Rechnungswesen. Himmel war ich froh, als ich da raus war.
Archivist • Montag, 3. Mai 2004 000 Uhr
Den letzten Bereich konnten wir so ungefähr selbst bestimmen. Öffentlichkeitsarbeit, mal so ein paar Tage, neh, keine Azubis, nur Studenten! Konnte man verkraften, denn dort sitzt auch Frank Inkopetent, ein Typ, den es nicht interessiert, ob die Unternehmenshomepages, für die er sich verantwortlich zeigt, tadellos funktionieren. Interessieren tut es ihn auch nicht, ob da über ein Jahr dieselben Rechtschreibfehler drin sind oder Informationen einfach nur nicht aktuell oder gänzlich falsch sind. – Bei mir lief’s dann auf die KirchMediaEntertainment hinaus, ab 21.05./ vier Wochen, genauer Produktion Alexander Hold. Eigentlich echt dufte. Zwar wurde es immer durchschnittlich ‘ne 60 Stunden Woche, aber was soll’s, das Umfeld hat einfach gepasst. Beinahe, nur der Produktionsleiter, der zum einen auch ziemlich neu bei der Firma war, zum anderen einem so was von unsicher herüberkam, als wüsste er nicht was er tun würde und soll. Jedoch meinte er gute Ratschläge verteilen zu müssen, was ein smart ass. Gott sei Dank hatte man nicht so viel mit dem zu tun, nur wenn er nichts zu tun hatte kam er im Studio vorbei und rauchte da seine Zigarettchen. Ja, und ‘ne Beurteilung musste der mir auch geben, nichts kam, ewig. Als ich dann nachgefragt hatte, meinte er, die hätte er schon längst an die Perso geschickt. Dem war natürlich nicht so und mir ist auch neu, dass Postfressermonster in unserer Poststelle hausen. Während meines Urlaubes bin ich dann später noch mal im Studio vorbeigefahren, wo er mich schön warten ließ. Und für was. Geil ist echt immer, wenn Dich Leute beurteilen, mit denen Du nie gearbeitet hast. Was soll’s, ein Spießer eben. Noch einmal von der Aufnahmeleitung, Fahrer & Co. verabschiedet, alles super Leute, inklusive der Redaktionsteams, mit Ausnahme einer Redakteurin, wer, frag’ Ralph. Ein sogenanntes Vorstellungsgespräch hatte ich noch beim kaufmännischen Leiter und dem Herstellungsleiter gehabt. Zuerst hatten die mich schön warten lassen, wollten dann wissen was ich mir in der Berufsschule gefallen hatte, Schweigen, ja, was wir denn dort gemacht hätten, wieder Schweigen. Hab’ zwar ‘ne 1,3 im Schnitt wegen meinem Soziidioten, aber was wir dort so gemacht hatten, dazu wollte mir in diesem Moment nicht so viel einfallen. Was ich mir vorstellen könnte, was ich machen wolle, alles ganz sonderbar. Auf jeden Fall gab’s zum Ende des Gespräches keine offenen Stellen mehr, obwohl die sogar im Intra-/Internet ausgeschrieben waren/sind. Na danke, total Banane. Wat soll’s. Christoph hat sich auf meine Mail zu ‘Corporate Id*ntity’ auch nicht gemeldet, Ignorant.
Und das war’s im Groben. Das nannte sich Ausbildung. Nein, ich will nichts schlecht reden (was nicht schlecht war), nur beschönigen werde ich auch nichts. Jetzt weiß man wie und was bei der KirchGruppe gearbeitet wird, und wer. Man kennt die Firma, das Organigramm, die gesamte Firmenstruktur, weiß wie was zusammenhängt, kennt die Arbeitsabläufe eines Medienkonzerns und im Besonderen die des Films. Angefangen bei der Idee bis zur Ausstrahlung im Free-TV, wir wissen, was dazwischenpassiert, ganz genau. Und ich denke, das ist mal gar nicht wenig. Ist ja nicht so, dass man nur am Kopierer stand und Aktenordner angelegt und sortiert hat, nein, man hatte auch sehr viel Gelegenheit im Web Zeit zuzubringen und sich selbst weiterzubilden. Man hat sehr viel mitbekommen, mehr als gut ist. Und das Intranet, das kennen die Azubis besser als jeder andere. Grundsätzlich bin ich sicher, dass jeder Azubi mehr über das Unternehmen weiß als jeder normale Mitarbeiter, egal wie lange schon dabei. Diese Ausbildung war wahrlich kein Spaziergang, zeitweise zog sie sich wahnsinnig. Und ich hatte es schon erwähnt, die würden uns wahrscheinlich lieber einfach das Gehalt zahlen ohne, dass wir ins Unternehmen kommen. Aber das geht ja leider nicht. Und die Azubis nach uns? Drei kamen über Vitamin-B, zwei davon sind pupertäre & low life Kinderchen. Ein Mädel sollte noch her. Eine wollten wir haben, Gott sei Dank hat sie abgelehnt und ist jetzt bei BMG glücklich. In der Gruppe, dieser Kombination, in diesem Unternehmen wäre sie kaputt gegangen, aber ganz im Ernst. Eine andere kam, auch sonderbar. Tatsache ist, wir waren die beste Azubitruppe aller Zeiten hier, wir hielten zusammen und diese Sche#ssefres#erei hat uns zusammengeschweißt. Und bitte, willst Du AV-Medienkauffrau/-mann lernen, erspare Dir die Bewerbung bei der KirchMedia. Wir haben es nur durchgehalten, weil wir uns gegenseitig Trost spendeten und verdammt hart im Nehmen und äußerst belastbar sind, sowie über ein unglaubliches Durchhaltevermögen verfügen. Das ist Fakt!
Jobmässig stehen wir fast alle schlechter da als vor der Ausbildung, das ist saubitter. Meine beiden Ex-Kolleginnen und mein -Kollege versuche es jetzt mit einem Studium, mal guck’n was da herum kommt. Über dieses Kirch und Familienunternehmen Getue konnten wir schon während Leo’s leeren Worten auf den Weihnachtsfeiern lachen, klar haben wir uns das verkniffen. Eigentlich ist es auch gar nicht lustig, nur traurig. Vielleicht weiß Leo gar nicht, was in seinem Unternehmen abging und -geht, besser so. Oder es interessiert ihn nicht. Wir sind jetzt schon seit einem knappen Monat nicht mehr in der Firma, wir haben immer noch nicht das gesamte uns zustehende Geld, nicht einmal unsere Ausbildungszeugnisse. Eine Emaileinladung zu einer Abschlussfeier kam, abgesagt habe ich. Das ist die Enttäuschung, die Enttäuschung über Kirch, über die Kirchmitarbeiter und (.x.). Da fällt mir gleich wieder das Vorstellungsgespräch bei ProSieben ein. Denen hatte der Holger meine damals vor der Ausbildung an den Personalreferenten vertraulich & persönlich geschickten alten Unterlagen, jetzt aus der Personalakte kopiert, weitergegeben, obwohl er drei Ausgaben meiner aktuellen Bewerbungsunterlagen vorliegen hat. Was sollte das bitte? Ich weiß es nicht und ich werde ihn nicht fragen.
Einerseits hatten wir es schon gut getroffen mit unserem Ausbilder, hätte schlimmer sein können. (.x.) Am 8ten in der Max Emanuel Brauerei, kenn ich nicht. (.x.)
Es gibt noch Unmengen, was man formulieren sollte und könnte, Geschichten, weiß der Kuckkuck, Leute wie die TMT Kontakterin, a#oziales Stü#k, die man erwähnen sollte, egal, einen Roman wird es nicht geben. Ein paar letzte Worte zu dem lieben Management. Unser Ex-Chef, der Leo, hat es abgelehnt seine Azubis persönlich kennen zu lernen oder auch nur Hallo zusagen, das ist mal peinlich. Dem Dieter habe ich vor kurzem auch noch ein Fax geschickt, ohne das je eine Antwort kam. Eigentlich sollte man direkt im Stadtbüro vorbeischauen und fragen, was denn das Alles soll. Das ist Kirch, da geht’s zu wie in der Politik, nur Geld zählt, nur der Ego. Meine Meinung zu dem Untergang. Ja, Kirch hat es mehr als verdient, das wurde Zeit, sehr gut so. Hin und wieder gab’s noch eine Betriebsversammlung zur Insolvenz. Da sieht man gleich, die Neuen sind kein Stück besser, unnötiges Blabla, erzählen auch nicht mehr als in der Zeitung steht, können sie auch nicht. In der Kantine in der Dieselstrasse, so was, hässliche Bestuhlung, niedrige Decke, total ungeeignet. Als wir das letzte Mal da waren sind wir (als einzige) nach fünfzehn Minuten (aufrecht) gegangen. Wenn man die Fragen der Mitarbeiter hört und diese sieht, sie haben es nicht besser verdient. Alle können sie den Bach runtergehen, meinetwegen sehr gerne.
Es war Enttäuschung, es wird hoffentlich nicht zum Hass. Nachfühlen kann das nur, wer diese Ausbildung gemacht hat, niemand sonst. Doppelt bitter ist es, die Ex-Azubikollegen von z.B. Bertelsmannunternehmen zu sehen, die meist nicht nur einen richtigen Job, eine Aufgabe, eine gar nicht schlechte Position haben, in einem korrekten Unternehmen beschäftigt sind. Knapp zwei Jahre, harte Jahre und jetzt, nichts, alles umsonst. Hätten wir statt der Ausbildung beispielsweise nur ein weiteres Praktikum gemacht, wir wären heute viel, viel weiter. Hier bei Kirch hatten wir nie eine Chance. Danke Kirch, Du bist das Letzte, F#ck you Kirch – Kirch ade!
(.x.) = geixt 09.08. 02h17
Archivist • Montag, 3. Mai 2004 000 Uhr
Freitag. Ausgemacht hatten wir, Rundmails dazu geschrieben, dass wir uns schon so 17h30/18h treffen, an der Berufsschule, etwas vorglühen in geselliger Runde. Die Chulia rief an als sie am Königsplatz angekommen war. Zum einen war ihr neuer Gebrauchtwagen gerade in der Werkstatt, 800 Euro musste sie blechen, zum anderen war eh das sinnlose Besaufen angesagt. Fünf Minuten später war ich bei ihr, ‘hatte nichts dabei, nur mich, den Rest wollte ich später holen. Runter ging’s, dann mit der U2 zum Hohenzollernplatz, dort weiter mit der Tram 12 zur Infanteriestraße, oder war’s der Bus 33 gewesen, weiß nicht mehr. Für sie war es so ungefähr das erste Mal auf der Strecke, verwöhnte Göre, *g* fährt sonst nur motorisiert. Na, einmal waren wir schon in der Mittagspause zusammen die Tram gefahren. Ob sie sich für zwei Stationen ‘n Ticket holen soll, ‘ne, sie hat’s gerade gezogen gehabt, da standen die Kontrolleure vor uns. Was ein Schwein gehabt.
Dort angekommen, herumgeschaut, über den Innenhof einmal durch’s Schulhaus und wieder an unseren Eingang gelaufen. Niemand da von unserer tollen Medienklasse. Man war’s gewohnt, da ging noch nie wirklich was zusammen, nur, wenn’s zum Sese ging oder das eine Mal im Hard Rock Cafe. Die Leute, die das ausrichteten, die Bänke standen, kleine Anlage, kein besonderes Licht, billig eben, nur so ein bunte Lichter Dinger. Die Schulleitung und ein paar in die Organisation involvierte Leute standen herum. Was nu’. Am Hohenzollernplatz hatte sie noch ‘nen Gorbatchow und Red Bull gekauft, das mixte sie jetzt hinter dem Blumenkübel. So eine blöde Werbekauffrau tauchte dann auf, eine hässliche blöde Tussi, aufgetackelt, blond gefärbt, immer noch hässlich und die laberte wie toll sie sei und was für tolle Noten sie in der Prüfung hat, wie bescheuert alle anderen seien. Irgendwann tauchte eine Freundin von ihr auf, dem Himmel sei Dank und sie wendete sich etwas ab. Mit der war ich schon einmal schön aneinander geraten, weil sie ewig den Farbdrucker blockiert hatte und andauernd immer die gleichen Seiten aus dem Internet ausdruckte, dabei nicht schnallte, dass das Papier alle war. Als ich dann kam und ganz dringend eine einzige Seite ausdrucken musste, kam nur ihr Müll und sie fand das gut, Low Life. Drei Euro wollten die jetzt Eintritt haben, der Schrader meinte ‘ne Woche davor das würde an der Vor- genauso viel kosten wie an der Abendkasse. Ich hab’ deshalb nur 2 Euro bezahlt, einen Stempel gab es. Letztes Jahr wurde eine Kasse geklaut, auch hier beim Eingang, den irgendwelche billige aufgemotzten Werbe-Tussis machten, ging nichts mit rechten Dingen zu. Wer sie kannte oder schleimte, bekam so einen Stempel und ob die das ganze Eintrittgeld abführten, wer’s glaubt, eine Kontrollinstanz existiert nicht.
Die Herrmann sollte mich nach Hause fahren, und zurück, um den Geschenkkorb für unseren Superlehrer, sowie den Gutschein für die Superlehrerin, die Urkunden, meine Tüte mit Alkoholika und Fressalien zu holen. Sie stand im Stau. Der Béla tauchte dann auf, der musste drei Euro für den Stempel zahlen. Dann gesellte sich noch so ein nettes Mädel aus dem Spanischkurs zu uns, die heute noch nach Passau zu ihrem Freund fahren musste. Im Foyer nahmen wir uns einen Sekt mit und besetzten die erste Bank an der “Bühne” und “Tanzfläche”. Die Bühne war keine, so oben eben, die Tanzfläche, da standen nur keine Bänke. So langsam trudelten einige ein. Die Veranstaltung sollte um 19h beginnen, es folgten ein paar Worte der Schulleiterin und dann des für die Ausbildung zuständigen IHK-Geschäftsführers. Kein Wort habe ich mitbekommen. Das Mikrophon war am Ständer festgetaped, der Sound war so schlecht, dass man selbst direkt an den Boxen kaum was verstand, bzw. die Mühe machten wir uns nicht. Aufgerufen wurden wir, unsere Klasse für ein Photo, sie winkte zu uns, nö, wir haben keinen Bock. Außerdem waren wir nur eine Handvoll Leute. Sie kommentierte das direkt, wie zu Schulzeiten, da käme auch jeder nur, wann er wolle. Richtig erkannt. So war es gewesen. Unsere Klasse gab zu keinem Augenblick irgendwas auf irgendwelche Schul-, Hausregeln, wir machten wirklich, was wir wollten. Die Schulleitung konnte uns insgeheim ‘mal. Das war ihr bewusst. Entweder sie wusste, dass es nichts bringen würde uns erziehen zu wollen oder sie hatte erkannt, dass wir uns von ihr nichts sagen lassen würden und ihre Eltern-Ich bei uns nicht einschlagen würde. Nebenbei bemerkt: Photos folgten später, noch sind sie nicht veröffentlicht und das kann gerne so bleiben. Weiter.
Der Ben, mit dabei eine BMG-Azubitussi vom Vorjahr. Hat mich letztes Jahr auf dem Abschlussfest so ein bisschen an diese eine von Premiere, vorher bei Viva, na wie heißt sie noch mal, ah, Nova Meyer-Henrich oder so ähnlich, erinnert. Er fuhr mich vor die Tür, ich rannte schnell zu mir hoch und kam mit zwei fetten Tüten zurück. Und ich war schon ziemlich, mmh, gut ‘drauf, bzw., zu früh, zu viel, angetrunken. So oft konsumierte ich keinen Alkohol mehr, die Jahre sind vorbei, und nur ein Subwaysandwich hat es an diesem Tag gegeben. Im Kühlschrank lag schon der Brandt Zwieback für den nächsten Tag bereit, und Aspirin, die Billigversion, ASS-ratiopharm 500. Für Ratiopharm hatte ich auch ‘mal gearbeitet. Zurück ging’s zum Ort des Geschehens. Minucke sollte den Korb überreichen. Sie war auch Anfang der Woche mit mir beim Dallmayr diesen zusammenstellen gewesen. Vorher waren wir bei Hertie, bzw. Käfer im Untergeschoss, Dallmayr hat schon mehr Klasse. Es war auch ihre gute Idee. Durch tausende Mails hatte ich von der Mehrheit der Klassenkameraden & -innen je fünf Euro eingesammelt gehabt und der Großteil dafür, so um die 120 Euro, sollte für den Korb ‘drauf gehen. Mit dem Bestellblock wanderten wir durch’s Haus, Alles lecker, unglaublich. Dafür sollten wir ‘mal ein paar Kröten übrig haben. Wenn wir zuviel hätten, wir hätten so zu-/reingeschlagen, aber, war nicht für uns, wie schade. Es dauerte seine Zeit, Wein, Prosecco, italienisch, obwohl wir später von einem Lehrerkollegen erfuhren, dass der zu Beschenkende wohl einen Franzosen bevorzugt, egal. Und so weiter, vom Speck über Weingummi zur Käse-Trüffel-Creme. Leckerlecker. Abholtermin für Freitag nach 11 Uhr ausgemacht. Da stand er bereit, ansprechend dekoriert, bezahlt, ab in die Tüte und auf nach Hause mit der U-Bahn, anstrengend, der hat ‘n ganz schönes Gewicht. Nach Dallmayr hatten wir noch eine Karte bei Kaut-Bullinger geholt. Sie schrieb vei sich dort die Namen derer rein, welche sich beteiligt hatten. Echt gelungen. Der Umschlag ist verlorengegangen, ich besorgte einen Neuen, den ich Freitag mitbrachte.
Wodka rausgeholt, wir waren die einzigen Eigenversorger, die Tüte unter’m Tisch. Unterhalten, es wurde lauter. Moment, da habe ich etwas übersprungen. Die Geschenkübergabe. Ein paar nette Worte, Hörli freute sich. Ich Idiot las den Bemerkungstext der Urkunde vor, bzw. lallte den herunter. Die Urkunden hatte ich mit Photoshop und Word erstellt, auf dem geilen Firmenfarbdrucker rausgelassen und in der Technik eingeschweißt, sah fett aus. Irgendwie wurden später noch andere Lehrer geehrt und aufgerufen. Das hatten wir erst auch so vor, unsere beiden Kandidaten auf die Bühne zu holen um sich dort zu bedanken. Das hätte aber vielleicht bedeutet, dass sich andere benachteiligt gefühlt hätten und dass ein paar Worte, bzw. eine Rede erwartet worden wäre. Der Michaela, die wir nun duzen durften, übergaben wir, Ben & Co., noch den Cinemagutschein und die Urkunde, zwei Mädels hatten sich angeboten Babysitten zu machen. Erwähnt wurde diese dusselige Frage in der Mündlichen, die der Minucke einige mehr Punkte wie mir gekostet hatte. Die Michaela habe ich auch zugetextet, oh Mann, oh Mann, und ein weiteres Mal als sie ging. Ein Bussi habe ich bekommen, wie nett. Die brauche ich noch unbedingt, wenn ich denn endlich einmal das Ausbildungszeugnis habe. – Bevor wir uns entgültig entschieden hatten, die Übergabe im kleinen Rahmen, “nicht öffentlich” zu machen, habe ich mir für den Fall der Fälle schon eines Nachts ein paar Worte zurechtgelegt:
Hi! – Ich bin der Ronny³ von der AV-Medien Abschlussklasse.
Eine Sorte Beamter möchten wir hier und heute ehren. Und wenn ich hier schon stehe, ein paar Worte vorweg. Keine Sorge, dauert nicht lange.
Eine kleine Entschuldigung möchte ich vorbringen. Wir haben uns nie angepasst, und an eine Schulordnung schon gar nicht. Und damit haben wir es denen, die versuchen mussten uns etwas zu lehren, nicht gerade leicht gemacht. Sorry, aber wir konnten nicht anders. Hier bestimmten wir, wann Unterricht stattfand und wann nicht, mit oder ohne uns. Die, welche es darauf anlegten, lernten uns kennen, verzweifelten und reichten uns weiter. Den Respekt hatten wir uns durch eine gehörige Portion Energie, Individualität und Ignoranz gegen den gestreckten Zeigefinger erworben. Die Schulleitung fürchtete die Ex-12M21 sogar so sehr, dass sie uns den Zugang zu ihrem Kurs verwehrte. Wir beugten uns nicht der Maschinerie, so dass sie folglich einen Kniefall vor uns machte.
Für die Schulkollegen anderer Ausbildungsberufe, die wortlos und ruhig den Unterricht verfolgen, haben wir nur ein müdes Lächeln übrig. Und gefragt haben wir uns oft, ob es hier im Haus einen Kindergarten gibt und ob die Kiddies hier vor dem Eingang überhaupt schon rauchen dürfen. Ja, die anderen Klassen. Was haben wir uns aufgeregt, wenn die Lehrer anderer Fachklassen diese darin unterstützten Farbdrucker und Kopierer zu blockieren oder außer Gefecht zu setzen, nur um Müll zu produzieren. Peinlich war es auch, wenn da irgendjemand meinte eine Schülerzeitung ins Leben rufen zu wollen. – Dem hatte ich gleich ‘mal meine Meinung zurück gemailt. Wo wir hier nicht einmal eine Schülermitverwaltung haben, nicht mal eine Schulsprecherin/ einen Schulsprecher. Später kam trotzdem noch mal eine Mail, so ungefähr: ‘Jetzt geht’s los’. Einfältiges Gelaber, nichts ist passiert.
Es gibt viele Seiten hier, die man noch beleuchten könnte, seien es diese grausamen Lehrerphotos im Foyer und dann diese Infobroschüre einer Werbeagentur. Da hatten die doch bei dem Vorwort glatt vergessen, den Namen der Autorin darunter zu setzen. Und vor dem Druck hätte man doch wenigstens einmal Rechtschreibkorrektur lesen sollen. Ach, und gab’s hier noch eine Kantine, eine Kantine mit einer misserablen Angebotspalette und einem asozial hohem Preisniveau. Aber jetzt genug dazu. Nichts und Niemand ist perfekt.
Ganz hoch anrechnen muss man dieser Einrichtung die Ausstattung und das Personal. Sicherlich existiert nirgendwo in München eine weitere Berufsschule mit diesen Möglichkeiten der Mediennutzung. Sehr wohl gibt es andere Schulen, an denen man eine eigene Emailadresse hat, genutzt wird die hier auch nicht wirklich. ‘Hey Chef, ich fahr’ ‘mal kurz in die Schule ‘ne Mail schreiben’. Aber alleine schon die Möglichkeit jederzeit Zugriff auf’s Web zu haben, sich ‘mal eine Mini-DV auszuleihen, für die Präsentation einen Projektor herzunehmen, nicht schlecht. Das hat nichts mehr mit Standard zu tun, das ist top. Und die Schule ist sauber, bis auf die Damentoilette und die Lehrkräfte sind meistens freundlich und hilfreich. Und was gab es sonst noch, ah, IHK.
Ich will nicht weiter darauf eingehen, dass mich die Wahl meiner bescheuerten Frage bei der Mündlichen 17 Punkte gekostet hat. Persönliches Pech. Und auch das Ereignis der Zwischenprüfung liegt schon einige Zeit zurück. Unabhängig davon, dass die Zwischenprüfung nicht gerade eine Glanzleistung war, der Ablauf der Auswertung dieser brachte erhebliche Mängel an Organisation und Koordination zu Tage. Gut, das mag an der Tagesform gelegen habe, so dachten wir bis wir die Einladung zu der Abschlussprüfung in Händen hielten. Denn die Münchener wurden nach Germering beordert, als gäbe es in München selbst keine Räumlichkeiten. Aber das war noch nicht Alles. Denn wir waren nicht alleine dort. Während wir die Minuten herunterzählten wurde plötzlich kundgetan, dass das Haus schon belegt sei. So wurden alle Auszubildenden anderer Berufe tröpfleweise ausquartiert. Sei es nun dass die sich auf den Weg zum nächsten McDonalds machen mussten oder die Prüfung einfach um drei Stunden nach hinten verlegt wurde – ein Beweis für unglaubliche Inkompetenz und Frechheit der Verantwortlichen. Aber uns tangierte das nicht weiter, wir waren die einzigen, die bleiben durften. Warum wohl? Wollte sich die IHK wohl nicht mit den Medien anlegen. Nun, um das alles mal ein wenig zu relativieren, natürlich gibt es Defizite. Anmerken muss ich aber noch, dass ich persönlich in der Max-Joseph-Straße 2 immer auf sehr fähige & hilfreiche Mitarbeiter der IHK getroffen bin. Und nach jedem Telefonat war ich schlauer wie davor. Genug abgeschweift, zurück zu uns.
Wir wissen wer wir sind. Und wir waren uns immer darüber bewusst, hier kann uns Niemand etwas. Zudem hatten wir Rückendeckung durch unsere Betriebe. Und wenn denn ‘mal eine Schulleitung meinte dem Ausbilder mitteilen zu müssen, dass beispielsweise der Auszubildende im Sekretariat nachgefragt hatte, ob denn das Internet noch mal funktionieren würde, dann konnte man über dieses Mitteilungsbedürfnis nur noch bemitleidenswert grinsen. Klar sind wir schon Kompromisse eingegangen, irgendwie musste man doch diese Schulblöcke überstehen. Und nun, hinterher betrachtet, die Ute Müller-Seydlitz macht ihren Job, und ziemlich gut dazu, und eigentlich ist sie ja eine ganz Nette. Es war schon ‘ne korrekte Zeit. Danke an Alle.
Zum Abschluss kommend, wir wollten uns doch noch bei jemandem ganz besonders bedanken …..
Viele Male hatte ich den Text überarbeitet gehabt, entschärft, trotzdem wäre es sicher zum Ende hin nicht so dolle angekommen. ‘Bin eben nicht der Typ, der so leicht über Missstände hinweggeht. Und da gibt es immer noch genug an der Schule. Das hat nichts damit zu tun, dass mir der Englischlehrer eine Zwei gegeben hatte, weil er selbst kein Englisch kann, dafür dass ich einige Zeit im englischsprachigen Ausland gewohnt habe, wat soll’s. Nur die Drei in Sozialkunde, das Jahr davor eine Eins, das war wirklich unberechtigt und lag, Tatsache, nur an der Lehrkraft, bzw. daran, dass trotzdem es keinen Unterricht gab, Klausuren von anderen geschrieben worden sind. Ausführlich: Es gab nie Unterricht, hin und wieder malte er das Tafelbild aus einem Lehrbuch ab, das war’s, und textete wild herum, nicht mehr. Aber dann kam er mit der Klausur eines Lehrerkollegen an, Hammer, wenn wir den gehabt hätten, dann hätten wir’s gekonnt und so. Genial, voll der Dr#ck. Und das war die Zeugnisnote, danke. Zu Gute halten muss ich, das wiegt es wieder auf, hat er mir in einem anderen Fach eine etwas bessere Note gegeben. Im ersten Schuljahr war ich mit diesem Typen schon ‘mal aneinander geraten, das ging bis zur Schulleitung, von der ich gelernt habe, dass man einer Frau zur Begrüßung nicht die Hand entgegenstreckt. Das Schlimme ist, der Typ ist eigentlich ein ganz netter und umgänglicher Kerl. Leider hat der wirklich einen Knacks. Auf manche Test- und Klausurergebnisse warteten wir über ein halbes Jahr. ‘Erinnere mich auch daran, als wir Projektarbeit hatten, er sich auf dem Gang unterhielt und wir eine Frage hatten. Da schnauzte er zuerst die Chulia und dann mich an, wir sollten die Türe schließen. Wir waren auf dem Gang und der meinte die Flügelfeuertüren. Ich bin dann nach Hause. So ein S#ud#pp, dachte ich da. Andererseits, hatte es bereits erwähnt, ist er hilfsbereit, offen und sozial. Inzwischen ist er gekündigt und weiterhin in Therapie. Dass der gekündigt ist, das ist o.k., jedoch wie es dazu kam, vom Hören und Sagen, dass er z.B. von der Müller-Seydlitz eine Abmahnung erhalten hatte, weil er an einem heißen Tag seinen sogenannten Unterricht auf die Wiese neben dem Schulhaus verlegte. Das ist ‘mal echt die Höhe. Übrigens habe ich von ehemaligen Schülern ihrer alten Schule gehört, wie assig die ‘drauf (gewesen) sei. Nicht Neues. Da stellt eine Schülerin, die Beste der Klasse, aus dem Umland Münchens, den Antrag nachmittags immer eine Viertelstunde früher gehen zu dürfen, wen interessiert’s, wer war denn da überhaupt noch da, wegen der Zugverbindung, weil sie sonst ‘ne Stunde länger brauchen würde. Abgelehnt. Da wird den Schülern schon beim Abholen des Formulars gesagt, dass es vergebene Müh ist dieses auszufüllen, weil eh nicht genehmigt wird. Gut, dass das System funktioniert.
Bevor ich’s vergesse, da gab’s noch diesen Sportlehrer, der einem für Kritik schlechte Noten gab, hatte deshalb im ersten Jahr eine 2, weil ich es nicht für Ordnung hielt, für den Sportunterricht immer so 10 Mark zu löhnen, für etwas über eine Stunden, weil wir ins Squashcenter oder Skilaufen gingen. Andere bekamen, trotz Fehlstunden und Unsportlichkeit einfach ‘nen Einser, das hat man davon, wenn man den Mund aufmacht. Für das letzte Jahr hatte ich mich vom Sport befreien lassen, war aber trotzdem jedes Mal da, es ging nur darum, das der Assi mir nicht wieder willkürlich eine schlechtere Note gibt.
Zurück zum 19ten. Oh war ich blau. Die HipHopperformance habe ich noch mitbekommen, später wäre ich beinahe über die Musikanlage gestolpert, als ich dem Typ sagte, er solle die Lichtkegelchen anmachen. Oweh. Dann saß ich wieder da, nahm die 20-Stück-Feigling-Packung aus der Tüte, rieß sie auf und forderte zur Bedienung auf. Irgendwo in der Ferne hörte ich sie Alle mit den Fläschchen auf den Tisch klopfen, ich habe keins mehr getrunken. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich genug. ‘Habe noch etwas herumgeschwallt, Tinchen und sonst welche zugelabert. Es ging nicht mehr, so elf/zwölf war’s. Dass die Minucke meinte, wir könnten bei RTL2 vorbeischauen, wo unsere beiden Kolleginnen eine Fußballfete hatten und als Cheerleaders in Lack und Leder auftreten waren, das war früher am Abend, doch auch das habe ich nicht so wirklich mehr komplett mitbekommen. Kennst Du das Gefühl, Du merkst, Du hast es übertrieben. Nicht dass mir irgendwie schlecht war, nein, ich hatte halt nicht irgendwann auf einem bestimmten Level gestoppt, das war der Fehler, sondern weiter geschüttet. Einmal raus, eine Runde durch’s Gelände gedreht, wie ein Zombie kam ich mir vor, zurück, nehh, die Vernunft behielt die Oberhand. Erneut auf dem Rausweg begegnete ich der Dani, Hallo und das war’s. Mit der Tram, der U-Bahn, nach Hause, in’s Bett, alles drehte sich. Ohlala, das war zuviel. Schade, so habe ich den Holger nicht mehr gesehen, der nach der Wohnungseinweihungsfete vom Alex später gegen 12 kam. Im Kunstpark war ich damit auch nicht mehr gewesen, wo einige irgendwie noch herumwanderten, die Chulia die Minucke ohne Anhang traf. Die musste auch gut dicht gewesen sein, muss beim Holger, unserem Ausbilder, auf’m Schoß gesessen sein und war dann eben im Kunstpark, wo sie nicht realisierte, dass sie dort nicht alleine hin ist. Finde ich nicht so wild. Auch andere wissen nicht mehr wie sie nach Hause gekommen sind. Die Dani sei wohl auch schon gleich wieder verschwunden, ‘hat sich seitdem bei mir nicht mehr gemeldet.
Kurz nach 7Uhr30, mein Fenster angelehnt. *rumbratterpumbum*, *rumbratterpumbum*, das konnte nicht wahr sein, es ist Samstag und ich hatte eigentlich schon vor noch ein kleines Mützchen Schlaf zu nehmen. Was sollte ich nur tun, nein, nein, nein, das darf nicht wahr sein. Das Fenster zu. Hilft nicht, dieser penetrante Lärm hörte nicht auf. Die Sache ist, dass auf der Hausrückseite eine Art langer Innenhof ist, den die Häuserreihen der Richard-Wagner-Str. und der Augustenstr. bilden, da hört man Alles, das schallt, wenn da irgendjemand grillt oder Gäste hat, wie getippt, es ist hellhörig. O.K., das durfte nicht sein, die Polizei sollte das regeln, eine bessere Schnapsidee kam mir nicht, an Ohrstöpsel dachte ich nicht. Im Branchenbuch keine normale Nummer. Nun denn, es musste sein, 110 gewählt. “Ja, hier spricht … ich würde noch gerne ein Weilchen schlafen … die laufen hier mit ‘nem Schlagbohrer durch die Gegend” – “Wie mit dem Schlagbohrer, was!?” – “Oh, sorry, meinte …”, der konnte nicht helfen, klärte mich auf, dass der Samstag als ein normaler Werktag gelte, sie könnten nichts tun, ‘habe mich für die Störung entschuldigt und wenig später hörte der Lärm trotzdem auf. Der Tag war eh im Eimer, wie immer, der Tag danach. Das liegt nur daran, dass man nicht in der Übung ist. Wenn man früher sich mindestens einmal die Woche besoffen hat, da war man am Tag darauf topfit. Heute, mitnichten. Und immer dieses Gefühl den Alkohol rauszuschwitzen, uhhh, eklig. Da habe ich auch entschieden, Alkohol, Moment, Pause! Und ich habe dazu sogar noch vier Tage danach keine Zigarette geraucht. Das zu dem 19ten. Zeit, die man zurückdrehen will, ein Tag, den man am liebsten ungeschehen machen möchte, dank Alkohol.
- 2002 -
Archivist • Montag, 3. Mai 2004 000 Uhr
Ich war mal wieder, wie so oft, im Untergrund unterwegs, steige am Sendlinger Tor in die U6 um, voll der Wagen, nachmittags im Feierabendverkehr, an der Ecke ein Pärrchen, jung, so um die 25, er groß, schön, naja, so Durchschnitt, nix Besonderes. Sie grinst ihn die ganze Zeit von unten an, er guckt immer und dann schlecken die sich die ganze Zeit ab, sie kichert zwischendurch wieder und schon strecken sie wieder die Köpfe zusammen. Nicht so ein Kuß, bitte, nein prüde sind wir nicht, da hat Niemand etwas dagegen, Zungenkuß: Ja genau, aber nicht so, richtig mit weit offenem Mund schlecken die da rum, verdammt!!!!!!!!!!!!! Ich bekomme ihre grinsende Frese nicht mehr aus dem Sinn, widerlich, eklig, was für ein Abschaum, was für ein Gesoxe, was für Dreck!!!!! Ahhhhh, das schlimme, man kann gar nicht weggucken. Es fehlt jetzt nur noch, dass die die Hosen herunterlassen und anfangen wild herumzuficken! So was gehört abgeschossen, jawohl. Fast so schlimm wie die hässlichen Pärrchen, die sonst überall hauptsache in der Öffentlichkeit, das Knutschen und die Grabscherei nicht lassen können, nur abstossend. Doch das ist wirklich die Höhe, mit weitgeöffneter Frese liessen die da ihre Zungen kreisen und waren sich sehr wohl bewußt, dass das in ihrem Umfeld nicht so toll ankam. Die denken sie wären die Krönung der Menscheit und waren sich nicht darüber bewusst, dass es da wahrscheinlich bei deren Geburt etwas Probleme mit der Sauerstoffzufuhr gegeben hatte. Ist das Liebe, nein, das ist Geilheit, das ist der Sexualltrieb, die denken eben nur mit ihren Geschlechtsorganen, wie die Leute, die im Kino vor einem die Köpfe zusammenstrecken und einem damit die Sicht versperren. Ist das menschlich, nein, das ist peinlich, diese Egos. So was sollte kastriert werden, ja, Kastration, das sollte wirklich mal eingeführt werden. Fangen wir bei den Sexualstraftätern an und gehen weiter an das jollend-gröllende Pack, beispielsweise diese Möchtegern-Gangster, yep, das wäre mal Nägeln mit Köpfen gemacht. Mir wird dieses Erlebnis, was in seiner Extremheit bisher unübertroffen ist, hoffentlich nicht lange in Erinnerung bleiben.
Archivist • Montag, 3. Mai 2004 000 Uhr
Ein paar Worte, welche bei der Einrichtung meines neuen Rechners aufgetaucht sind …
15.10.01 – Erster Schultag des zweiten Jahres
Kurz vor 8h, noch echt nicht so ganz fit, in die U2 Richtung Hohenzollernplatz, da raus, kurz spaeter kam schon die Strassenbahn 712. Infanteriestrasse, ueber die Fahrbahn Richtung Olympiafernsehturm. Da war ich ‘mal wieder, schlecht gelaunt, in nicht gerade freudiger Erwartung dessen, was kommen mochte. 8h30, eigentlich offizieller Unterrichtsbeginn, komplett waren wir erst zwei Stunden spaeter. Herr Staudt, der schon im Vorjahr durch Inkompetenz und Verlogenheit glaenzte gab’ ein paar Worte von sich, die Klasse war unruhig, wer mochte dem schon zuhoeren. Der neue Stundenplan wurde verkuendet, interessant, und niederschmetternd. Staudt in Sozialkunde und Medienproduktion und fuer die armen Schweine auch noch in Medienethik, das faengt ja gut an. Wie wir schon Ende letzten Schuljahres mitbekommen hatten mussten nun Kurse gewaehlt werden, wie das von Statten gehen sollte, was nun wie und wo angeboten werden wuerde, davon hatte der, welcher sich als Klassenleiter herausstellte, keinen Plan. Kurze Pause, er wolle sich kundig machen. Dann, o.k., Viertel nach 10 waere die Informationsveranstaltung diesbezueglich angesetzt. Bis dahin erzaehlte er uns ueber Film, Video und “Digital”. Weiter stellte sich wieder einmal heraus, dass er keine Ahnung hat, wusste nicht dass Betacam SP analog sei’ und wollte nicht glauben dass Film 24 frames die Minute hat. Noch viel schlimmer, er erzaehlte uns voll den Unsinn wie beispielsweise, dass Film, Zelluloid eben, u.a. deshalb einen Vorteil gegenueber Video haette, weil eben der Film mehr Bildpunkte haette. Seit wann bitte hat Film Pixel, naja, Staudt ist Lehrkraft, bzw. nicht unbegruendet: Der Leerkoerper. Um 10h30 fanden wir uns dann im Hoersaal ein. Zwischendurch waren wir eine rauchen, was da fuer Kinder herumstanden. Das sollte eine Berufsschule sein, diese Gruppe von qualmenden Maedels, tja, wie alt wollen die gewesen sein, aelter wie neunte Klasse sahen die nicht aus. Wahrscheinlich Verlagskaufleute, und die sind in ihrer Primitivitaet und Unreife direkt hinter den Einzelhandelskaufleuten anzusiedeln, Abschaum eben um sie ‘mal alle in einen Topf zu werfen. Als wir da nun sassen gesellten sich zwei neue Verlags- und eine Medienklasse zu uns. “Willkommen an der BS-Medien”, so begann die Rektorin, und bezeichnete die Schule in einem Satz weiter als die modernste und bestausgeruestete ueberhaupt und des Hochmuts nicht genug, wir haetten ja noch nie eine Schule besucht, die eine eigene Internetadresse hat. So ein unverschaemt arrogantes Stueck, reicht es denn nicht, dass sie ihren neuen silbernen Mercedes mit Stuttgarter Kennzeichen immer direkt vor dem Schuelereingang abstellt, nein, sie sei die Beste, Tollste und ueberhaupt eben. Weiter ging’s mit der Schulordnung und mit jeder weiteren Minute fragten wir uns ehrlich, was wir denn hier sollten, das hatten wir doch schon alles vor einem Jahr gehabt. Fischer und Zitelsberger merkten noch etwas zu der EDV an, nachdem die Mueller-Seydlitz gesagt hatte wir haetten nun ein Kurssystem, oh welch’ Big News fuer uns. Nach einer Stunde verliessen wir den Raum und wir mussten uns wieder mal an den Kopf langen. Schlauer waren wir nicht geworden, nur im falschen Film gewesen. Wieder Pause, im Klassenraum wartete schon die Frau Ludwig, eine der ganz wenigen faehigen Lehrer an dieser Schule, die teilte uns mit, was wir dieses Jahr bei ihr vorhaetten und powerte gleich los. Kurz vor Mittag machte uns noch die Rektorin ihre Aufwartung, fragte nach Leuten, die eine Kamera bedienen koennten fuer irgendeine Flughafenjobmesse. Tosh meldete sich, na das werden lustige Aufnahmen werden. Wenig spaeter dann die erste Durchsage ueberhaupt, Unterricht waere um 13h aus, aus Paritaetsgruenden. Die Ludwig klaerte uns auf: Aus Gleichberechtigung. So das war der erste Schultag gewesen, schwere Kost, es fing so an, wie’s letztes Jahr aufgehoert hat. Und morgen folgt: Huchju, wir diskutieren, ob wir unsere Klassensprecher neu waehlen, die bisher einfach nur unfaehig oder nichtstuend dumm herumgelabert haben und keine Ahnung haben, wo denn der Wiesntreff sei’, und ja, Kurswahl, die zweite, morgen hier, an Ihrer Lieblingschule, die einzige Schule mit eigener Internetadresse!
16.10.01 – Zweiter Tag
Schoen begann der Tag. Puenktlich waren wir da, kurz spaeter ging’s los. Gleich ging es um die Kurswahl, unser Beratungslehrer wusste auch keinen Rat. Wir gingen ein Skript zur Vorbereitung zu unserer Zwischenpruefung durch, dann machten wir eine Pause und die Pause weitete sich aus. Am naechsten Tag sollen wir uns um 10h an der Messe treffen, die Medientage sollten wir besuchen. Es folgten sechs Stunden mit unserem Klassenleiter, dem Staudt. Die Klassensprecherwahl war schnell vorueber, auf so ein Theater diesbezueglich wie das Jahr davor hatte niemand Bock, es wurden einfach die Bisherigen behalten. Diese hatten sich im letzten Jahr wenig eindrucksvoll durch Nichtstun bewaehrt, na bitte. Die waren geil ‘drauf wichtig zu sein, das haben sie nun und niemanden interessierts. Dann stand wieder die Kurswahl auf dem Programm, unser genialer Klassenleiter hatte keine Ahnung, welche wir zur Auswahl haetten, doch waehlen muessten wir jetzt, logisch, danke. Nach ‘nem Hin und Her, inzwischen hatte ich ihm die inkomplette Kursliste aus dem Intranet ausgedruckt und eine weitere gemuetliche Raucherpause lag hinter uns, er hatte sich zudem noch kurz bei Kollegen etwas schlauer gemacht, haben wir dann gewaehlt. Was da nun herumkommen wuerde, wir werden sehen. Irgendwann war’s dann Mittag, mit dem 33er Bus fuhren wir zum Mittagessen in der Naehe vom Kurfuerstenplatz. Weil die Zeit nun schon fortgeschritten war begnuegten wir uns, bis auf den Ben, mit was zum Trinken, wonach sich die einen zu Maecis aufmachten. Wir schauten beim Baecker vorbei, lecker war der, auch wenn gerade schon offiziell der Unterricht weiterging. In der Strassenbahn wurden wir prompt kontrolliert, Julia hatte sich eine Minute davor gerade noch entschieden zu stempeln. Zurueck in den heiligen Hallen, wieder konnten wir die Kathie mit ihrem alten Mini ohne Servolenkung beim Einparken begutachten. Nachdem wir einen Blick in’s Klassenzimmer geworfen hatten drehten wir direkt wieder um, wieder eine rauchen, schlimm diese andauernden Langeweilezigaretten. Weiter im Unterricht verkuendete unsere Klassensprecherin Andrea, dass sie ueberhaupt keinen Bock auf die Medientage und die Messe haette und stattdessen in die Schule wollte, ausserdem interessiere sie das ueberhaupt nicht. Komisch, macht die AV-Medienausbildung aber sch#isst auf die Medien, die hat ‘nen Schatten, naja. Also, es war ja immer noch Unterricht, auch wenn schon einige laengst die Flucht ergriffen hatten. wir hatten immer noch Staudt, der textete munter ueber Qualitaet und Quantitaet, voll fuer’n A#sch, wir schreiben ja auch erst in einer Woche die Zwischenpruefung und hatten keinen Plan. Den wirklichen Unterschied zwischen on- und offline Schnitt vermochte er der Klasse nicht nahezubringen, zum Glueck waren wir da nicht auf ihn angewiesen. Fanny und Andrea nervten oder amuesierten durch ihre wenig konstruktiven Unterrichtsbeitraege. Dann wurden uns noch zwei von unserer Firma abgegebenen Negativschnittpulte gezeigt, nichts Neues. Staudt meinte in naher Zukunft sollten wir damit unsere Filme schneiden, dass wir davor erst einmal auf Zelluloid drehen mussten, das hatte er vergessen. Aber vielleicht koennte er den Foerderverein ueberzeigen einen digitalen Schnittplatz fuer ein paar Millionen zu spendieren. Fuer was, fuer wen, totaler Schwachsinn, unser Lehrer eben. Und dann wieder im Klassenraum, kurz vor vier hatte er wahrscheinlich genauso wenig Lust wie wir weiter unsere Zeit zu verschwenden, wir waren entlassen, ein weiterer Tag war geschafft. Morgen 10h Medientage, locker.
17.10.01 – Eine Stunde
Was wie schoen, alles dufte. Da war ich nun seit zwei Monaten wieder ‘mal bei der Hoelzbaeckerei, auf dem Umweg zur U-Bahn. Ich stand, schaute in die Auslage, Eckel packte mich. Zwei Monate war es her gewesen, ich auf der Arbeit, Nusshoernchen, ‘raus damit, oh lecker. Da klebte eine tote Schnacke. “Was darf’s denn sein?” – “Neh, passt schon”, erwiderte ich. Dann: “Drei Muffins”, unfreundlich war sie jetzt, “welche?” – “Die mit Frucht”, und die verspeiste ich in den zwanzig Minuten zur Messestadt West, wo wir dann rauchend vor der ICM “Medientage Muenchen”, nebenan die systems, standen bis uns so ein Security Depp anhielt doch bitte auf die Seite zu gehen. Der Hoerl war auch da, Staudt natuerlich nicht, gut so, wer braucht denn schon. Wir drehten eine Runde, kurz nach 10 war’s nun, besonders beeindruckend war’s echt nicht. Im Bistro erwartete uns eine saumaessig unfreundliche Bedienung, die uns fuer fuenf Mark einen noch saumaessigeren Cappuccino brachte, der mehr nach schlechtem Kaffeeabsatz als nach sonstwas schmeckte. Die Maedels verweilten beim Mediencampus, ich drehte noch und noch ‘ne Runde und lang vor 11 sass ich schon in der U-Bahn zurueck. Na gut, ‘war heute auch nicht besonders fit, aber so konnte ich jetzt der Andrea zupflichten: Das war echt fuer’n A#sch, aber vielleicht wussten nun wenigstens unsere Maedels, was sie nach der Ausbildung zu tun gedenken.
18.10.01 – MM alias Marketing Mix
Das hat sich heute wieder hingezogen, katastrophal, wieder Andrea, die jede von der Lehrkraft beantwortete Frage fuenf Minutne wieder stellt. Bei Hoerl haben wir so irgendwie Pruefungsvorbereitung gemacht, furchtbar oede. Und dann kam unsere neue Englischlehrerin, einen guten Ruf hat die nicht. Liess, L, I, E, SS, Ingeborg oder so aehnlich, nun durften wir unser Spruechlein aufsagen, wie wir heissen, wo wir arbeiten, beides steht in der Klassenliste und sonst ‘n Muell. Wir redeten ueber ABC und DE wie auch FGH, alles irgendwelche Abkuerzungen fuer weiss der Himmel was, mitgeschrieben hat niemand. Langweilig, das alles, bis kurz nach Eins. Sonst, tja, komische Klasse aber wir wollen nun nicht persoenlich werden. “Moulin Rouge” laeuft heute an, nette Musik, doch so der Hit fand ich nicht. Jetzt gleich noch ein paar alte Kollegen treffen, der eine ist wegen der systems hier. Morgen und eine Woche geschafft, gelernt habe ich noch nichts und ich habe es auch nicht vor. Bis denn.
19.10.01 – F#ck school
Vor der U-Bahn bei der Baeckerei Mueller vorbei, 3 Mark 30 fuer ein Broetchen mit einer Scheibe Leberkaes, am Hohenzollernplatz den Bela und Marion getroffen, weiter in der 712, dort angekommen ab an den Rechner, etwas herumgesurft, Hoerl wurde heute vertreten, Zitzelsberger habe ich nun auch in DV. Den Stundenplan wollte ich auf dem Farblaser ausdrucken, war wohl nicht, der war defekt. Lumb kam dann auch noch, viele Kopien von irgendwelchen Pruefungen machten die Runde, Unterricht war das wirklich nicht. 10h30 Sch#autze voll, Rucksack auf den Ruecken und ab nach Hause. Eigentlich sollte das wieder so ein Pruefungvorbereitungstag sein, naja, Name ‘draufgeschrieben und das wird’s bei mir am Mittwoch wohl dann gewesen sein. Jetzt Wochenende, Ruhe vom Kindischgarten.
25.10.01 – Die Woche
Eigentlich hatte ich mir ja letzte Woche vorgenommen jeden Schultag ein paar Worte niederzutippen, nix ist daraus geworden. Naja, als was war die Woche? Montag, Hoerl im Aufgabenausschuss der IHK in Koeln, zuerst Staudt ein paar Stunden, dumm herumgelabert. Dann Ludwig, echt gut, Pruefungsvorbereitung, war o.k.. Dienstag Staudt, *gaehn*, mein Gott hat sich das hingezogen, eigentlich sollten wir nochmal richtig fuer die Zwischenpruefung pauern. Keine Chance, irgendwie pro Aufgabe eine Stunde und gelernt haben wir dabei, wen wuerde es wundern, nichts dabei. Staudt eben. David platzte dann irgendwann der Kragen und bekundete, dass er keinen Sinn daran sieht, Staudts’ Fussball- oder sonstigen uninteressanten Geschichten zu lauschen. Staudt beleidigt, tja. Dann kam noch unsere aetzende Englischische Liess, die wir eigentlich erst am Donnerstag haben sollten. Wieder die 7 Ps und UPS oder so aehnlich, Poster und Falco CD angeguckt, was ein Dreck! Mittwoch 7h30 Loewenbraeukeller, eine schoener Pulk. Eine Zigarette, nochmal eine Zigarette, wir regten uns ueber unterschiedliche Musterloesungen der IHK auf und das die nicht termingerecht um 7h45 die Pforten oeffneten. Dann war’s soweit, Nummer und Platz gesucht, schnell nochmal auf’s WC, Julia saß mir schraeg gegenueber, direkt und daneben Fachinformatiker. Die Fragen, naja, einiges hatten wir beim Hoerl in der vorigen Woche durchgesprochen gehabt, den Rest mussten wir raten und sonstirgendwie fertigstellen. Nach 10h ging’s fuer’n Cappuccino in’s Saxx, dazu brauchte ich 30 Minuten. Am Koenigsplatz nach ewiger Warterei die Durchsage, dass sich wegen irgendeiner Stoerung alles verspaeten wuerde, wartete, dann kam sie endlich, eine Station zum HBF, dort blieb sie stehen und stehen und stehen. Als ich dann irgend wann die Treppen zur S-Bahn nahm, fuhr sie weiter, l#ck mich. Zum Marienplatz und von da gelaufen, echt Banana. Im Pacha wollte man sich dann treffen, After Work, ich hab’s nicht geschafft, der Rest hatte fett Spass. Am Morgen, heute, Donnerstag, Kurs Spanisch, neue Lehrerin, der Bela findet die total geil, die macht einen Unterricht, da schnackelt man mit den Ohren, bloede Tusse und sie erwartet von jedem Schueler einen Locher mit sich zu fuehren, wir waeren doch alt genug, so eine dumme Schlampe, echt, Braun heisst die, zum K#tzen. Das wird noch lustig, schlimmschlimm. Danach, Hoerl krank, Zitzelsberger, Abschreibungen, hahaha und hihihi, zum Mittag Richtung Casino, dieser assoziale Schuppen, die wollten uns doch tatsaechlich nicht bedienen und setzten uns mit Hunden gleich, was ein Pack. Diskussionen hier und da, eine Pizza haben wir dann ueber’s Inet bestellt und die kam erst eine Stunde spaeter als wir Fischers Produktlebenszyklus begutachteten, Staudt am Vormittag noch da, jetzt Schnupfen oder wieder psychisch angeknakst? Am Ende hatte der Fischer sich nicht getraut uns seine Folie zu ueberlassen, denn mit dieser grausigen unleserlichen Schrift konnte er sich nirgends blicken lassen, netter Typ, als Lehrer, mmmh. In Dannis’ alten BMW bis zum Hohenzollernplatz, morgen vier Stunden Vertretung, wieder Zitzelsberger, es ist echt nicht leicht und vielleicht schreibt der auch noch ‘ne Ex.
26.10.01 – Erster Teil vorbei
Yep, ‘ne Ex zum Thema Abschreibungen hatten wir doch tatsaechlich geschrieben, easy, ausserdem hatte er noch vorher ausfuehrlich Wiederholung gemacht. Loy chauffierte mich bis zum Stiglmaierplatz, das WE werde ich wohl darueber sinnen wie ich diesen verdammten Spanischkurs loswerde oder genauer, diese Oekoweltverbesserungsfrau, denn der Zitzelsberger verkuendete keinesfalls noch Kursaenderungen vorzunehmen, wir werden sehen.
Archivist • Sonntag, 2. Mai 2004 000 Uhr
… verunglückt!” liest man spätnachmittags im Videotext von N24, Sat.1 und Pro7. Eine “schreckliche Tragödie”, “Katastrophe im All”, und ähnlich betiteln es die deutschen Fernsehsendern. Die Welt würde für die Sicherheit der Astronauten beten, was ein Quatsch, obwohl diese nach Expertenaussagen schon spätestens zehn Sekunden nach der heftigen Explosion in 60.000 Meter Höhe umgekommen sein müssten. Töh, dann betet ‘mal schön weiter Ihr Spinner, na klar, weil es so voll realistisch ist, dass da jemand einen so fetten Bums über dem Himmel, wo unten auf der Erde kilometerweit entfernt noch Häuser wackeln, und natürlich den Sturz, überlebt. Wir können doch fliegen, nicht wahr? Zum tausendsten Mal sehen wir die Trümmerteile und deren Schweife heruntersausen, toll! Ein ZDF-Spezial, der arme Kerl, da hat ja gar nichts geklappt, keine Schalte, kein Einspieler, da ging echt alles schief, was schief gehen konnte. “Heute ist ein Tag der Trauer, meine Gefühle sind bei …”, Frese! Sieben Astronauten sind tot, och, sie mussten wahrscheinlich nicht leiden, na darüber sind wir äußerst glücklich.
N24, die nennen sich ja Nachrichtensender, doch so mit der Aktualität haben sie es nicht wirklich. Im Ersten und Zweiten lief im laufenden Programm schon stundenlang unten im Bild der Ticker, wann denn die nächste Nachrichtenextrasendung kommen würde, in der auch nur wieder die Bilder der Trümmerschweife gezeigt werden würden und irgendein toller Experte nichts neues erzählt. Erinnerungen werden wach an 1986, bei mir nicht. Da war ich 9 und habe das Weltgeschehen noch nicht so angestrengt verfolgt oder habe ich es vergessen? Diese Dummschwätzer bei N24, Bubis. Aber die Redakteurin im Studio Claudia Eberl war noch viel besser, die stotterte halt nur herum, äh und äh, keinen Satz brachte die vollständig formuliert dem Zuschauer entgegen, warum, tja, ihr Text war noch nicht auf dem Schirm des Teleprompter. Diese Schlagzeilenhascherei unserer Medien, verabscheuungswürdig. Was auch sehr spitze ist – und zwar dass wir von allen Nachrichtensprechern davor gewarnt werden ja nicht Trümmerteile zu berühren, die seien hochgefährlich, hochgiftig, bloß nicht anfassen, danke. Denn Texas ist direkt vor meiner Haustür oder schauen die Texaner in den Teletext vom ZDF? Na sicher.
Liveschaltungen nach New-York und nach Washington, bei den Öffentlichen gar kein Problem, bei N24, die pünktlich 17h Werbung statt Nachrichten bringen, heißt es dann zwar “live aus New-York” oder “live aus Jerusalem”, doch Bilder bekommen wir nicht. Tja, bei ARD schon, bei dem Nachrichtensender sind sie mit der Technik noch nicht so weit, da geht’s per Telefon. Zwischenzeitlich haben sie es später dann ‘mal probiert und *schwubs* hatten wir wieder ‘n Testbild vor Augen. In 60 Kilometer Höhe geschah das Unglück, Notstand wird ausgerufen, Bush beruft seinen Krisenstab ein. Ach neh, N24, die zeigen jetzt schon sicher das zehnte Mal die Stunde denselben Beitrag, das kennen wir doch schon von dieser Schulschiesserei und der Worldtradecenter-Story. Schlecht, schlecht, schlecht. Dass jetzt Bush die Betroffenheit mimt, klar, muss er, dass ihm eine wie immer patriotische und tröstende Rede geschrieben worden ist, logisch. Aber müssen jetzt wieder die Deutschen, bzw. die deutschen Politiker falsches Mitgefühl heucheln? Immer diese betroffenen Fresen, ganz vorne mit dabei Peter Kloeppel, haben die den gerade aus dem Bett geworfen? Und auch lustig, sogar im Bayerischen Fernsehen wurde mit einer Rundschau Extra das Programm unterbrochen. Eine Berichterstattung zum Reinschlagen, von Allen!
Kurz vor Viertel nach Drei nachmittags unserer Zeit, eine Raumfähre, sieben Menschen, ein Attentat, weil ein Israeli mit an Bord war? Waren es die Nazis, genau, so war’s. Na und? Wie viele Menschen werden tagtäglich, minütlich, in jeder Sekunde gekillt, kommen um, ist das anödend. Drei Staaten betrauern ihre Helden, ohhh, Helden, warum, für was? Ob das Hitzeschild versagt hat, egal, es hat wieder einmal gezeigt, dass die USA nicht perfekt sind, eben nicht alles glatt läuft, das ist die gute Seite des Unfalls. Amerika hat wieder einen Grund näher zusammenzurücken. Für Bush kommt dieses Ereignis gerade recht.
“Mit einem ohrenbetäubenden Knall ist die amerikanische Raumfähre Columbia in 60.000 Metern Höhe auseinander geborsten. Um 15.16 Uhr MEZ hätte die Columbia am Samstag im Raumfahrtzentrum Cape Canaveral in Floria nach ihrem 16-tägigen Flug landen sollen. Gegen 15 Uhr hatte sich die Besatzung zum letzten Mal beim Bodenpersonal gemeldet, wie ein Sprecher der Weltraumbehörde Nasa sagte. Zu diesem Zeitpunkt befand sich die Raumfähre in 61.000 Höhe über dem Norden von Texas und raste mit 20.116 Kilometern in der Stunde auf die Erde zu, das entspricht der sechszehnfachen Schallgeschwindigkeit.” Dies sind die Fakten bei Focus, auf dieses ganze Drumherum des Fernsehens, darauf würde ich persönlich ‘mal wieder gerne verzichten. – Im Spiegel: “Die Shuttle-Flotte hatte in den vergangenen Monaten viele technische Probleme gehabt. Starts waren mehrfach verschoben worden. Die ‘Columbia’ sollte ursprünglich schon im Juli starten. Am Tag des Starts hatte sie einen Teil der Isolierung eines Außentanks verloren. Dieses Teil schlug vermutlich gegen die linke Tragfläche der Raumfähre. Noch am Freitag erklärte die Nasa, dass der Schaden als gering eingestuft werde und die Raumfähre beim Eintritt in die Atmosphäre nicht gefährde.” Sieht so aus, mmh, selber Schuld oder?
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Archivist
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Dich krieg'n'wa auch noch!